250.000 Betroffene: Diese Österreicher erhalten bis zu 2.500 Euro
ÖSTERREICH. Rund 250.000 Menschen in Österreich könnten von einer Nachzahlung des Arbeitsmarktservice (AMS) profitieren. Wegen eines jahrelangen Berechnungsfehlers muss die Behörde insgesamt rund 135 Millionen Euro zurückzahlen.

Für Betroffene sind im Durchschnitt etwa 400 Euro vorgesehen, in einzelnen Fällen sogar bis zu 2.500 Euro.
AMS berechnete Arbeitslosengeld falsch
Der Auslöser für die Rückzahlungen ist ein Fehler bei der Berechnung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe. Das AMS hatte bei der Ermittlung der Leistungen einen Arbeitslosenversicherungsbeitrag von drei Prozent berücksichtigt. Dieser wurde allerdings auch Menschen mit niedrigem Einkommen abgezogen, die diesen Beitrag aufgrund ihrer Einkommenshöhe gar nicht bezahlen mussten.
Dadurch erhielten zahlreiche Arbeitslose über einen längeren Zeitraum weniger Geld, als ihnen tatsächlich zugestanden wäre. Der Fehler wurde offenbar über viele Jahre hinweg gemacht. Nun muss das AMS die zu wenig ausbezahlten Beträge zurückzahlen.
Verwaltungsgerichtshof gab Betroffener recht
Zu der umfassenden Überprüfung kam es, nachdem eine Frau aus Linz Anfang 2022 Arbeitslosengeld beantragt hatte. Berichten zufolge verdiente sie monatlich rund 1.250 Euro brutto. Das AMS setzte ihre Leistung mit 21,09 Euro täglich fest.
Bei der Berechnung fiel der Frau auf, dass ihr ein Arbeitslosenversicherungsbeitrag abgezogen worden war, obwohl sie aufgrund ihres geringen Einkommens davon befreit gewesen wäre. Sie bekämpfte den Bescheid und brachte den Fall schließlich vor den Verwaltungsgerichtshof (VwGH). Am 3. Juli 2026 bekam sie recht. Der Verwaltungsgerichtshof stellte fest, dass die reduzierten Beitragsstufen auch bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes berücksichtigt werden müssen. Damit war klar, dass die bisherige Vorgehensweise des AMS nicht korrekt war.
Bis zu 2.500 Euro für einzelne Betroffene
Die finanziellen Auswirkungen sind beträchtlich. Insgesamt rechnet das Sozialministerium mit rund 135 Millionen Euro an Nachzahlungen. Etwa 250.000 Menschen könnten davon betroffen sein.Im Durchschnitt geht es um rund 1,10 Euro pro Tag, die zu wenig ausbezahlt wurden. Auf längere Bezugszeiträume gerechnet ergibt sich daraus eine durchschnittliche Rückzahlung von etwa 400 Euro. Wer über einen längeren Zeitraum zu geringe Leistungen erhalten hat, kann allerdings deutlich mehr Geld bekommen. In einzelnen Fällen sind Nachzahlungen von bis zu 2.500 Euro möglich.
Kein Antrag beim AMS notwendig
Für Betroffene ist keine eigene Antragstellung erforderlich. Das AMS soll die entsprechenden Fälle automatisch überprüfen und die ausstehenden Beträge anschließend überweisen. Anspruch haben sowohl ehemalige als auch aktuelle Bezieher von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, sofern ihre Leistungen aufgrund der fehlerhaften Berechnung zu niedrig waren.Nach Möglichkeit sollen die Rückzahlungen noch im Jahr 2026 erfolgen. Die Abwicklung betrifft allerdings eine große Zahl an Fällen und dürfte daher einige Zeit in Anspruch nehmen.







