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NUSSBACH. Ortsbauernobmann Wolfgang Steinmaßl aus Nußbach macht aus dem Mist seiner Junghennen und aus Bioabfällen Strom und Wärme.

Ortsbauernobmann Wolfgang Steinmaßl, Foto: Egelseder
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Die Familie Steinmaßl betreibt seit 16 Jahren eine Biogasanlage. Aus der Grundidee, Hühnermist zu Strom zu machen, ist ein großer Entsorgungsbetrieb mit 14 Mitarbeitern geworden. Mit fünf eigenen Lkw und zwei von Fremdfirmen wird biologischer Abfall von Gastronomie, Hotelerie und Haushalten, darunter Abfall aus 13 Gemeinden im Bezirk Kirchdorf, angeliefert. Das sind bis zu 80 Tonnen Bioabfall am Tag. Dieser kommt gemeinsam mit dem Geflügelmist des Hofes in Güllegruben. In drei Fermentern mit einem Gärvolumen von 1500 Kubikmetern entsteht bei 40 Grad Celsius unter Luftabschluss Biogas, das 60 Prozent Methan enthält. Daraus wird Strom, Wärme und Biodünger erzeugt.

1000 Haushalte versorgt

Der Strom wird als Ökostrom ins Netz der Energie AG eingespeist und versorgt jährlich rund 1000 Haushalte. Mit der anfallenden Wärme werden eine Hackguttrocknungsanlage betrieben und die beiden Junghennenaufzuchtställe beheizt.

Junghennenaufzucht

Während Wolfgang Steinmaßl gemeinsam mit seinem Vater mit der Biogasanlage beschäftigt ist, kümmert sich seine Frau Martina gemeinsam mit seiner Mutter um die Aufzucht von rund 40.000 Junghennen. Die Eintagsküken aus Kremsmünster kommen in den 30 Grad warmen Stall und bleiben dort in Volierenhaltung 18 Wochen lang. Dann sind sie legereif und übersiedeln in einen Legehennenbetrieb. „Unser Betrieb läuft auf Lohnaufzuchtbasis für die Eiermacher GmbH. Bei diesem Unternehmen sind wir auch Gesellschafter“, berichtet Wolfgang Steinmaßl.

Spezialisierung gefragt

Der 37-Jährige ist seit rund zwei Jahren Ortsbauernobmann von Nußbach. Rund 100 Landwirte gibt es im Ort, darunter finden sich nicht nur klassische Kühe- und Schweinehaltung, sondern auch Hühner, Gänse, Puten, Schafe und Ziegen. „Richtige Vollerwerbsbetriebe werden immer weniger“, so Steinmaßl und rät, „man muss sich auf den Markt einstellen und erkennen, was gebraucht wird. Wenn man sich spezialisiert und innovativ ist, hat man eine Zukunft. Diese hängt jedoch auch immer vom Generationswechsel ab.“

Ökostrom weiter fördern

Der Ortsbauernobmann ist unzufrieden darüber, „dass die Politik es nicht schafft, ein brauchbares Ökostromgesetz zu verhandeln, so wie zum Beispiel in Deutschland. Die Tarife laufen in den nächsten zwei Jahren aus und die momentane politische Lage geht in Richtung Sparen und nicht in Richtung Ökoenergie. Die Politik soll sich zur Ökoenergie bekennen und bewährte Födersysteme nicht wieder zurückfahren“, fordert Steinmaßl.


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