Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ÖSTERREICH. Rund 250.000 Menschen in Österreich könnten von einer Nachzahlung des Arbeitsmarktservice (AMS) profitieren. Wegen eines jahrelangen Berechnungsfehlers muss die Behörde insgesamt rund 135 Millionen Euro zurückzahlen.

Symbolbild: picturemaker01/stock.adobe.com
Symbolbild: picturemaker01/stock.adobe.com

Für Betroffene sind im Durchschnitt etwa 400 Euro vorgesehen, in einzelnen Fällen sogar bis zu 2.500 Euro.

AMS berechnete Arbeitslosengeld falsch

Der Auslöser für die Rückzahlungen ist ein Fehler bei der Berechnung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe. Das AMS hatte bei der Ermittlung der Leistungen einen Arbeitslosenversicherungsbeitrag von drei Prozent berücksichtigt. Dieser wurde allerdings auch Menschen mit niedrigem Einkommen abgezogen, die diesen Beitrag aufgrund ihrer Einkommenshöhe gar nicht bezahlen mussten.

Dadurch erhielten zahlreiche Arbeitslose über einen längeren Zeitraum weniger Geld, als ihnen tatsächlich zugestanden wäre. Der Fehler wurde offenbar über viele Jahre hinweg gemacht. Nun muss das AMS die zu wenig ausbezahlten Beträge zurückzahlen.

Verwaltungsgerichtshof gab Betroffener recht

Zu der umfassenden Überprüfung kam es, nachdem eine Frau aus Linz Anfang 2022 Arbeitslosengeld beantragt hatte. Berichten zufolge verdiente sie monatlich rund 1.250 Euro brutto. Das AMS setzte ihre Leistung mit 21,09 Euro täglich fest.

Bei der Berechnung fiel der Frau auf, dass ihr ein Arbeitslosenversicherungsbeitrag abgezogen worden war, obwohl sie aufgrund ihres geringen Einkommens davon befreit gewesen wäre. Sie bekämpfte den Bescheid und brachte den Fall schließlich vor den Verwaltungsgerichtshof (VwGH). Am 3. Juli 2026 bekam sie recht. Der Verwaltungsgerichtshof stellte fest, dass die reduzierten Beitragsstufen auch bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes berücksichtigt werden müssen. Damit war klar, dass die bisherige Vorgehensweise des AMS nicht korrekt war.

Bis zu 2.500 Euro für einzelne Betroffene

Die finanziellen Auswirkungen sind beträchtlich. Insgesamt rechnet das Sozialministerium mit rund 135 Millionen Euro an Nachzahlungen. Etwa 250.000 Menschen könnten davon betroffen sein.Im Durchschnitt geht es um rund 1,10 Euro pro Tag, die zu wenig ausbezahlt wurden. Auf längere Bezugszeiträume gerechnet ergibt sich daraus eine durchschnittliche Rückzahlung von etwa 400 Euro. Wer über einen längeren Zeitraum zu geringe Leistungen erhalten hat, kann allerdings deutlich mehr Geld bekommen. In einzelnen Fällen sind Nachzahlungen von bis zu 2.500 Euro möglich.

Kein Antrag beim AMS notwendig

Für Betroffene ist keine eigene Antragstellung erforderlich. Das AMS soll die entsprechenden Fälle automatisch überprüfen und die ausstehenden Beträge anschließend überweisen. Anspruch haben sowohl ehemalige als auch aktuelle Bezieher von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, sofern ihre Leistungen aufgrund der fehlerhaften Berechnung zu niedrig waren.Nach Möglichkeit sollen die Rückzahlungen noch im Jahr 2026 erfolgen. Die Abwicklung betrifft allerdings eine große Zahl an Fällen und dürfte daher einige Zeit in Anspruch nehmen.


Weitere Beiträge

Ski-Weltcup: Olympia-Teilnehmerin (30) verkündet plötzliches Karriereende

Ski-Weltcup: Olympia-Teilnehmerin (30) verkündet plötzliches Karriereende

LEVI. Kurz vor dem Saisonauftakt von Sölden hat die 30-Jährige ihre Karriere beendet. Im vergangenen Winter ging die Ski-Athletin noch bei ...

Tips - total regionalManuel Tonezzer
Tragödie: Leiche bei Suche nach vermisstem Teenager gefunden

Tragödie: Leiche bei Suche nach vermisstem Teenager gefunden

ENGLAND. Bei der Suche nach dem vermissten James C. (18) aus dem englischen Swadlincote ist seine Leiche gefunden worden. Die Polizei in Derbyshire ...

Tips - total regionalManuel Tonezzer
Zu lange bei Supermarkt geparkt: Kundin muss 30 Euro Strafe zahlen

Zu lange bei Supermarkt geparkt: Kundin muss 30 Euro Strafe zahlen

MITTENWALD/DEUTSCHLAND. Ein kurzer Einkauf kann teuer werden: Eine Kundin eines Supermarkts im bayerischen Mittenwald erhielt eine Strafe in ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Zwei Schwerverletzte in der Steiermark: Pkw kracht frontal in Traktor

Zwei Schwerverletzte in der Steiermark: Pkw kracht frontal in Traktor

Pkw kracht frontal in TraktorZELTWEG/STEIERMARK. Schwerer Verkehrsunfall auf der B78 in der Steiermark: Am Samstagnachmittag (31. Oktober) kollidierte ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
1000 Euro Strafe: Italien greift gegen Autofahrer durch

1000 Euro Strafe: Italien greift gegen Autofahrer durch

MOMPANTERO/ITALIEN. Wer in Italien mit dem Auto in den Bergen unterwegs ist, sollte bei der Parkplatzsuche besser genau hinsehen. Im Susatal ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Frau nach Krebs-Entwarnung im Urlaub gestorben: Jetzt droht der Familie eine hohe Rechnung

Frau nach Krebs-Entwarnung im Urlaub gestorben: Jetzt droht der Familie eine hohe Rechnung

TÜRKEI. Eine 63-jährige Britin ist in der Türkei gestorben, nur wenige Tage nachdem Ärzte sie nach zwei Jahren Lungenkrebs für krebsfrei ...

Tips - total regionalManuel Tonezzer
Weitere Beiträge