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Bahn-Chaos im zweiten Halbjahr: Diese Sperre der Deutschen Bahn trifft Österreichs Weststrecke hart

Tips LogoThomas Leitner, 23.04.2026 10:04

ÖSTERREICH. Monatelange Bauarbeiten in Bayern stellen den Bahnverkehr auf den Kopf. Reisende auf der Weststrecke müssen sich ab Juni auf spürbare Änderungen einstellen.

Baustelle der Deutschen Bahn trifft auch Zugverkehr in Österreich (Foto: ÖBB/Eisenberger)
Baustelle der Deutschen Bahn trifft auch Zugverkehr in Österreich (Foto: ÖBB/Eisenberger)

Die große DB-Sanierung in Bayern trifft auch Österreich mit voller Wucht. Ab 14. Juni bis 12. Dezember 2026 wird die Strecke Passau–Obertraubling bei Regensburg gesperrt. Das hat spürbare Folgen für internationale Verbindungen, aber auch für zahlreiche Zugangebote auf der Weststrecke im Inland. Für Pendler und Reisende heißt das vor allem: längere Fahrzeiten, neue Umstiege und ein veränderter Fahrplan.

München wird zum zentralen Drehkreuz

Besonders stark betroffen ist das Angebot von und nach Deutschland. Die bisher wichtige ICE-Linie über Passau fällt im Abschnitt zwischen Wien und Nürnberg weg. Stattdessen wird der Münchner Hauptbahnhof in der zweiten Jahreshälfte 2026 zur zentralen Drehscheibe für Reisen aus Österreich in Richtung Deutschland.

Die alternative Route von Wien, St. Pölten und Linz führt dann über München. Von dort bestehen Anschlüsse in viele deutsche Städte. Der Railjet-Express zwischen Wien, Linz, Salzburg und München bleibt bestehen, fährt aber nur im Zwei-Stunden-Takt und braucht rund 15 Minuten länger. Zusätzlich richten die ÖBB zwei ICE-Zugpaare von Wien über Salzburg nach München ein. Dazu kommen drei zusätzliche EC-Zugpaare von Wien über Linz, Wels und Simbach am Inn nach München. Auch der Nightjet von Wien nach Hamburg und Amsterdam wird umgeleitet.

Einschnitte in Salzburg und Oberösterreich

Nicht nur internationale Reisende bekommen die Baustelle zu spüren. Auch im regionalen Bahnverkehr in Salzburg und Oberösterreich kommt es zu Änderungen. ÖBB und Westbahn passen ihr Angebot zwischen Linz und Salzburg gemeinsam an, um trotz der schwierigen Lage einen möglichst stabilen Nahverkehr sicherzustellen. Dafür entfallen auf diesem Abschnitt einzelne Fernverkehrszüge.

Im Salzburger Raum fährt die Linie R21 von 14. Juni bis 12. Dezember 2026 ab 7.30 Uhr bis Betriebsschluss nur mehr zwischen Friedburg und Neumarkt am Wallersee. Zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Freilassing gibt es außerdem Anpassungen und Reduktionen bei den Linien S2 und REX21. In Oberösterreich entfällt die Linie REX70 im Abschnitt Linz–Attnang-Puchheim.

Auch Richtung Tirol wird es langsamer

Weil während der Bauzeit täglich rund 80 Güterzüge über die Weststrecke München–Salzburg–Wels umgeleitet werden, steigt die Belastung auf wichtigen Abschnitten deutlich an. Vor allem am Deutschen Eck sorgt das für längere Fahrzeiten. Im Fernverkehr zwischen Salzburg und Innsbruck sowie zwischen Salzburg und München dauert die Fahrt in beide Richtungen rund 15 Minuten länger.

Noch deutlicher wird es auf Verbindungen zwischen Wien und Vorarlberg. Hier müssen Fahrgäste mit bis zu 30 Minuten zusätzlicher Reisezeit rechnen. Gerade auf stark genutzten Fernstrecken dürfte das viele Reisende im Alltag und in der Urlaubszeit treffen.

Warum sich die Großbaustelle trotzdem lohnt

So unerquicklich die Einschränkungen für viele Fahrgäste sind: Die Bauarbeiten gelten als wichtiger Schritt für ein leistungsfähigeres Bahnnetz in Deutschland. Weil die Streckennetze eng verbunden sind, soll davon langfristig auch der Bahnverkehr in Österreich profitieren. Die ÖBB betonen, gemeinsam mit der Deutschen Bahn an einem möglichst stabilen Angebot zu arbeiten.


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