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Österreichweit einzigartig: Kunstuniversität Linz bietet neues Lehramtsstudium an

Tips LogoManuel Tonezzer, 19.08.2026 10:00

LINZ. Ab dem Wintersemester 2026/27 wird das österreichweit einzigartige Lehramtsstudium Mediengestaltung an der Kunstuniversität Linz um die Digitale Grundbildung erweitert. Künftige Lehrkräfte sollen damit noch gezielter auf den Unterricht im digitalen Zeitalter vorbereitet werden.

Ab dem Wintersemester 2026/27 wird das österreichweit einzigartige Lehramtsstudium Mediengestaltung an der Kunstuniversität Linz um die Digitale Grundbildung erweitert. Foto: Kunstuniversität Linz/Dworsky

Künstliche Intelligenz, soziale Medien oder Fake News gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen.

Um sie auf einen kompetenten Umgang mit digitalen Technologien vorzubereiten, wurde vor drei Jahren die Digitale Grundbildung als Pflichtfach an Österreichs Schulen eingeführt.

Die Kunstuniversität Linz greift diese Entwicklung nun auf: Ab dem Wintersemester 2026/27 wird das österreichweit einzigartige Lehramtsstudium Mediengestaltung um die Ausbildung für die Digitale Grundbildung erweitert. Absolventinnen und Absolventen können das Pflichtfach künftig selbst unterrichten.

Kreativität trifft digitale Kompetenz

„Damit schließt sich für uns ein Kreis“, sagt Studienleiter Univ.-Prof. Dr. Alexis Dworsky. Seit knapp fünf Jahren leitet er das Lehramtsstudium Mediengestaltung am Institut Kunst und Bildung. „Unsere Studierenden bringen genau jene Kompetenzen mit, die für die Digitale Grundbildung gebraucht werden“, sagt er.

Während an anderen Hochschulen die Digitale Grundbildung meist eng mit der Informatik verknüpft ist, setzt die Kunstuniversität Linz bewusst andere Schwerpunkte.

Im Studium beschäftigen sich die angehenden Lehrkräfte nicht nur mit Künstlicher Intelligenz, Robotik, Gaming oder sozialen Medien, sondern auch mit Animation, Videoschnitt, digitalem Design oder dem Einsatz von 3D-Druckern. „Bei uns stehen das Ausprobieren, Gestalten und kritische Reflektieren digitaler Medien im Mittelpunkt“, erklärt Dworsky. Im Laufe des Studiums können die Studierenden zudem individuelle Schwerpunkte setzen und sich in Projekten vertiefen.

Erweiterung löst jahrelanges Problem

Mit der Erweiterung wird zugleich ein Problem gelöst, das das Studium seit seiner Einführung begleitet hat.

Zwar wurden die Absolventinnen und Absolventen seit Jahren für den kreativen Umgang mit digitalen Medien ausgebildet, ein eigenes Schulfach, das sie regulär unterrichten konnten, gab es jedoch nicht. Viele arbeiteten deshalb nach ihrem Abschluss an Schulen mit Medienschwerpunkten oder an berufsbildenden höheren Schulen, etwa im Bereich Grafik und Gestaltung.

„Für Studieninteressierte war deshalb oft nicht klar, welche beruflichen Perspektiven das Studium bietet“, sagt Dworsky. Durch die Kombination mit der Digitalen Grundbildung sei diese Frage nun eindeutig beantwortet.

„Echtes Alleinstellungsmerkmal“

Den Anstoß zur Erweiterung gab eine österreichweite Reform. Ab dem Wintersemester 2026/27 verkürzt sich die Studiendauer sämtlicher Lehramtsstudien in Österreich von acht auf sechs Semester.

„Dadurch mussten alle Lehrpläne überarbeitet werden. Wir haben diese Gelegenheit genutzt und die Digitale Grundbildung gleich vollständig integriert“, so Dworsky. Trotz der kürzeren Studiendauer sei es gelungen, die Qualität des Studiums nicht nur zu erhalten, sondern das Angebot sogar zu erweitern. „Das Lehramtsstudium Mediengestaltung und Digitale Grundbildung hat dadurch ein echtes Alleinstellungsmerkmal bekommen.“

Mediengestaltung wird seit 2009 angeboten

Den Grundstein für das Studium legte Angelika Plank. Bereits 1999 begann die inzwischen pensionierte Professorin an der Kunstuniversität Linz innerhalb der Bildnerischen Erziehung einen Medienschwerpunkt aufzubauen.

Schon bald wurde deutlich, dass die Studierenden eine umfassendere Ausbildung benötigten. Nach jahrelanger Vorarbeit gelang 2009 schließlich die Einführung des eigenständigen Lehramtsstudiums Mediengestaltung – bis heute einzigartig in Österreich.

Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach. „Viele haben gesagt: Das ist spannend, aber unmöglich. Das Problem war nicht das Studium selbst, sondern die fehlenden Anstellungserfordernisse“, erinnert sich Plank.

Diese gab es damals nur für bestehende Schulfächer. Den entscheidenden Durchbruch brachten die autonomen Stundentafeln, über die viele Schulen bereits einen Medienschwerpunkt eingerichtet hatten. Gemeinsam mit der Unterstützung von Stadt und Land, die bereits vor der offiziellen Einführung finanzielle Mittel für die Vorarbeiten bereitstellten, konnte das Studium schließlich 2009 starten.

„Gesellschaft ist digitaler geworden“

Umso größer ist für Plank die Freude über die jetzige Erweiterung. „Ich habe nie verstanden, warum unsere Absolventinnen und Absolventen die Digitale Grundbildung nicht unterrichten durften, obwohl sie dafür bestens ausgebildet waren“, sagt sie. Mit der Integration des Pflichtfachs werde das Studium deutlich attraktiver.

Dass Digitale Grundbildung inzwischen als Pflichtfach eingeführt wurde, ist für Plank eine notwendige Antwort auf den gesellschaftlichen Wandel: „Schulfächer orientieren sich an der gesellschaftlichen Entwicklung. Unsere Gesellschaft ist digital geworden, weshalb auch die Schule diesen Entwicklungen Rechnung tragen muss.“ Mit der Erweiterung des Lehramtsstudiums um die Digitale Grundbildung reagiert die Kunstuniversität Linz nun konsequent auf diesen Wandel.


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