Frau am Strand gebissen: Giftiger Fisch breitet sich in Griechenland aus
PATRAS/GRIECHENLAND. An Griechenlands Küsten sorgt ein Meeresbewohner weiterhin für Probleme: Der Hasenkopf-Kugelfisch breitet sich im Mittelmeer aus und stellt vor allem Griechenland vor Herausforderungen.

Medienberichten zufolge biss ein Hasenkopf-Kugelfisch vor wenigen Tagen eine Frau an einem Strand in der Nähe von Patras. Sie musste anschließend medizinisch behandelt werden. Auf der Insel Euböa wurden unterdessen bereits Schutzmaßnahmen ergriffen. Dort wurden Barrieren ausgelegt, um Badende vor möglichen Begegnungen mit den Tieren zu schützen.
Giftiger Einwanderer aus dem Indischen Ozean
Der Hasenkopf-Kugelfisch, wissenschaftlich Lagocephalus sceleratus genannt, stammt ursprünglich aus dem Indischen Ozean und Pazifik. Über den Suezkanal gelangte die Art ins Mittelmeer und konnte sich dort vor allem im östlichen Mittelmeer stark ausbreiten. Für Menschen ist der Fisch vor allem wegen seines starken Nervengifts Tetrodotoxin gefährlich. Das Gift kann auch durch Erhitzen nicht unschädlich gemacht werden. Der Verzehr der Tiere ist deshalb lebensgefährlich.
Große Schäden für die Fischerei
Besonders betroffen ist die griechische Fischerei. Mit seinen kräftigen Zähnen kann der Hasenkopf-Kugelfisch Netze beschädigen und sorgt dadurch für wirtschaftliche Schäden. Außerdem frisst er verschiedene Meerestiere und kann dadurch das empfindliche Ökosystem im Mittelmeer beeinflussen. Um die Ausbreitung einzudämmen, setzen die Behörden auf Fangprämien. Fischer erhalten für gefangene Exemplare des giftigen Kugelfisches eine Vergütung von 5,33 Euro pro Kilogramm.
Elfjähriger sorgt mit Fang für Aufsehen
Für Schlagzeilen sorgte ein efjähriges Kind. Der Bub wurde für den Fang von 162 Hasenkopf-Kugelfischen ausgezeichnet. Laut griechischen Medien kündigte er an, seinen eigenen Rekord noch übertreffen zu wollen. Eine vollständige Ausrottung des eingewanderten Fisches gilt als kaum möglich. Ziel der Maßnahmen ist daher vor allem, die Zahl der Tiere zu begrenzen und die Folgen für Fischer und Umwelt einzudämmen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden