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Energie-Beben: Aserbaidschan-Deal bringt frisches Gas für den Winter

Tips LogoThomas Leitner, 18.01.2026 19:29

ÖSTERREICH. Der Gas-Coup steht. Seit dem 16. Januar 2026 fließt erstmals Erdgas aus Aserbaidschan direkt nach Österreich und Deutschland. Ein strategischer Meilenstein für unsere Versorgung  

Aserbaidschan liefert jetzt Gas nach Österreich und Deutschland (Foto: KatrinaQQ/adobe.stock)
Aserbaidschan liefert jetzt Gas nach Österreich und Deutschland (Foto: KatrinaQQ/adobe.stock)

Lange wurde verhandelt, jetzt ist es Realität. Der aserbaidschanische Staatskonzern Socar hat offiziell bestätigt, dass die Lieferungen in das europäische Pipelinenetz gestartet sind. Das Gas legt dabei eine beeindruckende Reise zurück: Über die Transadria-Pipeline (TAP) gelangt der wertvolle Rohstoff von der griechisch-türkischen Grenze durch Albanien bis nach Süditalien, von wo aus er direkt in die Netze von Österreich und Deutschland eingespeist wird.

Strategischer Befreiungsschlag gegen Abhängigkeit

Dieser „Gas-Coup“ ist weit mehr als nur ein wirtschaftliches Geschäft. Für die europäischen Energiemärkte bedeutet der Zufluss aus dem Kaspischen Meer eine wichtige Diversifizierung. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine suchte Europa händeringend nach Alternativen, um die Abhängigkeit von sibirischem Gas zu brechen.

Mit Aserbaidschan ist nun das 16. Land als Abnehmerland dazugekommen, was die geopolitische Bedeutung Bakus massiv stärkt.

Zehnjahresvertrag sichert Milliarden Kubikmeter

Hinter dem Deal stehen knallharte Fakten: Der deutsche Energieversorger Sefe hat einen Zehnjahresvertrag unterzeichnet. Jährlich sollen rund 1,5 Milliarden Kubikmeter Gas geliefert werden. In Zeiten, in denen die Netzkosten für 2026 drastisch steigen, ist diese zusätzliche Quelle ein wichtiges Signal für die Stabilität der Märkte. Der aserbaidschanische Präsident Alijew betonte bereits, dass man die Produktion auf Wunsch der EU extra hochfahre.

Preisfalle trotz günstigerem Gas

Doch was kommt bei den Verbrauchern an? Die Daten der Österreichischen Energieagentur zeigen: Der Gaspreis-Index (ÖGPI) fällt im Januar 2026 deutlich um 4,1 Prozent. Trotzdem gibt es einen Haken: Die E-Control warnt vor steigenden Netzentgelten, die im Schnitt um 18,2 Prozent zulegen.

Wer also mit Gas heizt oder kocht, wird trotz des erfolgreichen Gas-Coups kaum eine Entlastung auf der Abrechnung spüren, da die Netzkosten die gesunkenen Einkaufspreise vielerorts wieder auffressen.

 


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