Bis zu 18.000 Euro Strafe: Diese Fehler können im Italien-Urlaub richtig teuer werden
ITALIEN. Vom Bikini in der Altstadt bis zur weggeworfenen Zigarette aus dem Auto: Was viele Urlauber als Kleinigkeit sehen, kann in Italien schnell teuer werden. Immer mehr Städte greifen hart durch – mit Bußgeldern, die im Extremfall bis zu 18.000 Euro reichen.

Italien gehört zu den beliebtesten Reisezielen Europas. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete das südeuropäische Land wischen Januar und Juli 268,4 Millionen Übernachtungen. Besonders stark frequentiert sind Klassiker wie Rom, Venedig oder die Cinque Terre, aber auch die Adriaküste um die beliebten Urlaubsorte Lignano oder Grado.
Um den Massentourismus besser zu steuern, greifen viele Orte inzwischen zu strengen Regeln. Wer sie missachtet, riskiert schnell mehrere hundert bis mehrere tausend Euro.
Müll aus dem Auto werfen
Eine der härtesten Regelverschärfungen betrifft Umweltsünder: Wer in Italien Müll aus dem Auto wirft, muss mit drastischen Konsequenzen rechnen. Schon für kleinere Abfälle wie Zigarettenkippen, Taschentücher oder Plastikflaschen werden bis zu 1.188 Euro fällig. Wer jedoch einen ganzen Müllsack aus dem fahrenden Fahrzeug entsorgt, riskiert Bußgelder von bis zu 18.000 Euro. Besonders streng wird es in Schutzgebieten: Dort drohen zusätzlich der Entzug des Führerscheins und sogar Gefängnisstrafen.
Eintritt für Venedig
Für Tagesgäste ist der Besuch von Venedig nicht mehr kostenlos. Seit 2024 verlangt die Stadt eine Eintrittsgebühr, die inzwischen auf 10 Euro erhöht und auf insgesamt 54 Tage zwischen Mitte April und Ende Juli ausgeweitet wurde. Wer ohne gültiges Ticket kontrolliert wird, muss bis zu 300 Euro Strafe zahlen. Auch fehlerhafte Angaben können geahndet werden.
Mit Badekleidung durch die Stadt laufen
In vielen italienischen Urlaubsorten ist Badekleidung außerhalb des Strandes tabu. In Sorrent drohen bis zu 500 Euro Strafe, wenn Urlauber im Bikini oder oberkörperfrei durch die Straßen gehen. Ähnliche Vorschriften gelten auch in Portofino: Dort sind zusätzlich Barfußlaufen, Picknicks auf öffentlichen Flächen oder das Sitzen auf Mauern verboten. Auch Orte wie Lignano Sabbiadoro, Viareggio oder Riccione setzen auf strenge Kleiderregeln.
Selbst in Großstädten wie Rom oder Venedig kann unangemessene Kleidung zu Platzverweisen oder Bußgeldern führen. In einem Fall musste eine Touristin 250 Euro zahlen, weil sie sich im Bikini in einem Park sonnte.
Brunnen als Pool nutzen
Sich in Brunnen abzukühlen, ist in ganz Italien verboten. Wer hineinklettert, badet oder Gegenstände hineinwirft, riskiert Strafen von bis zu 450 Euro. Auch auf der Insel Ischia wird das konsequent durchgesetzt. Im Ort Forio gelten zusätzlich Regeln gegen Alkohol im historischen Zentrum, Müll, Füttern von Vögeln oder Ballspiele.
Sandburgen bauen am Strand
Im Badeort Eraclea bei Venedig sind selbst scheinbar harmlose Aktivitäten verboten. Dazu zählen Sandburgen bauen, Löcher graben oder Ball spielen. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken – Rettungskräfte sollen im Ernstfall freie Wege haben. Verstöße können bis zu 250 Euro kosten.
Sand und Muscheln als Souvenir mitnehmen
Grundsätzlich ist es bei einem Urlaub in Italien verboten, Muscheln, Sand oder anders Strandgut mitzunehmen. Selbst kleinste Mengen fallen unter dieses Verbot. Die rechtliche Grundlage bildet das italienische Schifffahrtsgesetz (Codice di Navigazione), das die Entfernung von Sand, Algen oder anderem Material von den Meeresufern untersagt.
Wer Sand, Steine oder Muscheln einsammelt, muss deshlab mit Strafen rechnen. Je nach Menge können bis zu 9296 Euro fällig werden.
Besonders streng sind die Regelungen auf Sardinien, wo jede Veränderung der Strände oder das Mitnehmen von Sand, Kieseln oder Quarzgestein gesetzlich verboten ist. Um die Einhaltung dieser Vorschriften zu gewährleisten, wurden an einigen Stränden Kameras installiert.


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