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WIEN/ÖSTERREICH. Österreichische Behörden und Zivilschutzstellen raten Haushalten, Vorräte und Notfallpläne für zehn bis 14 Tage anzulegen. Hintergrund sind mögliche Blackouts, Extremwetter, Cyberangriffe und andere Krisen, bei denen Strom, Kommunikation, Zahlungssysteme oder Versorgung zeitweise ausfallen können.

Krisenvorsorge ohne Panik: Welche Vorkehrungen Haushalte in Österreich treffen sollten und warum sie im Ernstfall helfen. Foto: Evgen/stock.adobe.com

Bei einem längerfristigen Blackout können Einkäufe, öffentliche Verkehrsmittel und das Tanken rasch schwierig oder unmöglich werden. Deshalb soll jeder Haushalt die wichtigsten Grundbedürfnisse für mehrere Tage selbst abdecken können.

Ein Blackout meint nicht den kurzen Stromausfall in einer Straße oder Wohnung, sondern einen länger andauernden, überregionalen Ausfall der Stromversorgung. Die Folgen reichen von dunklen Wohnungen über ausgefallene Bankomat- und Kartenzahlungen bis zu Problemen bei Heizung, Kühlung, Internet, Mobilfunk und Wasserversorgung.

Vorrat für zehn bis 14 Tage

Empfohlen werden Wasser und Lebensmittel für alle Haushaltsmitglieder für mindestens zehn bis 14 Tage. Beim Wasser nennt das Behördenportal 2,5 Liter pro Person und Tag als Referenzwert, der Zivilschutz empfiehlt mindestens zwei Liter pro Person und Tag.

Der Vorrat soll ohne Strom nutzbar sein. Sinnvoll sind haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Konserven, Knäckebrot, Hülsenfrüchte, Babynahrung bei Bedarf sowie Futter für Haustiere. Tiefkühlware eignet sich nur eingeschränkt, weil sie bei längerem Stromausfall verdirbt.

Radio, Licht und Bargeld einplanen

Wichtig sind ein Kurbelradio oder Batterieradio, Ersatzbatterien, Taschenlampen, eine Erste Hilfe Ausstattung und persönliche Medikamente. Auch Hygieneartikel wie Seife, Toilettenpapier, Müllsäcke, Desinfektionsmittel und eine einfache Nottoilette können im Ernstfall entscheidend sein.

Für Zahlungen wird Bargeld in kleinen Scheinen empfohlen. Die Oesterreichische Nationalbank nennt als Orientierung etwa die Höhe eines doppelten Wocheneinkaufs oder bis zu 100 Euro pro Haushaltsmitglied, sicher verwahrt zu Hause.

Gefahr kommt nicht nur vom Stromnetz

Die Vorbereitung zielt nicht nur auf Blackouts. Auch Starkregen, Hochwasser, Lawinen, Cyberangriffe, Desinformation oder Störungen kritischer Infrastruktur können den Alltag rasch treffen. Österreichs Krisenmanagement ist auf Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Gemeinden und Einsatzorganisationen ausgelegt, doch Haushalte sollen die erste Phase einer Krise möglichst selbst überbrücken können.

Besondere Vorsicht gilt beim Kochen oder Heizen ohne Strom. Campingkocher, Griller oder Notstromaggregate dürfen nur nach Herstellerangaben und mit ausreichend Frischluft verwendet werden. Kohlenmonoxid ist geruchlos und kann lebensgefährlich sein.

Notfallplan senkt Stress

Neben Vorräten hilft ein einfacher Familienplan. Haushalte sollten klären, wer Kinder oder pflegebedürftige Angehörige abholt, wo man sich trifft, wenn Telefone nicht funktionieren, und welche Nachbarn Unterstützung brauchen könnten.

Auch die Gemeinde ist wichtig. Bürger sollten vorab wissen, ob Gemeindeamt, Feuerwehrhaus oder andere Stellen im Krisenfall als Anlaufpunkt dienen und wie lokale Informationen weitergegeben werden. Ziel der Vorsorge ist keine Panik, sondern mehr Handlungsfähigkeit in den ersten Tagen einer größeren Störung.


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