Das kann das neue Sprachmodell GPT-Live von OpenAI
SAN FRANCISCO/VEREINIGTE STAATEN. OpenAI führt mit GPT-Live ein neues Sprachmodell für natürlichere Gespräche mit ChatGPT ein. Die Funktion wird weltweit für Nutzerinnen und Nutzer auf iOS, Android und ChatGPT.com ausgerollt.

GPT-Live soll Gespräche mit künstlicher Intelligenz flüssiger machen, weil das Modell gleichzeitig zuhören und sprechen kann. Wie OpenAI am 8. Juli 2026 berichtet, basiert die neue Sprachfunktion auf einer sogenannten Full-Duplex-Architektur.
Damit soll ChatGPT besser auf Pausen, Unterbrechungen und schnelle Sprecherwechsel reagieren. Das Modell kann laut OpenAI auch kurze Bestätigungen geben oder still bleiben, wenn Nutzerinnen und Nutzer nachdenken.
Sprachchat soll weniger starr wirken
Bisherige Sprachsysteme arbeiteten stärker in einzelnen Gesprächsrunden. Erst wenn eine Person aufgehört hatte zu sprechen, konnte das Modell antworten. GPT-Live verarbeitet Sprache dagegen laufend und entscheidet während des Gesprächs, ob es spricht, zuhört, pausiert oder ein Werkzeug nutzt.
Bei komplexeren Aufgaben kann GPT-Live Arbeit an ein leistungsstärkeres Modell im Hintergrund weitergeben. Zum Start nutzt die Funktion dafür GPT-5.5. So soll der Sprachchat auch dann im Gespräch bleiben, wenn im Hintergrund gesucht oder komplexer gedacht wird.
Unterschiedliche Versionen je nach Abo
OpenAI stellt zwei Varianten bereit: GPT-Live-1 und GPT-Live-1 mini. GPT-Live-1 wird zum Standardmodell für den Sprachchat bei Go-, Plus- und Pro-Nutzenden. Für Free-Nutzende kommt GPT-Live-1 mini zum Einsatz.
Der Sprachchat soll auch visuelle Antworten anzeigen können, etwa Karten zu Wetter, Aktien oder Sport. Suche, Erinnerungen, Bilder und Datei-Uploads bleiben laut OpenAI weiterhin unterstützt.
Sicherheit speziell für Sprache
OpenAI verweist auf zusätzliche Sicherheitstests für gesprochene Unterhaltungen. Dabei geht es unter anderem um Risiken bei Selbstverletzung, psychischen Krisen, Gewalt, sexuellen Inhalten und emotionaler Abhängigkeit von KI.
Für Jugendliche wurden eigene Schutzmaßnahmen angekündigt. Eltern sollen über die Kindersicherung festlegen können, ob Teenager den Sprachchat nutzen dürfen. Bei bestimmten höheren Risiken können verknüpfte Eltern benachrichtigt werden.
Noch nicht enthalten sind Sprachchats mit Video oder Bildschirmfreigabe. OpenAI arbeitet nach eigenen Angaben an diesen Funktionen. Bei manchen Sprachen kann GPT-Live zum Start noch nicht durchgehend muttersprachlich oder völlig flüssig klingen.


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