Wörthersee nur in mäßigem Zustand: Bevölkerung soll über Zukunft mitreden
KÄRNTEN. Der ökologische Zustand des Wörthersees wird derzeit nur als mäßig eingestuft. Rückgänge bei Wasserpflanzen und Schilf sowie der Verlust von Lebensräumen sorgen für Handlungsbedarf. Nun startet eine große Befragung zur Zukunft des Kärntner Sees.

Der Wörthersee zählt zu den bekanntesten Seen Österreichs und ist gleichzeitig Naturraum, touristischer Anziehungspunkt und wichtiger Wirtschaftsfaktor. Doch ökologisch gibt es Probleme: Nach den Kriterien der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird der Zustand des Sees derzeit als mäßig bewertet.
Beobachtet wurden unter anderem Rückgänge bei Wasserpflanzen und Schilfbeständen sowie der Verlust von Lebensräumen für Wasservögel und andere Wasserlebewesen. Bund und Land Kärnten haben deshalb Anfang 2026 den „Seendialog Wörthersee“ gestartet.
Von Bootsverkehr bis freie Seezugänge
Nach Gesprächen mit Interessensgruppen und vier Fachworkshops wird nun die Bevölkerung eingebunden. Von 1. bis 30. September läuft eine Online-Befragung in den sieben Seegemeinden Klagenfurt, Krumpendorf, Pörtschach, Techelsberg, Velden, Schiefling und Maria Wörth.
Mitmachen können Menschen mit Haupt- oder Zweitwohnsitz, Urlaubs- und Tagesgäste, lokale Betriebe und deren Beschäftigte sowie Mitglieder von Vereinen und Initiativen rund um den Wörthersee.
Die Themen reichen von Tourismus, Strandbädern, freien Seezugängen sowie Rad- und Wanderwegen bis zur Seenökologie. Auch der Bootsverkehr und Möglichkeiten zur Verringerung des Wellenschlags werden behandelt. Dabei geht es unter anderem um Wassersportarten wie Wakesurfen und Wakeboarden sowie um Rudern, Segeln, Stand-up-Paddeln, Pump-Foilen und Wing-Foilen.
Auch Ufer und Fischbestand sind Thema
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gestaltung der Ufer. Gefragt wird etwa nach einer naturnäheren Gestaltung öffentlicher und privater Abschnitte mit Wasserpflanzen und Schilf anstelle harter Uferverbauungen.
Auch die Fischereibewirtschaftung spielt eine Rolle. Die Zunahme bestimmter Arten wie Zuchtkarpfen kann laut den Projektverantwortlichen das ökologische Gleichgewicht des Sees beeinträchtigen.
Die Befragung dauert etwa zehn bis 20 Minuten und kann online über die Plattform des Seendialogs ausgefüllt werden. Zusätzlich liegen Fragebögen in den Gemeindeämtern der sieben Seegemeinden auf.
Die Ergebnisse sollen im Herbst 2026 präsentiert werden. Anschließend sollen konkrete Maßnahmen für den Wörthersee ausgearbeitet und mit den betroffenen Interessensgruppen abgestimmt werden.








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