Tips-Serie "Schlaue Bauern": "Direktvermarktung hat unser Selbstwertgefühl gesteigert"
MITTERKIRCHEN. Die Direktvermarktung hat als Weiterentwicklung der bäuerlichen Selbstversorgung Tradition. Aber auch immer mehr Konsumenten suchen den persönlichen Kontakt zum Produzenten. Aufgrund der steigenden Nachfrage haben sich auch die Heimls entschieden, einen Teil ihrer Ware den Kunden direkt ab Hof anzubieten.

„Die Leute wollen immer mehr wissen, wo die Ware herkommt. Wir hätten gar nicht gedacht, wie groß die Nachfrage ist“, erzählen Renate und Karl Heiml. Seit einigen Monaten nehmen sie deshalb einen Teil ihrer Schweine, die sie an den Schlachthof liefern, zurück und arbeiten dieses Fleisch selbst auf. Bei der Information der Konsumenten über die Wichtigkeit des regionalen Einkaufens ist den Landwirten aufgefallen, dass viele Leute nachfragen: Wo bekommen wir das denn?
Rund 115 Betriebe setzen auf Direktvermarktung
Im Bezirk gibt es inzwischen rund 115 Direktvermarkter, davon verkaufen etwa 90 Betriebe ihre Produkte am eigenen Hof, der Rest ist regelmäßig auf Märkten vertreten. Viele nutzen auch die Möglichkeit, ihre Waren bei anderen Nahversorgern oder Hofläden anzubieten.
Bei Familie Heiml aus Mitterkirchen kann man alle drei Wochen das Schweinefleisch direkt am Hof kaufen. Die Kunden bekommen per E-Mail oder Whatsapp eine Bestellliste zugeschickt und können dann einige Tage vorher ihre gewünschte Ware reservieren. Entsprechend der Nachfrage wird von Karl und Renate Heiml dann entschieden, wie viele Schweine vom Schlachthof zurückgenommen und selbst vermarktet werden. Zuerst waren es Bekannte und Bekannte von Verwandten, doch inzwischen hat sich das Angebot herumgesprochen. „Es freut uns, dass es so gut bei den Leuten ankommt. Das steigert das Selbstwertgefühl, wenn man hört, dass man jemanden wieder zum Fleischessen gebracht hat“, so Renate und Karl Heiml ganz begeistert.
Obwohl der Schweinepreis derzeit wieder ganz gut ist, gibt es der Familie auch eine gewisse Sicherheit, dass man nicht mehr ganz so abhängig ist. „Man produziert gute Sachen und dann soll es auch eine gewisse Wertschätzung dafür geben“, so der 45-jährige Landwirt. Leider habe er in der Vergangenheit diese oft vermisst und deshalb würden sich auch viele Bauern immer öfter fragen, wofür sie das tun. „Jetzt bekommen wir nicht den Preis, der von irgendwem bestimmt wird, sondern den, den wir selbst bestimmen, und die Leute sind damit mehr als zufrieden.“ Aufgrund der schwierigen Lage am Markt suchen viele Landwirte nach einer für sie passenden Lösung für die Zukunft. Familie Heiml hat eine gefunden, die auch nachhaltig passen könnte. Immerhin möchte der heute 13-jährige Sohn den Betrieb später einmal übernehmen.
„Bei uns ist nur drin, was wir selbst auch mögen“
„Wir sind noch in der Testphase, aber es bekommt schon alles eine Eigendynamik. Wir möchten uns auf jeden Fall noch weiterbilden“, so die Heimls euphorisch. Die Wurstprodukte werden jedenfalls so angefertigt, wie sie der Familie auch selbst schmecken. „Bei uns ist nur Fleisch drin und nichts, was wir selbst nicht mögen“, so die 43-Jährige, „am meisten freut es mich, wenn ich dann von den Kunden Fotos bekomme von den fertigen Gerichten.“
Und hier gibt's den Kontakt:
Renate und Karl Heiml
Weisching 13, Mitterkirchen
Tel. 07269/8256
Mobil: 0699/18746110, 0699/18746109
E-Mail: heiml.karl@aon.at
Bestelllisten werden alle drei Wochen per E-Mail oder Whatsapp verschickt!


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25.08.2016 19:27
Direktvermarktung
Tolle Idee