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West-Nil-Virus: Warum Österreich jetzt genauer hinschaut – und Deutschland im Sommer mitziehen muss

Tips Logo Thomas Leitner, 12.02.2026 14:47

ÖSTERREICH. Ein Virus aus dem Vogelzug rückt näher. In Österreich steigt die Aufmerksamkeit rund ums West-Nil-Virus, auch Deutschland gilt als gefährdet. Was dahintersteckt – und wer besonders aufpassen sollte.
 

West Nil Virus breitet sich aus (Foto: ktsdesign/adobe.stock)
West Nil Virus breitet sich aus (Foto: ktsdesign/adobe.stock)

Das West-Nil-Virus (WNV) ist keine neue Krankheit – aber seine Dynamik in Mitteleuropa hat sich verändert. In Österreich wurde 2024 die höchste Zahl seit Beginn der systematischen Erfassung gemeldet: 37 laborbestätigte Fälle beim Menschen, davon 34 lokal erworben; auffällig war auch der Anteil schwerer Verläufe mit neuroinvasiver Erkrankung. 2025 fiel die Bilanz deutlich niedriger aus, dennoch bleibt das Virus im Monitoring, weil es bei passenden Bedingungen rasch wieder aufflammen kann. 

Woher das Virus kommt – und warum es sich ausbreitet

WNV zirkuliert vor allem zwischen Vögeln und heimischen Stechmücken (in Europa häufig Culex-Arten). Infizierte Zugvögel können das Virus über weite Strecken eintragen; Mücken nehmen es beim Stechen auf und geben es später weiter. Menschen und Pferde sind dabei meist „Fehlwirte“: Sie können erkranken, tragen aber typischerweise nicht zur weiteren Verbreitung bei. 

Dass WNV inzwischen regelmäßiger in Österreich und Teilen Deutschlands auftaucht, hängt stark mit Bedingungen zusammen, die Mücken begünstigen: lange warme Perioden, milde Nächte, mehr Brutplätze durch stehendes Wasser sowie frühe und lange Mückensaisonen. 

Deutschland im Blick: Risiko vor allem in warmen Monaten

In Deutschland wurden erste durch Mücken übertragene (also lokal erworbene) Infektionen ab 2019 bekannt, zunächst in Ostdeutschland. Seitdem ist das Thema Teil der saisonalen Wachsamkeit: Wenn im Sommer viele Mücken aktiv sind und das Virus in Vogelpopulationen zirkuliert, kann es regional zu Fällen kommen – besonders dort, wo Culex-Mücken häufig sind. 

Der europäische Überblick zeigt zudem: West-Nil ist kein rein nationales Phänomen, sondern tritt in mehreren Ländern saisonal auf – ein Muster, das auch die Einschätzung des Risikos in Mitteleuropa prägt. 

Was hilft praktisch? Konsequenter Mückenschutz (Repellent, lange Kleidung in der Dämmerung), Fliegengitter und das Vermeiden von stehendem Wasser rund ums Haus senken das Risiko deutlich – vor allem in den Wochen, in denen Gesundheitsbehörden vermehrt Aktivität melden. 

 


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