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Stundenkürzungen an Sonderschulen: Elternvereine bringen Petition in den OÖ. Landtag ein

Anna Fessler, 13.06.2024 11:40

OÖ/LINZ. Der Elternverein der Michael Reitter Schule Linz und jener der Martin Boos Schule Gallneukirchen schlugen wegen drohender Stundenkürzungen im kommenden Schuljahr Alarm – Tips berichtete exklusiv. Heute bringen beide Elternvereine jeweils eine Petition für mehr finanzielle Mittel in den OÖ. Landtag ein.

Die Elternvereine der Michael Reitter Schule und der Martin Boos Schule bringen eine Petition an den OÖ Landtag ein. Landesrat Michael Lindner (SPÖ) unterstützt die Forderung nach mehr finanziellen Mitteln für die beiden Schulen. Am Bild: Betroffene Eltern, Gundula Schachtner (vorne, 3.v.l., Obfrau Elternverein Martin Boos Schule), Landesrat Michael Lindner (Mitte), Stefanie Thurnher (vorne, 5.v.l., Obfrau Elternverein Michael Reitter Schule), Irene Mühlbach (hinten, 3.v.r., Direktorin der Michael Reitter Landesschule). (Foto: Tips/af)
Die Elternvereine der Michael Reitter Schule und der Martin Boos Schule bringen eine Petition an den OÖ Landtag ein. Landesrat Michael Lindner (SPÖ) unterstützt die Forderung nach mehr finanziellen Mitteln für die beiden Schulen. Am Bild: Betroffene Eltern, Gundula Schachtner (vorne, 3.v.l., Obfrau Elternverein Martin Boos Schule), Landesrat Michael Lindner (Mitte), Stefanie Thurnher (vorne, 5.v.l., Obfrau Elternverein Michael Reitter Schule), Irene Mühlbach (hinten, 3.v.r., Direktorin der Michael Reitter Landesschule). (Foto: Tips/af)

Konkret geht es um mehr Pädagoginnenstunden für die Sonderschulen und Integrationsklassen. Die angekündigten Studenkürzungen würden in der Michael Reitter Schule bedeuten, dass es keinen bilingualen Unterricht für hörbeeinträchtigte Kinder gibt, auch in der Martin Boos Schule wären die Folgen schwerwiegend. So gibt es dort Kinder, die Einzelbegleitung benötigen, fällt diese weg, bestehe die Gefahr von Selbst- und Fremdverletzungen, berichtet der Elternverein. Eine Einzelbetreuung gäbe es laut Schulbehörde nicht mehr, die Schule muss diese also selbst beschaffen, was die verfügbaren Lehrerstunden weiter verkürzt.

Den Zuständigen ist die Situation bekannt - nach einem Brief der Lehrergewerkschaft an die Bildungsdirektion OÖ hat der Bund zusätzliche Mittel angekündigt. Zuletzt hieß es seitens der Bildungsdirektion OÖ auf Nachfrage, dass genaue Ressourcenzuteilung an den Schulstandorten noch nicht endgültig sei.

Mehr Assistenzstunden laut Eltern keine angemessene Lösung

„In der Martin Boos Schule gibt es vier Volkschulintegrationsklassen und sieben Klassen für Schüler mit erhöhtem Förderbedarf sowie eine AVL-Klasse (Arbeitsvorbereitender Lehrgang). Insgesamt werden 122 Kinder unterrichtet. Im kommenden Schuljahr gibt es aufgrund des gestiegenen Bedarfs zwei weitere Sonderschulklassen. Rechnet man diese hinzu, fehlen für das kommendes Schuljahr 112 Lehrerstunden. Sieben zusätzliche Wochenstunden seien mittlerweile zugesichert worden, mit dem Paket des Bundes seien noch etwa 20-30 Wochenstunden mehr zu erwarten, so der Elternverein in seiner Petition, und weiter: „Danach fehlen jedoch noch immer 75-80 Lehrer-Wochenstunden um auf dem bisherigen Niveau arbeiten zu können. Laut Bildungsdirektion wird mit Assistenzstunden versucht zu kompensieren. Diese haben jedoch einen grundsätzlich anderen Kompetenz- und Aufgabenbereich. Außerdem werden die Assistenten im Krankheitsfall nicht suppliert – was insbesondere in Zeiten von hohen Krankenständen – zu einer großen Not führt.“

Zwei Petitionen werden dem OÖ Landtag übergeben

Auch in der Michael Reitter Schule seien die beantragten Lehrerstunden für das kommende Schuljahr weit unterschritten worden. Ein bilingualer Unterricht – eine Lehrperson spricht, eine zweite gebärdet – sei so nicht möglich. Dieser sei jedoch unerlässlich. Sollte dieser aufgrund von Personalmangel nicht angeboten werden können, fordert der Elternverein in seiner Petition an den OÖ. Landtag einen Ausgleich über den Einsatz von Gebärdensprachen-Dolmetschern ein.

Was beide Elternvereine neben mehr finanziellen Mitteln fordern: der OÖ. Landtag solle sich dafür einsetzen, dass die Deckelung des sonderpädagogischen Förderbedarfs bei 2,7 Prozent aufgehoben wird und sich nach dem tatsächlichen Bedarf richtet, der, wie berichtet, weitaus höher liegt (5,8 Prozent im Schuljahr 2021/2022).

Mehr lesen: Mehr Sonderschüler, weniger Stunden: Elternvereine schlagen Alarm

Landesrat Lindner unterstützt Petition

Landesrat Michael Lindner (SPÖ) unterstützt die Petition ausdrücklich, wie er sagt: „Ich bin als Kinderlandesrat auch für Kinderrechte zuständig, und es gibt ein Recht auf Bildung für alle Kinder in unserem Land. Deswegen ist es erschütternd zu hören, dass wir gerade in diesen beiden speziell ausgerichteten Schulen offenbar viel zu wenig Stundenressourcen haben, um adäquat unterrichten zu können. Es geht um Landesschulen, deswegen sehe ich schon das Land in der Verantwortung, diese zusätzlichen Ressourcen zusätzlich zum Bund zu schaffen. Wir haben es selbst in der Hand.“


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