EA Sports FC 27 im Experten-Check: Was Spieler jetzt beachten müssen
LINZ. Am 7. November findet im Rahmen der regionalen E-Gaming-Messe „Tips Game.On“ die oberösterreichische Landesmeisterschaft in der Fußballsimulation EA Sports FC 27 statt. Phil Gutmann, zweifacher österreichischer Meister, erklärt die wichtigsten Neuerungen, die aktuelle Meta und worauf es im neuen Teil der Serie ankommt.

Mit EA Sports FC 27 veröffentlichte EA Sports am 25. September den neuesten Teil seiner jährlich erscheinenden Fußballsimulationsreihe – den vierten seit der Trennung von der FIFA-Lizenz.
Neben aktualisierten Kadern und Teams bringt die neue Ausgabe auch Änderungen bei den Spielmodi und vor allem beim Gameplay mit sich – die bei der OÖ. Landesmeisterschaft bei der regionalen eSports Messe-“Tips Game.On“ (Alle Infos im Überblick>>>) am 7. November 2026 zum Tragen kommen. Die Anmeldungen für das Turnier sind derzeit noch offen (Hier anmelden>>>).
Neue Spielwelt mit Straßenfußball-Elementen
Eine der auffälligsten Neuerungen in EA Sports FC 27 ist der neue Spielmodus „The Grounds“. In der sozialen Spielwelt können Spieler einen eigenen Charakter erstellen, sich mit anderen messen und sich vom Straßenfußballer zum Fußballprofi hocharbeiten.
Der Modus verbindet Elemente von FIFA Street mit einem Story-Ansatz und lässt sich sowohl alleine als auch gemeinsam mit Freunden online spielen.
„Die Zielgruppe für den Modus ist sehr breit. Wer den Journey-Modus kannte, kommt hier sicher auf seine Kosten“, sagt Phil Gutmann. Der gebürtige Grazer kennt den virtuellen Fußball wie kaum ein anderer. Er ist zweifacher österreichischer Meister, war Trainer beim VfL Wolfsburg und arbeitet heute bei der E-Sports Player Foundation, wo er junge Talente fördert.
Abseits davon bleiben die bekannten Spielmodi weitgehend erhalten. Einzelne Bereiche, darunter der Karrieremodus und Ultimate Team, wurden allerdings überarbeitet und um neue Funktionen ergänzt.
Diese Änderungen prägen das Gameplay
Die größten Veränderungen zeigen sich jedoch auf dem virtuellen Rasen. „In diesem Jahr gibt es zwei große Änderungen, die erhebliche Auswirkungen auf das Gameplay haben“, erklärt Gutmann. Sein erster Eindruck sei gewesen, dass sich das Spiel ähnlich wie der Vorgänger anfühle. Nach einigen Partien habe sich allerdings gezeigt, dass man seine Spielweise anpassen müsse, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Eine wesentliche Neuerung betrifft die Defensive. Spieler müssen deutlich mehr selbst eingreifen, anstatt sich auf die Unterstützung der künstlichen Intelligenz verlassen zu können.
In den vergangenen Jahren übernahm die CPU häufiger Aufgaben wie das Abfangen von Bällen oder das Führen von Zweikämpfen. Diese Unterstützung fällt nun geringer aus.
„Davon profitieren insbesondere Spieler der älteren Generation“, sagt Gutmann. Wer die Defensive aktiv steuert und Spielsituationen gut liest, kann sich dadurch einen Vorteil verschaffen.
Offensivläufe wurden überarbeitet
Auch das Verhalten der Spieler bei offensiven Laufwegen hat sich verändert. Besonders bei Tiefenpässen ist ein Unterschied bemerkbar: Schickt man einen Spieler in die Tiefe, stellt dieser seinen Lauf nach rund zwölf Metern bereits wieder ein.
Das hat spürbare Auswirkungen auf Konter und erschwert es, mit einfachen langen Pässen hinter die gegnerische Abwehr zu kommen.
„Das verändert das Kontern erheblich“, erklärt Gutmann. Zwar gebe es Möglichkeiten, diese Einschränkung zu umgehen, insgesamt sei das Spiel dadurch aber etwas weniger konterlastig.
Gleichzeitig wirken die Laufwege realistischer: Spieler suchen eigenständig Räume und versuchen, sich in aussichtsreiche Positionen zu bringen.
