Ehemalige Molkerei weicht einem Wohnprojekt

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Bürgermeister Martin Leonhardsberger (links) und Vizebürgermeister Franz Kaufmann (beide ÖVP) präsentierten heute das Nachnutzungsprojekt auf dem Molkerei-Gelände. Foto: Hebe
Philipp Hebenstreit, Leserartikel, 19.12.2017 13:30 Uhr

MANK. Im Osten der Gemeinde entsteht ein neuer Stadtteil. Denn auf dem ehemaligen Molkerei-Gelände wird gemeinsam mit der Wohnbaugenossenschaft GEDESAG ein „zukunftsträchtiges Stadtentwicklungsprojekt“ umgesetzt. Die darauf befindliche Biogasanlage wird zur großen Freude der Bevölkerung abgerissen.

In der Kleinstadt wird ein Großprojekt angegangen. Denn das Molkereigelände ist seit der Vorwoche in Gemeindebesitz und wird zu einem Wohnprojekt gemacht. Bürgermeister Martin Leonhardsberger (ÖVP) dazu: „Durch die aktive Entwicklung des Ortes steigt die Einwohnerzahl konstant. Wenn die Entwicklung so weitergeht, dann haben wir weiterhin einen großen Bedarf an Bauland und Wohnungen.“ Um dem Rechnung zu tragen, wird auf dem Molkereigelände ein verdichteter Wohnbau umgesetzt. Im vorderen Bereich, also entlang der Bundesstraße, soll es die Möglichkeit geben, Firmen und Geschäfte unterzubringen. Dahinter ist Platz für Wohnungen. Die Grobplanungen dafür laufen nun an. „Es soll ein innovativer, zukunftsträchtiger Stadtteil werden“, führt Leonhardsberger weiter aus.

Biogasanlage-Ende im April 2018

Die Stadt hat dazu vor wenigen Tagen von Franz Zöchbauer das 2,4 Hektar große Molkerei-Areal gekauft. Die darauf befindliche Biogas-Anlage von Zöchbauer muss bis spätestens Mitte April 2018 stillgelegt, das Güllebecken bis Juli 2019 geleert und die gesamte Anlage bis Juli 2020 abgerissen sein. „Das haben wir im Kaufvertrag so vereinbart, die Zahlung an Zöchbauer erfolgt in Raten und ist an diese drei Punkte gebunden“, informiert Leonhardsberger. Damit wird auch ein wichtiges Anliegen der Manker Bürger gelöst: Die Biogas-Anlage mitten in der Stadt ist spätestens 2020 Geschichte, die massive Geruchsbelästigung erledigt. Aus heutiger Sicht werden alle Bauwerke der alten Molkerei abgerissen. „Vielleicht wird das ehemalige Verwaltungsgebäude genützt, aber das werden die Planungen erst zeigen“, ergänzt der Ortschef. Weiters hat sich die Stadt eine Grünfläche im Ausmaß eines Hektars zwischen der ehemaligen Molkerei und dem Beserlpark gesichert. Somit kann einerseits ein Grüngürtel Richtung Zettelbach angelegt werden, andererseits besteht die Möglichkeit einer Erweiterung des Beserlparks.

Bürgermeister Leonhardsberger: „Ein Gewinn“

Über den Kaufpreis wurde zwischen den beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart. Leonhardsberger versichert aber: „Es ist ein finanzieller Gewinn, denn die Stadt lukriert durch die Umwidmung von Bauland Betriebsgebiet auf Bauland Kerngebiet und in weiterer Folge durch den Verkauf an die GEDESAG einen Widmungsgewinn.“ Sein Fazit: „Es ist zwar auf den ersten Blick teurer als auf der grünen Wiese zu bauen, aber auf lange Sicht ein finanzieller Gewinn, der außerdem das Anliegen Biogas und Molkerei löst. Außerdem schont es Flächen und es wird die bestehende Infrastruktur genutzt.“  

Baustart erst in elf Jahren

Baubeginn für das noch zu planende Projekt ist frühestens 2028. „Es ist eine langfristige Sache, weil wir am alten Sportplatz noch unterwegs sind“, erklärt Leonhardsberger die lange Zeitspanne. Denn am ehemaligen Fußballplatz werden momentan, ebenfalls von der GEDESAG, viele Wohnungen errichtet. „In den nächsten zehn Jahren entstehen im Auftrag der GEDESAG auf Gemeindegebiet noch 104 Wohnungen und 28 Doppelhäuser“, so der Bürgermeister. Erst danach geht es am Molkerei-Areal weiter. Welche Geschäfte oder Unternehmen sich dort ansiedeln, ist in Anbetracht der langen Vorlaufzeit noch ungewiss. „Da werden wir in den nächsten zehn Jahren schauen, welche Anforderungen es gibt.“  Wichtig sei laut Leonhardsberger jedoch: „Es soll ein durchdachtes Gesamtkonzept sein und kein Fleckerlteppich.“  2024 soll die Planung, in Abstimmung zwischen Stadt und GEDESAG, abgeschlossen sein.

Raumplaner: „Vorbild-Projekt“

Herbert Schedlmayer, seines Zeichens langjähriger Raumplaner von Mank, ergänzte per E-Mail-Statement: „Mit diesem Projekt kann jedenfalls ein Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung gesetzt werden, welches Vorbild auch für andere Gemeinden sein sollte.“

Historie zur Molkerei

Die Molkerei wurde 1906 von der „Landwirtschaftlichen Genossenschaft mit Molkereibetrieb“ errichtet und bis 1997 von drei verschiedenen Gesellschaftern (Land. Genossenschaft mit Molkereibetrieb, Molkereigenossenschaft Mank und NÖM AG) betrieben. 1999 kaufte Jakob Hraschan die Molkerei, 2003 ging sie in den Besitz von Franz Zöchbauer über. Seit Mitte Dezember ist die Stadtgemeinde Mank Eigentümerin der Liegenschaft.



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