Lawinenwarnung nach Unfall am Stubaier Gletscher: Alpenverein ruft zu höchster Vorsicht auf
ÖSTERREICH. Nach einem Lawinenabgang am Stubaier Gletscher warnt der Alpenverein vor einer angespannten Schneelage. Besonders Variantenfahrer und Skitourengeher sollen jetzt extrem vorsichtig sein.

Am Donnerstagvormittag löste sich im Bereich der Daunscharte am Stubaier Gletscher eine große Lawine. Mehrere Wintersportler wurden verschüttet, die Rettungskräfte standen im Großeinsatz. Nach dem Unglück warnt der Österreichische Alpenverein eindringlich vor einer heiklen Lawinensituation im freien Gelände. Besonders die ersten Schönwettertage nach reichlich Neuschnee, wie aktuell am Donnerstag und Freitag, gelten als besonders gefährlich.
Für Tirol und Salzburg liegt ein aktueller Lawinenlagebericht erst ab Freitagabend vor. Dennoch zeichnen sich bereits jetzt ungünstige Bedingungen ab: Neuschnee, starker Wind und empfindliche Altschneeschichten bilden eine Kombination, die vor allem oberhalb von 2.800 Metern ein hohes Risiko entstehen lässt. Steile Nordhänge sind besonders betroffen.
Alpenverein ruft zu höchster Vorsicht auf
Der Alpenverein rät eindringlich davon ab, derzeit Hänge über 30 Grad zu befahren. Variantenfahrer und Skitourengeher sollen defensiv unterwegs sein und ihre Tourenpenibel prüfen. Die frischen Triebschneeansammlungen, die sich durch starken, drehenden Wind gebildet haben, können schon bei geringer Zusatzbelastung brechen und Lawinen auslösen.
Enorm wichtig ist zudem die richtige Ausrüstung. Wer sich ins freie Gelände wagt, sollte vollständig ausgestattet sein – mit einem funktionierenden LVS-Gerät, Sonde, Lawinenschaufel, Mobiltelefon, Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und Biwaksack. Ein Lawinenairbag sowie ein Helm werden dringend empfohlen, da Übergangsbereiche aktuell oft steinig und unberechenbar sind.
Der Alpenverein weist darauf hin, dass nur mit vollständiger Notfallausrüstung und umsichtigem Verhalten im Gelände eine funktionierende Rettungskette gewährleistet ist. Die momentane Schneelage erfordert höchste Aufmerksamkeit – und im Zweifel die Entscheidung, auf riskante Abfahrten zu verzichten.


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