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AVELLINO/ITALIEN. Eine fatale Verwechslung in einer Privatklinik in Italien hatte für zwei Mütter dramatische Folgen. Zwei neugeborene Mädchen wurden nach der Geburt vertauscht.

Symbolbild: Louis-Paul Photo/stock.adobe.com
Symbolbild: Louis-Paul Photo/stock.adobe.com

Rund zwei Tage später fiel die Verwechslung auf. Nun wurde die Klinik Jahre nach dem Vorfall zur Zahlung einer hohen Entschädigung verurteilt.

Verwechslung beim Umziehen

Im Oktober 2017 kam es in einer Privatklinik in Avellino zu der Verwechslung. Zwei Frauen aus Atripalda hatten dort im Abstand von wenigen Stunden jeweils ein Mädchen zur Welt gebracht. Die beiden Neugeborenen wurden anschließend im Säuglingszimmer versorgt und für die Übergabe an ihre Mütter angezogen. Dabei kam es zu einem folgenschweren Fehler. Beim Ablesen der Nummern auf den Armbändern wurden die beiden Babys offenbar verwechselt. Die Mädchen wurden anschließend den falschen Müttern übergeben. Eine der Mütter bemerkte zwar, dass die Kleidung des Babys anders war. Ein tatsächlicher Tausch der Neugeborenen schien jedoch so unwahrscheinlich, dass niemand den Verdacht einer Verwechslung äußerte.

Mutter stillte fremdes Baby

Berichten zufolge kümmerten sich die beiden Frauen jeweils rund 48 Stunden um das falsche Kind. Eine der Mütter stillte sogar das Baby, das nicht ihre eigene Tochter war. Erst eine medizinische Untersuchung brachte schließlich die Wahrheit ans Licht. Eines der Mädchen musste wegen einer leichten Schwellung am Auge untersucht werden. Dabei traf die Mutter auf die andere Frau. Bei einer Kontrolle der Nummern auf den Armbändern fiel auf, dass die Zuordnung nicht stimmte. Das Baby, das sich bei der Mutter befand, trug nicht die Nummer, die eigentlich ihrer Tochter zugeordnet worden war. Ein anschließender DNA-Test bestätigte den schockierenden Verdacht: Die beiden Mädchen waren tatsächlich vertauscht worden.

Strafverfahren eingestellt

Die Behörden wurden eingeschaltet. Ein strafrechtliches Verfahren gegen die Verantwortlichen wurde später eingestellt. Die Ermittlungen ergaben demnach keinen Hinweis darauf, dass die Kinder absichtlich vertauscht worden waren. Es handelte sich um einen fahrlässigen Fehler. Für eine der betroffenen Mütter war der Vorfall damit jedoch keineswegs abgeschlossen. Die Ereignisse belasteten sie auch Jahre später noch schwer. In den Gerichtsunterlagen wurden unter anderem Schlafprobleme, eine ständige innere Anspannung, Reizbarkeit und wiederkehrende Erinnerungen an die Verwechslung dokumentiert.

Klinik muss hohe Summe zahlen

Neun Jahre nach dem Vorfall hat das Zivilgericht nun eine Entscheidung getroffen. Die Privatklinik wurde in erster Instanz dazu verurteilt, einer der Mütter rund 114.000 Euro zu zahlen. In der Summe sind neben dem Schadenersatz auch Verfahrenskosten enthalten.


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