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MAUTHAUSEN. Im letzten Jahr kamen rund 10.000 Besucher zu der Gedenk- und Befreiungsfeier in die Gedenkstätte Mauthausen. Heuer wird am 5. Mai eine ähnliche Anzahl an Besuchern erwartet.

Foto: Sebastian Philipp/MKÖ
Foto: Sebastian Philipp/MKÖ

Seit 2006 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema, das zur Geschichte des KZ-Mauthausen beziehungsweise zur NS-Vergangenheit Österreichs in Beziehung steht. Die diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeiern widmen sich dem Thema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Die Nummer nahm die Menschenwürde

Mit der namentlichen Erfassung der Häftlinge im Konzentrationslager Mauthausen erfolgte die Zuteilung der Nummern. Nachdem die Häftlinge ihre Nummer erhalten hatten, waren sie von da nur mehr eine „Nummer“. Der eigene Name existierte nicht mehr. Die Häftlinge durften sich nur mehr mit ihrer Nummer melden und wurden auch nur mehr mit dieser gerufen. Um nicht getötet zu werden, war es notwendig, die Nummer und andere Befehle auf Deutsch zu können. An einem Ort, an dem mehr als 90 Prozent der Häftlinge Deutsch nicht als Muttersprache hatten. Der Entzug von Menschenwürde, Individualität und Persönlichkeit fand hier aber weder sein Ende noch war es der Anfang. Sämtliche Kleider und persönlichen Erinnerungsstücke wurden abgenommen. Weltweit findet auch heute Entindividualisierung und Entsolidarisierung statt, und „Identität“ ist wieder Thema. Rechtsextreme Gruppierungen verschleiern Rassismus und Rechtsextremismus unter dem Deckmantel der Wahrung der eigenen Identität. Gleichzeitig nehmen diese Gruppierungen aber anderen Menschen ihre Identitäten – ihre Individualität weg. Sie kategorisieren sie in die Gruppe der „Anderen“. Gruppen, die durch Nationalitäten, Religionen, Sexualität oder Minderheiten bestimmt werden. Die „Anderen“ werden als Bedrohung und nicht gleichwertig dargestellt. Eines dieser Feindbilder ist die Gruppe der Flüchtlinge – kategorisiert, sogar teilweise nummeriert, stigmatisiert – und jene, die helfen, werden als „Gutmenschen“ denunziert. Nun ist es die Aufgabe, dass Menschen nie wieder Nummern werden und immer Mensch bleiben.

90 Veranstaltungen mit 45.000 Besuchern

Neben der Befreiungsfeier in Mauthausen gibt es jedes Jahr eine Vielzahl von Gedenkveranstaltungen an Orten ehemaliger Außenlager des KZ-Mauthausen und anderen Orten nationalsozialistischen Terrors. In Summe fanden im Jahr 2018 mehr als 90 Gedenkveranstaltungen österreichweit statt. Diese wurden von über 48.000 Menschen besucht. Es wird damit ein beeindruckendes Zeichen für ein „Niemals wieder“ gesetzt. Die Gedenk- und Befreiungsfeier beginnt um 11 Uhr. Davor gibt es schon Kundgebungen, einen Ökumenischen Wortgottesdienst und die internationale Jugendgedenkfeier. Das genaue Programm gibt es unter www.mkoe.at


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