Ex-DFB-Star mahnt nach AfD-Wahlsieg: "Demokratie ist nicht selbstverständlich"
MAGDEBURG/DEUTSCHLAND. Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt für Reaktionen weit über die Politik hinaus. Nun wendet sich ein ehemaliger deutscher Nationalspieler mit einem eindringlichen Appell an die Gesellschaft.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Arne Friedrich (82 Länderspiele) hat nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt mit nachdenklichen Worten auf die politische Stimmung im Land reagiert.
Der frühere Bundesliga-Profi von Hertha BSC und dem VfL Wolfsburg verzichtete dabei bewusst auf eine direkte Abrechnung mit einer Partei – und richtete den Blick stattdessen auf die Gesellschaft und den eigenen Umgang miteinander.
Ex-DFB-Spieler Arne Friedrich reagiert auf AfD-Wahlerfolg
„Ich will heute nicht über Parteien sprechen. Ich möchte über uns sprechen“, schrieb Friedrich in einem Beitrag auf „Instagram“. Die Stimmung im Land habe sich verändert, so der 47-Jährige. Sie sei „misstrauischer, gereizter, schneller im Urteil.“
Gleichzeitig nahm Friedrich auch sich selbst in die Verantwortung. „Wir suchen die Schuld häufig zuerst bei den anderen“, schrieb der ehemalige Nationalspieler. Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, müsse sich jeder Einzelne fragen, welchen Beitrag er selbst zu einem besseren gesellschaftlichen Miteinander leisten könne.
„Demokratie ist nicht selbstverständlich“
Besonders eindringlich formulierte Friedrich seinen Appell mit Blick auf die Demokratie: „Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt davon, dass wir sie tragen, jeder Einzelne von uns.“
Anschließend stellte Friedrich sich selbst einige Fragen: „Wann habe er zuletzt wirklich jemandem zugehört, dessen Weltbild er nicht teile? Und wann habe er es sich zu leicht gemacht und einen anderen Menschen in eine Schublade gesteckt, weil genaues Hinschauen anstrengender gewesen wäre?
Damit plädiert Friedrich für mehr Dialog und gegenseitiges Zuhören – gerade in einer Zeit, in der die politischen Gräben zunehmend tiefer werden. Sein Beitrag richtet sich dabei nicht nur an politische Entscheidungsträger, sondern ausdrücklich an jeden Einzelnen.
AfD feierte in Sachsen-Anhalt historischen Wahlsieg
Der Anlass für Friedrichs Worte ist der historische Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Nach dem vorläufigen Ergebnis kam die Partei auf 43,8 Prozent der Stimmen. Damit hat die AfD erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine realistische Möglichkeit, in einem Bundesland eine Regierung anzuführen. Eine Regierungsbildung ist allerdings noch offen.
Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft; Spitzenkandidat der Partei ist Ulrich Siegmund.








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