Sängerin Katrin Wundsam: „Ich habe mich am Anfang in der Opernwelt fehl am Platz gefühlt“

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Sebastian Wallner Sebastian Wallner, Tips Redaktion, 22.01.2020 19:00 Uhr

NEUSTIFT. Dresden, Helsinki, Antwerpen, Rotterdam..., Opernsängerin Katrin Wundsam ist viel unterwegs. Trotzdem kommt sie immer wieder „zurück zu ihren Wurzeln“, wie sie selbst sagt und wohnt weiterhin in ihrer Heimatgemeinde Neustift.

Dass Wundsam überhaupt zur Oper gekommen ist, verdankt sie ihrem Musiklehrer in der Hauptschule, Otmar Schopf. „Der hat irgendwann zu mir gesagt, dass ich mich in Linz am Bruckner-Konservatorium (heute Anton-Bruckner-Privatuniversität, Anm.) anmelden soll.“ Gesangsunterricht hatte sie zwar schon vorher, „aber Schopf war es, der mir diesen Floh vom professionellen Singen ins Ohr gesetzt hat.“

In Wundsams Elternhaus spielte klassische Musik keine Rolle. Mitunter auch ein Grund, warum sie zuerst was „gscheids“ studiert hat, nämlich Wirtschaft. Der Unterricht am Konservatorium lief nebenbei. „Nach dem Wirtschafts-Abschluss hat mich mein Gesangslehrer vor die Wahl gestellt: Entweder volle Konzentration auf den Gesang oder aufhören.“ Wundsam ging das Wagnis ein. Der Einstieg in die Welt der Oper fiel ihr allerdings nicht leicht. „Ich habe mich am Anfang irrsinnig fehl am Platz gefühlt, musste viel an mir selbst arbeiten, denn die Welt der Oper ist schon eine besondere.“

Die Welt der Oper

„Man ist dort viel mit Leuten unterwegs, die durchaus exzentrisch sein können. Ich nehme mich da nicht aus. Man wird eben so, wenn man auf der Bühne steht und dauernder Kritik ausgesetzt ist. Diese Theaterwelt ist aber nicht die wirkliche Welt. Und dass ich hier am Land wohne, hilft mir irrsinnig dabei das nicht zu vergessen.“

Dass sie als freischaffende Künstlerin viel auf Achse ist, gehöre halt zum Beruf. „Ich bin einerseits froh an so renommierten Häusern wie der Berliner Staatsoper und der Semperoper in Dresden singen zu dürfen, andererseits arbeite ich daran, mehr Engagements in Österreich zu bekommen, um die Reiserei etwas zu reduzieren.“

Familie und Beruf

Denn seit Wundsams Sohn auf der Welt ist, gestaltet sich dieser Reisealltag noch schwieriger. „Oft ist die Organisation mehr Herausforderung als die Rolle selbst. Ich habe ein Riesenglück, dass mich meine Eltern, mein Mann und viele Freundinnen tatkräftig unterstützen. Wer auch immer Zeit hat, der hilft.“

„Hatte ja keine Ahnung“

Noch schwieriger war die Zeit rund um die Geburt selbst. „Als mein Sohn zweieinhalb Monate alt war, bin ich für zwei Monate mit Sack und Pack nach Berlin und habe dort in “Hänsel & Gretel„ an der Staatsoper gesungen. Ich hatte den Vertrag in der Tasche, wollte den natürlich erfüllen und man hat beim ersten Kind einfach keine Ahnung, was eine Geburt für den Körper bedeutet. Das war sicher die härteste Zeit, die ich bis jetzt erlebt habe. Ich hatte zwar auch eine Nanny dabei, aber während der Proben zu stillen und Milch abzupumpen, danach heimzukommen und das Kind zum Schlafen bringen zu müssen, da bin ich an meine Grenzen gestoßen. Nach der Premiere habe ich Rotz und Wasser geheult, weil ich so fertig war.“

In dieser schwierigen Zeit kam Wundsam auch ihr mentales Training zugute. „Auf der Bühne kommen einem Fehler oft gravierender vor, als sie vom Publikum wahrgenommen werden. Natürlich ärgert es mich, wenn ein Ton nicht gestimmt hat, aber ich habe gelernt, mich deswegen nicht selbst fertig zu machen.“

 

 

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