Münzkirchner Ultraläufer schafft es mit Bürostuhl ins Guinnessbuch der Rekorde
MÜNZKIRCHEN. Günter Dieplinger aus Münzkirchen bestritt vor Kurzem einen ganz besonderen Lauf. Beim Luxemburg Marathon ging er mit einem Bürostuhl an den Start. Was hinter diesem besonderen Lauf steckt und warum er immer wieder ärgste Strapazen als Ultraläufer auf sich nimmt, erzählt der sportliche Münzkirchner im Tips-Interview.

Tips: Was ist ein Ultraläufer und seit wann machen Sie diese besonderen Läufe?
Günter Dieplinger: Ein Ultraläufer läuft Distanzen über den Marathon hinaus, wie sechs, zwölf und 24-Stundenläufe. Mein längster Lauf war bis jetzt das Race across Burgenland über 218 Kilometer. Ich mache das seit 2007.
Tips: Warum nimmt man die Strapazen eines Ultralaufes auf sich?
Dieplinger: Ich bin gerne in der freien Natur. Mir macht es Spaß, ich suche die Herausforderung und möchte an die körperlichen Grenzen gehen. Noch dazu stehen Ultraläufe oft unter einem Benefizgedanken und man lernt viele nette, auch manchmal etwas schräge Leute kennen.
Tips: Was war Ihr schönstes oder originellstes Lauferlebnis?
Dieplinger: Luxemburg gehört sicher dazu. Das war das originellste, was ich bisher gemacht habe. Dazu gehört auch das Race across Burgenland über 218 Kilometer, wo vom nördlichsten Ort zum südlichsten im Burgenland gelaufen wird. Und der Spartathlon in Griechenland.
Tips: Warum sind Sie für den Bürosessel-Lauf ausgewählt worden?
Dieplinger: Ich laufe öfters für die gute Sache, verkleidet als Clown, um Spenden zu sammeln. Also wurde vom Veranstalter bei Dietmar Mücke, der solche Spendenaktionen meist organisiert, gefragt, ob das jemand machen kann, und ich habe mich gleich dazu bereit erklärt. Dass das so groß aufgezogen wurde, hatte ich im Vorfeld nicht gewusst. Erst in Luxemburg habe ich erfahren, dass es Radio- und Fernsehinterviews gibt und mich zwei Kameraleute mit dem Rad begleiten werden. Außerdem wurde ein Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde gemacht.
Tips: Gibt es einen Lauf, den Sie in Ihrem Leben noch unbedingt absolvieren möchten und warum?
Dieplinger: Den Spartathlon in Griechenland über 246 Kilometer und 3000 Höhenmeter, den ich vor zwei Jahren vorzeitig abbrechen musste.
Tips: Was steht als Nächstes auf Ihrem Laufkalender?
Dieplinger: Am 3. Juli nimmt mein Verein ClubLaufRad Sauwald mit einer Megastaffel am 24-Stunden-Lauf in Irdning teil, ich werde beim 24-Stunden-Lauf im Einzel starten und im August beim Berliner Mauerweglauf über 100 Meilen. Dort wird entlang der damaligen Berliner Mauer gelaufen.
Tips: Wie bereiten Sie sich auf einen Ultralauf vor?
Dieplinger: Durch intensives Lauftraining. Trainingsläufe über 40 bis 60 Kilometer. Wochenkilometer so zwischen 150 bis 200 Kilometer in der intensiven Trainingsphase und auch Trainingseinheiten mit dem Rennrad.Der Luxemburg MarathonGünter Dieplinger aus Münzkirchen ging beim zehnten Luxemburg Marathon mit einem Bürostuhl an den Start. Der Marathon-Veranstalter und die Firma Tergon, Hersteller von Bürostühlen, schlossen folgende Vereinbarung: Wenn ein Läufer einen Bürostuhl über die Marathondistanz schiebt, spendet der Hersteller 1000 Euro für Ärzte ohne Grenzen. Erschwerend kam dazu, das alles mit einem Anzug zu laufen. „Mein Ziel war diesen Stuhl bis ins Ziel zu schieben. Es ging ja um 1000 Euro für Ärzte ohne Grenzen. Bei Kilometer 40 sagte ich zu meinen Begleitern, jetzt haben wir es geschafft, denn wenn es sein muss, trage ich den Stuhl die letzten zwei Kilometer bis zum Ziel. Angefeuert von vielen Zusehern legte ich die letzten Meter nach gut 4:40 Stunden mit dem Stuhl zurück. 42,2 Kilometer waren geschafft. Ziel erreicht. Ich war geschafft und glücklich“, erzählt Dieplinger.


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31.08.2015 10:29
Das schaff ich auch!
Wie ulkig! Auf eine solche Idee muss man erstmal kommen. Aber ich bin mir sicher, dass ich das mit meinem Bürostuhl auch schaffen könnte. Ich bin topfit und mein Bürostuhl ist einfach nur super bequem und reagiert blitzschnell. Das werde ich am Montag gleich mal den anderen Bürostuhlakrobaten im Büro vorschlagen!