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NIEDERNEUKIRCHEN. Seit einem Schiunfall in St. Johann im Pongau vor vier Jahren sitzt der heute 26-jährige Dominik Perner im Rollstuhl. Die Diagnose: Bruch des sechsten Halswirbels. Ans Aufgeben hat der Niederneukirchner allerdings nie gedacht und holte nun mit dem Österreichischen Nationalteam den vierten Platz bei der Europameisterschaft im Rollstuhl-Rugby.

Foto: Finnish Wheelchairrugby Team/Lauri Jaakkola
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Es ist wohl der Albtraum eines jeden Menschen, nach einem Unfall nicht mehr gehen zu können oder in größerem Maße eingeschränkt zu sein. Vor allem Sportler, die zumeist ohnehin einen größeren Bewegungsdrang verspüren, kann eine solche Diagnose in ein tiefes Loch stürzen. Dominik Perner sieht das aus einem anderen Blickwinkel. „Ich konnte die Folgen meines Unfalls relativ schnell akzeptieren, da ich entgegen der ersten Diagnose nicht zu 100 Prozent auf andere angewiesen bin. Außerdem geht das Leben weiter, ob man nun im Rollstuhl sitzt oder nicht. Ich denke, das ist eine Einstellungssache.“

Vom Schifahren zum Rugby

Zwar ist das Freestyle-Schifahren seit jeher Perners große Leidenschaft gewesen, der Rugbysport ist ihm dennoch nicht fremd. „Ich habe früher schon einmal Rugby gespielt; generell habe ich viele Sportarten ausprobiert. Für mich musste eine Sportart immer mit ein bisschen Aktion verbunden sein“, so Perner, der sich gerade deshalb für Rollstuhlrugby entschieden hat. „Neben Basketball ist das der einzige Sport mit Körperkontakt. Also genau das Richtige für mich.“ Bereits ein Jahr nach dem Unfall stieg der Athlet ins Training ein. Momentan spielt er für die „Danube Steelers“ aus Linz.

Europameisterschaft

Vom 7. bis zum 15. Oktober fanden die Europameisterschaften im Rollstuhlrugby in Pajulahti in Finnland statt, wo Perner mit dem Österreichischen Team den vierten Platz belegte. „Die Mannschaft hat sich im letzten halben Jahr extrem gut entwickelt, was unter anderem unserem neuen Trainer geschuldet ist. Seitdem ist eine extreme Leistungssteigerung zu verzeichen“, so Perner, der es mit seiner Mannschaft gerne aufs Stockerl geschafft hätte, weil vor allem die beiden wichtigsten Spiele um den Finaleinzug und später um den dritten Platz nur hauchdünn verloren gingen. Die nächsten Ziele hat er allerdings bereits voll im Visier.

Sportliche Ziele

Ob beim Swiss Low Point Turnier in der Schweiz (26. bis 28. Oktober) bei der Rugbymania in Tschechien (18. bis 19. November) oder bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften am 10. und 11. November in Amstetten – Perner wird sowohl mit der Nationalmannschaft als auch mit seinem Vereinsteam an allen drei Veranstaltungen an den Start gehen, was einiges an Vorbereitung erfordert. „Neben Kraft- und Ausdauertraining, das jeder individuell für sich absolviert, wird einmal pro Woche mit dem Verein und an jeweils einem Wochenende im Monat mit der Nationalmannschaft trainiert, um dann für den Showdown bestmöglich gerüstet zu sein“, erzählt Perner bereits voll im Wettkampfmodus.

Persönliche Ziele

Um seinen Bewegungsapparat noch weiter zu verbessern, strebt Dominik Perner eine Therapie in einem speziellen Reha-Zentrum in Boston/USA an. „Diese Klinik ist auf Querschnitt spezialisiert und geht völlig neue Wege in der Rehabilitation. Unabhängig davon, dass das Gesundheitssystem in den USA ein völlig anderes ist, habe ich mir zum Ziel gesetzt, dieses Konzept in Österreich zu etablieren.“ 15.000 Euro kostet die dreiwöchige Therapie in Boston, die Perner aus eigener Tasche bezahlen muss und daher auf der Suche nach Sponsoren ist, die ihn bei seinem Vorhaben, weiter an seiner Gesundheit zu arbeiten, unterstützen.


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