Farthofer: Vom Birnendessertwein zum edlen Getreidebrand

Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 19.03.2019 12:38 Uhr

MOSTVIERTEL/OEHLING. Doris und Josef Farthofer, Erfinder des Birnendessertweines „Mostello“, führen ihre Landwirtschaft seit Beginn als biologischen Betrieb und gehören zu den Edelbrennern unter den Mostbaronen. Im Moment sind sie dem Geheimnis des Whiskys auf der Spur. von REINHARD LEEB

Doris und Josef Farthofer betreiben ihren Mostbaronbetrieb als biologische Landwirtschaft und gehören zu den Edelbrennern unter den Mostbaronen. Den Durchbruch schafften sie 2012 bei der International Wine & Spirit Competition (IWSC) in London in der Kategorie „unflavored 40 %“. Mit seinem O-Vodka gelang dem Edelbrenner aus dem Mostviertel der internationale Durchbruch an die Weltspitze. Erstmals spielte auch ein Produzent aus Österreich bei der Elite der Vodka-Hersteller eine bedeutende Rolle.Die Auszeichnung von Farthofer machte sich auch im Absatz bemerkbar. „Vorher hatten wir 300 Flaschen Vodka pro Jahr verkauft. Mit London gelang der Verkauf von 1000 Flaschen in einer Nacht“, erklärt Doris immer noch fasziniert.

Farthofer international

Inzwischen finden sich Destillate von Farthofer in Top-Feinkostläden wie beim Meinl am Graben oder beim Merkur am hohen Markt in Wien oder im KaDeWe in Berlin oder bei Feinkost Böhm in Stuttgart. Eine junge Kooperation mit Klaus Leopold, der ursprünglich aus Weistrach stammt, hat den gemeinsam erarbeiteten „Sloe Gin“ nun bis nach Singapore getragen. Alle diese Entwicklungen haben im Kleinen begonnen und es wurde auf ein langsames Wachstum Wert gelegt.

Der Mostello

Eine Besonderheit von Farthofer ist sein „Mostello“. Dabei handelt es sich um einen Birnenwein, der wie ein Portwein hergestellt wird. Durch die Reifung im Freien bei Temperaturunterschieden von bis zu 50 Grad gelangt dieser Dessertwein zu seinem besonderen Geschmack und Aroma. Auch die Fasspyramide, in der der Mostello heranreift und die sich vor dem Haus der Farthofers in Öhling befindet, hat sich inzwischen zu einem lokalen Markenzeichen entwickelt. Und wäre das nicht schon besonders genug, gibt es noch das Fass Nr. 40, wo der Mostello bei Herman Haller seit Mai 2016 im Kleinwalsertal auf 1900 Meter Seehöhe heranreift. Die ersten Proben lassen ein vielversprechendes Ergebnis erwarten.

Whisky als Leidenschaft

Eine Leidenschaft, die Farthofer schon seit 2011 verfolgt, ist die Herstellung von Whisky. Gleich sein erster Versuch fand bei einem Whiskyfreund so viel Gefallen, dass dieser dieses erstes Fass zur Gänze kaufte.Ein zentrales Thema bei der Herstellung von Whisky ist das richtige Malz. Malz ist gekeimtes und anschließend wieder getrocknetes Getreide. Durch unterschiedliche Keimzeiten und die Variationen beim Darren, wie der Trocknungsvorgang genannt wird, entsteht eine unendlich große Vielfalt an Aromen. Durch den anschließenden Ausbau des Whiskys in unterschiedlichen Fässern, die auch wieder von Josef selbst ausgewählt und vorbereitet werden, können die Aromen nochmals beeinflusst werden. Für den Whisky verwendet Josef nur Mostello-Fässer, die den Whisky mit Karamell-, Schoko- oder Rosinennoten bereichern. Das Whisky-Portfolio der Farthofers befindet sich aber ganz am Anfang und ist erst im Aufbau.

Das Geheimnis

Eine besondere Zutat der Farthofers ist das Wasser, das von einer Quelle kommt, die schon der Vater Josefs am elterlichen Hof im Mühlviertel gefasst hat. Mit nur drei Grad deutscher Härte ist dieses Wasser sehr kalkarm, dadurch extrem weich und verleiht so den Destillaten ihre Lebendigkeit und ihren unverkennbaren Charakter. Mehrmals in der Woche wird deshalb dieses Wasser nach Öhling geholt.

Eine weitere Zutat ist das Denken von Josef und Doris in ökologischen Kreisläufen. Die Errichtung eines Naturschutzgebietes um die Quelle, die Führung des Betriebs als biologische Landwirtschaft seit 2003, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen sind für die beiden so nichts Besonderes, sondern selbstverständlich.

Die Arbeit von Josef und Doris Farthofer kennzeichnet das Streben nach eigenständiger Arbeit und Produkten mit einem unverwechselbaren Charakter. Die Destillate schmecken vielleicht nicht jedem, aber den Farthofers ist es wichtig, dass ein deutlicher Unterschied zur Standardware erkennbar, erlebbar und schmeckbar ist. So werden die Produkte mit Mostviertler Handschrift in die Welt hinausgetragen.

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