Wirt suchte Bauer und fand ihn in Texingtal
NÖ. „Wirt sucht Bauer“ – klingt wie eine Doku-Soap, hat für den heimischen Markt aber eine enorme Bedeutung. Damit sich Wirt und Bauer leichter finden, versammelten die Initiativen „Niederösterreichische Wirtshauskultur“ und „So schmeckt Niederösterreich“ in Texingtal rund 200 Gast- und Landwirte aus ganz Niederösterreich. Geschäftsbeziehungen für noch mehr regionale Lebensmittel in der heimischen Gastronomie galt es aufzubauen und zu verstärken.

Reges Treiben herrschte heute im, wie der zweite Landtagspräsident und VP-Bürgermeister Gerhard Karner sagte, „wunderschönen Texingtal“. Unter dem Titel „Feinkostladen Niederösterreich: Innovative Gast- und Landwirte an einem Tisch“, machten sich Wirte auf die Suche nach Bauern und Bauern auf die Suche nach Wirten. Ziel des Vernetzungstreffen: Mehr regionale Produkte auf den Tellern in den Gaststuben. Bevor es zum großen Aufeinandertreffen der Gast- und Landwirte kam, sprach unter anderem der Schladminger Hannes Royer, Vereinsobmann von „Land schafft Leben“ zu den Vernetzungswilligen. Kurzweilig und eindringlich machte der Bergbauer auf die entscheidende Rolle, die den Konsumenten obliegt, aufmerksam. Sie seien es, so Royer, die Produktionsaufträge vergeben und Konzerne steuern. Er versucht mit seinem Verein, die Menschen über die Lebensmittelproduktion aufzuklären, damit dann vor den Supermarktvitrinen und Speisekarten bewusstere Entscheidungen getroffen werden können. „Wenn wir nur das Billigste kaufen, dann haben wir keine Chance. Wir können es nicht über die Masse schaffen, nur über Qualität“, machte Royer aufmerksam.
„Gäste erwarten sich Qualität und Regionalität“, betonte die ebenso in Texingtal anwesende VP-Landesrätin Petra Bohuslav. Davon überzeugt gab sich auch VP-Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf, der unterstrich, dass durch die Kooperation in der Land- als auch in der Gastwirtschaft neue Ideen entstehen würden.
Der Großteil der Bevölkerung in Österreich versteht unter Regionalität, dass Produkte aus der unmittelbaren Umgebung (72 Prozent) oder dem Bundesland, in dem sie leben (59 Prozent) kommen. Die Stärkung der heimischen Landwirtschaft sowie die kurzen Transportwege zählen laut Motivanalyse der AMA zu den wesentlichsten Kaufentscheidungen. „Wir legen größten Wert auf die Förderung regionaler Kreisläufe und unterstützen auch die heimische Landwirtschaft. Unsere Wirte kaufen verstärkt regional ein und arbeiten eng mit heimischen Produzenten zusammen. Mit dem 'Feinkostladen Niederösterreich' gewinnt der Begriff Regionalität zukünftig noch mehr Bedeutung“, so Harald Pollak, Obmann der Niederösterreichischen Wirtshauskultur.
Dass der Brückenschlag zwischen Produzenten und Gastronomen bereits weit fortgeschritten ist, ist auch dem Kooperationspartner „So schmeckt Niederösterreich“ zu verdanken. „Wir sind von dem Gemeinschaftsprojekt vollends überzeugt. Eine verstärkte Zusammenarbeit kommt nicht zuletzt den Gästen zu Gute, da diese von der nachvollziehbaren Produktion und der hervorragenden Qualität der Lebensmittel profitieren“, betonte Christina Mutenthaler von „So schmeckt Niederösterreich.


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