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LINZ. Während die Maklerprovision für Mieter seit Juli 2023 der Vergangenheit angehört, müssen Wohnungssuchende dennoch meist das Geld für eine Kaution aufbringen. Die Stadt Linz unterstützt mit dem städtischen Kautionsfonds – 73.000 Euro wurden vergangenes Jahr ausbezahlt.

Die Stadt Linz unterstützt mit dem städtischen Kautionsfonds Wohnungssuchende mit geringem Einkommen. (Foto: Joe Krefft/levelupart/stock.adobe.com)

In den meisten Fällen fordern Vermieter bei Abschluss eines Wohungs-Mietvertrags eine Kaution in Höhe mehrerer Monatsmieten ein. Für Menschen mit niedrigem Einkommen stellt das eine große Hürde dar. Aus diesem Grund bietet die Stadt Linz finanzielle Unterstützung in Form eines Kautionsfonds an – jährlich liegen dafür 100.000 Euro bereit.

Im Jahr 2023 wurden knapp 73.000 Euro in Form eines zinsenlosen Darlehens ausbezahlt, damit konnten 86 Linzer in eine neue Wohnung einziehen. Auch für dieses Jahr sind 100.000 Euro für den Kautionsfonds budgetiert – Formulare und alle detaillierten Antragsvoraussetzungen stehen online im Serviceguide der Stadt Linz zur Verfügung und liegen in allen Kompass Sozialberatungsstellen auf. Zur Kautionsfonds-Website

Geldmittel für Kautionsfonds wurden 2021 aufgestockt

Der Kautionsfonds wurde 2020 als freiwillige Sozialleistung der Stadt Linz eingerichtet. ursprünglich war er mit 50.000 Euro dotiert. Im Jahr 2021 wurden auf Initiative von Vizebürgermeisterin Karin Hörzing die jährlichen Mittel auf 100.000 Euro aufgestockt. „Der Kautionsfonds hat sich binnen kurzer Zeit als ein wichtiger Teil des dichten sozialen Netzes unserer Stadt etabliert. Wir helfen damit schnell und unbürokratisch jenen, die sich die Kaution beim Einzug in ihre neue Wohnung sonst nicht leisten könnten“, sagt die Sozialreferentin Karin Hörzing (SPÖ).

Kautionsdarlehen der Arbeiterkammer Oberösterreich

Auch die Arbeiterkammer (AK) OÖ unterstützt ihre Mitglieder mit einem Kautionsdarlehen mit bis zu 5.000 Euro. Die gesamten Zinsen und Nebenkosten übernimmt die AK OÖ, die Kreditnehmer zahlen das geliehene Kapital in maximal 48 Monatsraten zurück. Der Antrag kann innerhalb von sechs Montagen ab dem Zeitpunkt der Wohnraumbeschaffung gestellt werden, alle Infos zum Kautionsdarlehen sind auf der „Startpaket Wohnen“-Seite der AK zu finden.

Kaution: Üblich sind drei Brutto-Monatsmieten

Ob überhaupt eine Kaution zu leisten ist und in welcher Höhe ist Vereinbarungssache zwischen Vermieter und Mieter. Das Gesetz sieht keine Höchstgrenze vor, der Oberste Gerichtshof hat in einer Grundsatzentscheidung Vereinbarungen bis zu 6 Brutto-Monatsmieten als zulässig erachtet. Jedenfalls ist die Höhe der Kaution mit dem Sicherstellungsinteresse (Wert des Mietgegenstandes samt Einrichtung) des Vermieters nach oben begrenzt. Üblich sind in den meisten Fällen drei Monatsmieten.

Arbeiterkammer rät, Kaution in Form eines Sparbuches zu übergeben

Die Arbeiterkammer Oberösterreich empfiehlt, die vereinbarte Kaution in Form eines vinkulierten Sparbuches zu übergeben. Damit ist die Verzinsung sichergestellt, aber auch, dass die Kaution nur in beiderseitigem Einvernehmen in Anspruch genommen werden kann. Auch wird empfohlen, bei Mietbeginn und Rückgabe den Zustand der Wohnung exakt festzuhalten – mit Fotos oder einem Übergabeprotokoll, das beide Parteien unterzeichnen.


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