DUBLIN. Ryanair-Chef Michael O'Leary will den Alkoholausschank auf Flughäfen vor frühen Flügen einschränken. Hintergrund sind laut Airline mehr Vorfälle mit störenden Passagieren an Bord. Im Schnitt müsse Ryanair inzwischen fast täglich einen Flug wegen Problemen mit Reisenden umleiten.

Wie der Guardian am 6. Mai 2026 berichtet, sieht O'Leary vor allem offene Flughafenbars in den frühen Morgenstunden kritisch. Aus seiner Sicht sollten Flughäfen außerhalb der üblichen Sperrstunden keinen Alkohol ausschenken.
Der Airlinechef fordert zudem eine Grenze von zwei alkoholischen Getränken pro Passagier. Ryanair selbst schenke an Bord nur zurückhaltend aus, das größere Problem entstehe laut O'Leary aber oft schon vor dem Einstieg.
Zahl der Vorfälle steigt deutlich
Nach Angaben des Ryanair-Chefs muss die Fluglinie heute fast einen Flug pro Tag wegen Fehlverhaltens umleiten. Vor zehn Jahren sei es noch etwa ein Flug pro Woche gewesen.
Solche Umleitungen verursachen hohe Kosten und bringen auch für andere Passagiere lange Verzögerungen. Ryanair geht deshalb bereits juristisch gegen einzelne auffällige Reisende vor.
Alkohol am Flughafen im Fokus
In Großbritannien gelten für Flughafenbars nicht dieselben Öffnungszeiten wie für viele andere Lokale mit Alkoholausschank. Genau diese Ausnahme kritisiert O'Leary.
Besonders bei Verspätungen könne sich die Lage verschärfen. Reisende hätten dann mehr Zeit am Terminal, bevor sie später alkoholisiert an Bord gehen.
Harte Folgen für Passagiere möglich
Betrunkenheit im Flugzeug ist in Großbritannien strafbar. Möglich sind hohe Geldstrafen und im Extremfall auch Haftstrafen.
In Österreich ist Alkoholisierung an Bord nicht automatisch strafbar. Wer sich aber Anordnungen widersetzt, randaliert oder die Sicherheit gefährdet, muss mit Konsequenzen rechnen. Diese reichen vom Ausschluss vom Flug über Hausverbote und Airline Sperren bis zu Anzeigen in schweren Fällen. Bei einer Störung der öffentlichen Ordnung sieht das Sicherheitspolizeigesetz Geldstrafen bis 500 Euro vor, bei erschwerenden Umständen auch Freiheitsstrafe bis zu einer Woche.
Auch andere Airlines fordern strengere Maßnahmen. Jet2 sprach sich zuletzt für eine gemeinsame Datenbank aus, damit Airlines auffällige Passagiere leichter sperren können.


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