Ultimate Team bekommt eine neue Sammelfunktion
Der beliebteste Spielmodus bleibt Ultimate Team. Dabei stellen Spieler aus virtuellen Karten realer Fußballer ihre eigene Mannschaft zusammen und treten online gegen andere Teams an. Die Karten können erspielt, über verschiedene Belohnungen freigeschaltet oder auf dem Transfermarkt erworben werden.
Neu ist unter anderem eine Galerie, die an ein Sammelstickeralbum erinnert. Dort können Spieler die verfügbaren Karten sammeln und für das Vervollständigen ihrer Sammlung Belohnungen erhalten.
Der Modus schafft damit einen zusätzlichen Anreiz, Karten freizuschalten, und bietet zugleich einen Überblick darüber, welche Spieler im Laufe des Jahres Teil des Spiels waren.
„Der Bessere setzt sich nun durch“
Die Stimmung in der Community nimmt Gutmann derzeit als recht positiv wahr. Zwar sei der Einstieg in das neue Gameplay anspruchsvoll, das sei bei einem neuen Teil der Reihe aber nicht ungewöhnlich.
„Das Gameplay ist schwer, aber das ist es anfangs meistens. Allerdings werden nun die richtigen Sachen belohnt. Das Skillgap ist noch einmal größer geworden. Der Bessere setzt sich nun eigentlich meistens durch, wovon ich ein Freund bin“, sagt Gutmann.
Gerade im kompetitiven Bereich sei das ein wichtiger Faktor. Zufällige Ausrutscher in der Weekend League, einem der wichtigsten Online-Wettbewerbe in Ultimate Team, seien dadurch seltener geworden.
Wer seine Spielmechaniken beherrscht und taktisch besser agiert, könne sich über mehrere Partien hinweg eher durchsetzen.
Gutmann selbst ist mit dem neuen Teil bislang zufrieden. In seiner ersten Weekend League holte er die maximale Ausbeute von 15 Siegen. „Mir macht das Spiel aktuell sehr Spaß“, sagt er.
Die aktuelle Meta
Wer in EA Sports FC 27 erfolgreich sein will, sollte derzeit vor allem auf schnelles Passspiel und gute Positionierung setzen. Gutmann empfiehlt, möglichst viele Doppelpässe zu spielen und den Gegner dadurch zum Anlaufen zu zwingen. So lassen sich Räume öffnen und gegnerische Abwehrreihen auseinanderziehen.
Auch hohe Bälle hinter die Abwehrkette funktionieren aktuell noch gut. Das könnte sich in den kommenden Wochen allerdings ändern, wenn bessere Spieler für die Mannschaften verfügbar werden und sich die Spielweise weiterentwickelt. Hinzu kommt, dass EA Sports das Gameplay regelmäßig anpasst und mit Updates verändert.
Diese Formationen funktionieren am besten
„Es ist derzeit ein Pass- und Dribblingspiel“, erklärt Gutmann. Als Formation empfiehlt sich aktuell unter anderem ein enges 4-3-1-2-System, bei dem die Spieler durch ihre Positionierung und das Zusammenspiel im Zentrum Vorteile schaffen können. Ebenfalls beliebt sind das 4-2-1-3, das 4-4-1-1 und das klassische 4-4-2.
Bei den Abschlüssen gibt es ebenfalls eine klare Tendenz. Flache Schüsse in die kurze Ecke sind derzeit besonders effektiv. „Da halten die Torhüter derzeit nichts“, sagt Gutmann. Wer seine Angriffe sauber herausspielt und im richtigen Moment abschließt, kann sich diesen Vorteil zunutze machen.
Die beliebtesten Karten
Auch bei der Auswahl der Karten gibt es Unterschiede. Vor allem Spielerinnen sind in der aktuellen Meta gefragt. Ihre Kombination aus Tempo, Beweglichkeit und Passstärke macht sie zu einer attraktiven Option für viele Mannschaften.
Im Angriff hebt Gutmann insbesondere Melchie Dumornay und Claudia Pina hervor. Auch Georgia Stanway zählt für ihn zu den interessanten Optionen.
Welche Karten sich langfristig durchsetzen, hängt allerdings nicht nur von ihren individuellen Werten ab, sondern auch davon, wie sich das Gameplay durch kommende Updates verändert.
Für Gutmann ist der neue Teil jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung: Wer seine Defensive aktiv steuert, im Angriff geduldig kombiniert und die Laufwege seiner Spieler richtig nutzt, kann sich einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
Gerade für ambitionierte Spieler dürfte es daher spannend werden, welche Taktiken sich bis zur oberösterreichischen Landesmeisterschaft bei der „Tips Game.On“ am 7. November endgültig durchsetzen.








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