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Drei Kandidaten stellen sich am 22. April der Wahl zum Bürgermeister

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 14.02.2018 18:00

MICHELDORF IN OÖ. Micheldorf. Nach dem überraschenden Rücktritt von Micheldorf Langzeitbürgermeister Ewald Lindinger (SPÖ) wählen die Gemeindebürger am 22. April ihren neuen Bürgermeister.

  1 / 3   Der 45-jährige Horst Hufnagl (SPÖ) will bei einem Wahlsieg zu einhundert Prozent Bürgermeister sein. Foto: K. Mitterhauser

Drei Kandidaten treten bei der Wahl zum neuen Bürgermeister von Micheldorf an: Horst Hufnagl von der SPÖ, Gerhard Weinberger von der ÖVP und Patrik Reiter von der FPÖ. Bis zur Wahl im April hat Vizebürgermeister Horst Hufnagl die Tätigkeiten von Lindinger übernommen.

Vizebürgermeister geht für die SPÖ ins Rennen

Horst Hufnagl tritt für die SPÖ zur Wahl des Bürgermeisters an. Der 45-Jährige ist zweifacher Familienvater aus der Krems. In seiner Freizeit sucht Hufnagl Enstpannung beim Jagen, Fischen und Wandern. Seine Familie unterstütz ihn voll und ganz bei seiner Kandidatur. „Ich freue mich über die Nominierung und möchte die Wahl natürlich gewinnen“, so Hufnagl. „Ich trete an um die gute Entwicklung der Gemeinde weiter zu führen. Es gilt, Micheldorf, gemeinsam mit seinen Bewohnerinnen und Bewohnern weiter zukunftsfit zu machen. Ich lade daher alle Micheldorfer und Micheldorferinnen ein, dabei mit mir ein Stück des Weges zu gehen. Nur miteinander können wir dieses Ziel erreichen“, erklärt Hufnagl weiter.

Bei Wahlsieg hauptberuflich Bürgermeister

Seine derzeitige berufliche Tätigkeit in der Aluminiumbranche möchte er bei einem Wahlsieg beenden, um sich zu einhundert Prozent auf das Amt des Bürgermeisters konzentrieren zu können.Im Gemeinderat ist der 45-Jährige bereits seit 15 Jahren aktiv und kümmert sich um das Ressort Straßen- und Bauausschuss, welches er auch als Bürgermeister weiter betreuen würde. „Mit Demut und Respekt gehe ich an diese Aufgabe heran. Ich werde mein Ohr aber vor allem bei den Menschen haben, denn diese stehen für mich im Mittelpunkt und auf sie kommt es in erster Linie an. Das praktische Leben für die Micheldorferinnen und Micheldorfer, soweit es im Einfluss der Gemeindepolitik steht, stets ein Stückchen besser zu machen, ist mein Anspruch“, skizziert Hufnagl sein Amtsverständnis.

Grüne unterstützen Hufnagl

Die Grünen stellen bei dieser Wahl keinen eigenen Kandidaten auf. Sie wollen stattdessen Horst Hufnagl unterstützen. Als Grund dafür nannte die Fraktionsobfrau der Grünen Micheldorf Petra Spiessberger, dass es unrealistisch sei, dass die Grünen den Bürgermeister in Micheldorf stellen und sie wollen so auch eine Stichwahl zwischen zwei Kandidaten verhindern. Weiters sagte Spiessberger: „Die Unterstützung von Horst Hufnagl ist die einzig sinnvolle Methode, um in Micheldorf einen politischen Stillstand zu verhindern. Auch die Grünen-Wählerinnen und Wähler sind aufgerufen Hufnagl zu wählen.“

ÖVP nominiert Weinberger als Kandidaten

ÖVP-Vizebürgermeister Alfred Hinterwirth tritt nicht bei der Wahl des Bürgermeisters an. Er hat bereits seinen Rücktritt als jetziger Vizebürgermeister bekannt gegeben. Deshalb wurde in einer Gemeinderatssitzung vor Kurzem Gerhard Weinberger zum neuen Vizebürgermeister gewählt. Er ist der ÖVP-Kandidat für die Bürgermeisterwahl. Seinem Lebensmotto entsprechend „Nicht Jammern – sich der Aufgabe stellen und anpacken“ wird Weinberger den Wahlkampf führen. Der 45-Jährige ist seit seiner Jugend in Dienste der Allgemeinheit tätig, sei es als Obmann der Landjugend, als Bauerbundobmann oder stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Altpernstein. Aus diesem Grund hat Weinberger sich entschlossen bei gewonnener Wahl für alle Micheldorfer Bürger da zu sein.

Landtagsabgeordneter Dörfel erfreut

Erfreut zeigt sich der Landtagsabgeordnete der ÖVP Christian Dörfel über diese Kandidatur: „Gerhard Weinberger ist genau die starke Kraft für Micheldorf, die der Ort nun braucht. Er ist bodenständig und ein Mann der anpackt – auf ihn können sich die Bürgerinnen und Bürger zu einhundert Prozent verlassen.“

Für die FPÖ tritt Patrik Reiter an

Der 30-jährige Patrik Reiter von der FPÖ kandidiert ebenfalls für das Amt des Bürgermeisters. Reiter will sich im Falle eines Wahlsieges besonders für den Erhalt der Lebensqualität in seinem Heimatort einsetzen: „Die Burg Altpernstein muss gerettet und die Möglichkeit einer öffentlichen Nutzung sichergestellt werden. Die Belebung des Ortskerns muss durch angemessene Rahmenbedingungen bestmöglich forciert werden. Es ist mir ein großes Anliegen im Sinne der Nachhaltigkeit, einem Verlust von Naturlandschaften auf Kosten nachfolgender Generationen entgegenzuwirken. Zu einem lebenswerten Ort trägt nicht zuletzt ein breit gefächertes, aufblühendes Vereinswesen bei, das ich nach allen Möglichkeiten unterstützen möchte.“

„Entscheidung ist gegen meinen Willen gefallen“

Bei einer Ortsgruppenversammlung der FPÖ wurde mehrheitlich beschlossen, Patrik Reiter ins Rennen um das Bürgermeisteramt zu schicken. Micheldorfs Vizebürgermeister Christian Hartwagner (FPÖ) zeigt sich davon nicht begeistert. „Diese Entscheidung ist ausdrücklich gegen meinen Willen gefallen“, so Hartwagner, der den Kandidaten für zu jung hält: „Ich hätte vorgehabt, ihn langsam und behutsam aufzubauen.“ Der 52-jährige Vizebürgermeister kündigt an: „Ich werde mich in keinster Weise am Wahlkampf beteiligen und künftig nicht mehr als Ortsparteiobmann zur Verfügung stehen.“

FPÖ-Bezirksparteiobmann Gruber sieht die Nominierung als demokratischen Prozess

FPÖ-Bezirksparteiobmann Landtagsabgeordneter Michael Gruber nimmt die eigenständige Entscheidung der Ortsgruppe zur Kenntnis: „Die Nominierung ist ein demokratischer Prozess, dem Befindlichkeiten einzelner Akteure hintangestellt werden müssen. Patrik ist ein Kandidat, der trotz seines jungen Alters bereits jahrelange Erfahrung in der Gemeindepolitik gesammelt hat und sehr fortschrittlich denkt.“ Gruber versteht die Enttäuschung des Vizebürgermeisters, doch „wir als Gesinnungsfreunde sitzen im selben Boot und ihm müsste als langjährigem Funktionär bewusst sein, dass man sich seiner Verantwortung gegenüber der eigenen Parteibasis nicht entziehen kann.“


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