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TRIENT/ITALIEN. Wissenschaftler der Universität Trient haben in Radaraufnahmen der NASA Sonde Magellan Hinweise auf eine leere Höhle unter der Venus entdeckt. Wie phys.org berichtet, liegt die Struktur in der Region Nyx Mons und könnte eine Lavaröhre sein, also ein unterirdischer Tunnel aus erstarrter Lava. Die Ergebnisse wurden am 9. Februar 2026 in Nature Communications veröffentlicht.

Der Planet Venus im Jahr 1990; Fotocredit: NASA/JPL
Der Planet Venus im Jahr 1990; Fotocredit: NASA/JPL

Spuren von Lavaröhren kennt die Forschung bereits vom Mond und vom Mars. Auf der Venus war die Suche bisher deutlich schwieriger, weil dichte Wolken den Blick auf die Oberfläche verdecken und Kameras kaum helfen.

Magellan Daten aus den 1990er Jahren neu ausgewertet

Die Raumsonde Magellan kartierte die Venus in den Jahren 1990 bis 1992 mit einem Radarverfahren namens Synthetic Aperture Radar. Vereinfacht gesagt erstellt es aus vielen Messungen besonders detailreiche Bilder, auch wenn Wolken den Planeten verhüllen.

Das Team suchte gezielt nach Einsturzgruben. Solche Löcher entstehen, wenn die Decke eines unterirdischen Hohlraums teilweise nachgibt und so einen möglichen Zugang zu einer Lavaröhre freilegt.

Großer Hohlraum mit auffälligen Maßen

In der Nyx Mons Region fanden die Forschenden ein Signal, das zu einem großen unterirdischen Hohlraum passt. Geschätzt wurde ein Durchmesser von rund einem Kilometer, eine Dachstärke von mindestens 150 Metern und eine Tiefe des leeren Bereichs von mindestens 375 Metern.

Bestätigt werden konnte nur der Teil nahe der Öffnung. Aus Geländeform und weiteren ähnlichen Gruben leiten die Autorinnen und Autoren ab, dass das System möglicherweise mindestens 45 Kilometer lang sein könnte.

Warum Venus Lavaröhren besonders groß sein könnten

Die Venus hat eine geringere Schwerkraft als die Erde und eine sehr dichte Atmosphäre. Beides könnte dazu beitragen, dass eine Lavaoberfläche rasch eine dicke isolierende Kruste bildet, während darunter noch flüssige Lava weiterfließt und später einen Hohlraum hinterlässt.

Solche Strukturen wären für die Forschung interessant, weil sie Hinweise auf die Vulkan-Geschichte der Venus geben. Zudem könnten sie für künftige Missionen als besonders spannende Ziele gelten, etwa für ESA Envision und NASAs Veritas, die mit moderner Radar Technik deutlich schärfer auf die Venus blicken sollen.


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