Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit: Großes Dankfest für "die ausgesuchte Handvoll"
MELK. „Wenn es die Freiwilligen nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Ich glaube nicht, dass Niederösterreich das bewältigt hätte, hätten nicht so viele Ehrenamtliche so viele Stunden geleistet“, sprach Gerlinde Oberbauer von der Integrationshilfe Waidhofen/Thaya beim Dankfest eine wichtige Tatsache an. Bei der Veranstaltung am 17. Juni im Stift Melk standen die Freiwilligen und ihr Engagement in der Flüchtlingsarbeit im Mittelpunkt.

Asylwerber, Asylberechtigte sowie Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit folgten der Einladung der Caritas sowie der Diözese St. Pölten, um gemeinsam im Stift Melk einen Tag ganz im Zeichen der Stärkung, der Begegnung und vor allem des Dankes für die engagierte Flüchtlingsarbeit in der Diözese St. Pölten zu feiern.
Ein erster wertvoller Austausch erfolgte im Zuge von zehn Workshops, die wichtige Themen von Arbeit, Bildung über Mobilität und Wohnen bis hin zu Kultur und Werte oder der Psychischen Gesundheit umfassten. Was im Zuge der Präsentation der Workshopergebnisse immer wieder betont wurde, dass die Initiative zumeist von einigen wenigen ausgehe, diese Arbeit lebt davon, „dass eine ausgesuchte Handvoll das Thema aktiv behandeln“, oft vermisse man mehr Engagement von den Bürgermeistern, den Gemeinden und der Kirche.
Der vielzitierte Amtsschimmel erschwere zudem den gesamten Prozess, auch die leichtere Berufsanerkennung und damit auch die Anerkennung der mitgebrachten Qualifikationen der Flüchtlinge wäre ein weiterer erstrebenswerter Schritt. Bis ein positiver oder negativer Asylbescheid ins Haus flattert, verstreiche oft viel Zeit, die Ungewissheit sei belastend, berichten Betroffene. Sie würden sich regelrecht an die Rückmeldung der Behörden klammern.
„Bald wechseln wir in den Dialekt“
Ebenso stand die Präsentation von gelungenen Praxisbeispielen im Fokus. „Wir haben begonnen, mit Händen und Füßen zu sprechen, bald können wir in den Dialekt wechseln“, heißt es zum Beispiel von einer Initiative. Die Flüchtlinge hätten ein Recht darauf unsere Werte kennenzulernen, im Gegenzug können sie gerne auch von ihren Werten erzählen, im Sinne eines Austausches auf Augenhöhe, berichtet man beispielsweise aus der Arbeitsgruppe „Kultur und Werte“.
Und auch Lachen ist trotz der vielfach ernsten Themen erlaubt, „Humor ist der Knopf, damit der Kragen nicht platzt“, meinte Moderator Michael Koch (ORF NÖ) schmunzelnd. Für lustige Momente sorgte der Kabarettist Georg Bauernfeind in Melk, der sich ebenfalls schon seit vielen Jahren in der Flüchtlingsarbeit engagiert.
Danke an Ehrenamtliche
„Beeindruckt“ zeigte sich Diözesanbischof Klaus Küng vom Engagement so vieler Freiwilliger in den Pfarren. Ehrenamt sei „praktizierte Nächstenliebe“, der St. Pöltner Caritasdirektor Hannes Ziselsberger lobte das vielfältige Engagement der zahlreichen Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit. Dennoch sei weiterhin Geduld gefragt, denn dieser letzte entscheidende Schritt, das „Miteinander leben“, zähle sicherlich zu den Schwierigsten. Ebenso zog Pater Martin Rotheneder vor den Freiwilligen den Hut: „Meinen größten Respekt vor so viel Nächstenliebe. Ihr vermehrt die Liebe in unserer Welt!“
Mit dem Segnungsakt sowie dem abschließendem kulturellem Rahmenprogramm endete das Dankfest, das die gekommenen Ehrenamtliche in ihrem Tun bestärkte „und vielleicht gelingt es ja auch anderen Menschen Mut zu machen, damit sie ihre Ansätze überdenken und zu euren Verbündeten werden“, wie Moderator Michael Koch meinte.


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