Lawinenunglück in Fiss: Vater stirbt bei Skitour im freien Gelände
TIROL. Drei Niederländer geraten am Mittwochvormittag im Skigebiet Fiss in eine Lawine. Ein 71-Jähriger kommt ums Leben, zwei Männer werden verletzt geborgen.

Es sind Szenen wie aus einem Albtraum, die sich am 18. Februar gegen 11 Uhr im ungesicherten Skiraum von Fiss abspielten. Drei niederländische Wintersportler befanden sich auf der Nordseite in Richtung der „Lader Urgalpe“, als sich plötzlich unter ihren Skiern die Schneedecke löste.
Ein rund 50 Meter breites Schneebrett riss die Männer – einen 71-jährigen Vater, seinen 41-jährigen Sohn und einen 34-jährigen Begleiter – hunderte Meter in die Tiefe.
Dramatischer Wettlauf gegen die Zeit
Unmittelbar nach dem Stillstand der weißen Massen begann ein verzweifelter Überlebenskampf. Der 41-jährige Sohn, der nur teilverschüttet wurde, konnte sich aus eigener Kraft befreien. Trotz des Schocks setzte er sofort den Notruf ab und begann mit der Suche nach seinen Kameraden.
Dank seiner Lawinenausrüstung (LVS) gelang es ihm, den vollständig verschütteten 34-jährigen Freund zu orten und eigenständig auszugraben. Doch von seinem Vater fehlte zu diesem Zeitpunkt jede Spur – für den Senior begann ein einsamer Kampf unter den Schneemassen, den er nicht gewinnen sollte.
Lawinenhund findet Vermissten unter Schneemassen
Die Rettungskette lief sofort auf Hochtouren an. Rund eine Stunde nach dem Unglück schlug ein Lawinensuchhund der Einsatzkräfte an der entscheidenden Stelle an. Der 71-Jährige war rund 300 Meter unterhalb des Anrisses komplett verschüttet worden. Obwohl zwei Notärzte vor Ort noch 20 Minuten lang verbissen um das Leben des Mannes kämpften, blieb ihnen nur noch die traurige Pflicht, seinen Tod festzustellen. Der Leichnam wurde schließlich per Hubschrauber ins Tal überführt.
Der überlebende Sohn wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades in das Krankenhaus Zams eingeliefert, während der 34-Jährige von der Bergrettung versorgt wurde. Die Ermittlungen der Alpinpolizei zum genauen Hergang des Unglücks dauern derzeit noch an.


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