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NEUKIRCHEN/LOCHEN. Bei einem Spaziergang in Neukirchen fand eine Frau fünf schwer kranke Katzenbabys, die jemand am Waldrand ausgesetzt hatte. Solche Vorkommnisse sind leider kein Einzelfall: Die Pfotenhilfe ist täglich mit neuen Fällen konfrontiert.

Foto: Pfotenhilfe
Foto: Pfotenhilfe

Als eine Frau in Neukirchen mit ihrem Hund einen Spaziergang machte, bot sich ihr am Waldrand ein überraschender, aber bemitleidenswerter Anblick: Fünf ausgesetzte und offensichtlich kranke Katzenbabys kamen ihr entgegen. Die Kätzchen waren stark von einem Katzenschnupfen gezeichnet und hatten vereiterte Augen, weswegen die Finderin die Tiere zum Tierschutzhof Pfotenhilfe brachte. Dort sind solche Ankömmlinge keine Seltenheit. Fast täglich wird der Verein mit ähnlichen Fällen konfrontiert.

Kastrationspflicht einhalten

„Diese Babys sind wieder einmal fünf von unzähligen Opfern der menschlichen Ignoranz gegenüber Tierleid. Wer seine Katzen gesetzeskonform kastrieren lässt, bevor es zu spät ist, verhindert damit viele Probleme. Wer nicht geboren wird, kann nicht leiden und auch nicht ausgesetzt, erschlagen oder wie Abfall entsorgt werden“, ärgert sich Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler über das Leid der Tiere. Auf den Tierschutzhof kommt durch die vielen ausgesetzten Tiere jedes Jahr eine große Belastungswelle zu, da die Versorgung immense Kosten verursacht. Kranke Katzen können nicht vermittelt werden und können oft erst nach einem halben Jahr oder später in ein neues Zuhause. In der bevorstehenden Urlaubszeit sind die Vermittlungen zudem besonders schwierig und gehen gegen null.

Bis zu 15.000 Euro Strafe

Dabei ist ein Verstoß gegen die Katzenkastrationspflicht gemäß Tierschutzgesetz kein Kavaliersdelikt. Im Wiederholungsfall kann die Strafe bis zu 15.000 Euro betragen. Es werde hier allerdings viel zu wenig kontrolliert, bemängelt die Pfotenhilfe. „Nur wenn Nachbarn oder Passanten sich einen Fall anzuzeigen trauen, wird kontrolliert. Aber die meisten Leute, die uns kranke Katzenbabys bringen, wollen nur ungern sagen, wo sie diese gefunden haben und wollen aus Angst, dass sie Schwierigkeiten mit den Tätern bekommen, Anonymität zugesichert bekommen“, berichtet Stadler.


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