Taranteln breiten sich in Österreich aus: Über 200 Sichtungen
ÖSTERREICH. Immer häufiger werden in Österreich Taranteln entdeckt. Allein seit Anfang September gingen beim Naturschutzbund mehr als 200 Meldungen ein. Besonders in drei Bundesländern häufen sich die Sichtungen.

Groß, behaart und für viele Menschen ein ungewohnter Anblick: Taranteln sind auch in Österreich heimisch und werden derzeit auffallend häufig gesichtet. Wie der Naturschutzbund Österreich berichtet, gingen innerhalb von zwei Monaten mehr als 200 Meldungen über die Plattform naturbeobachtung.at ein. 175 Beobachtungen konnten von Experten bestätigt werden. Dabei handelt es sich um zwei heimische Arten: die Südrussische Tarantel und die Schwarzbäuchige Tarantel.
In diesen Bundesländern wurden die meisten Taranteln entdeckt
Besonders häufig wurden die Spinnen in der Steiermark mit 66 Meldungen, in Niederösterreich mit 49 und im Burgenland mit 43 dokumentiert.
Während in der Steiermark und in Kärnten heuer bislang ausschließlich Schwarzbäuchige Taranteln gemeldet wurden, stammen die Beobachtungen aus Wien und Niederösterreich von der Südrussischen Tarantel. Im Burgenland kommen beide Arten vor.
Taranteln verirren sich auch in Häuser und Wohnungen
Gerade im Herbst steigt die Wahrscheinlichkeit, einer Tarantel zu begegnen. Die Tiere suchen geschützte Plätze zum Überwintern und gelangen dabei gelegentlich in Wohnhäuser, Wohnungen oder Garagen.
In der Natur bevorzugen sie frostsichere Verstecke wie Erdhöhlen oder Felsspalten. Auch ungewöhnliche Fundorte beschäftigen die Experten.
„Besonders spannend ist eine sehr weit nord-westliche Sichtung der Südrussischen Tarantel aus Tulln, Niederösterreich. Außergewöhnlich ist dieser Fund insofern, als aus der gesamten dortigen Region, dem Tullnerfeld, Korneuburg, etc. bislang noch keine einzige Meldung eingegangen ist“, erklärt Carolina Trcka-Rojas vom Naturschutzbund Österreich.
Auch aus dem unteren Gailtal in Kärnten wurde Ende August ein bemerkenswerter Fund gemeldet. Die Schwarzbäuchige Tarantel wurde dort so weit westlich wie bisher noch nie dokumentiert.
Sind Taranteln in Österreich gefährlich?
Trotz ihres imposanten Aussehens gibt es laut Naturschutzbund keinen Grund zur Panik. Beide heimischen Tarantelarten gelten für Menschen als ungefährlich.
Wer eine Tarantel in der Wohnung entdeckt, sollte sie keinesfalls töten. Am besten wird das Tier vorsichtig mit einem Glas oder einem geeigneten Behälter eingefangen und ins Freie gebracht.
Auch in der Natur sollten die Spinnen möglichst nicht gestört werden. Von einer Mitnahme an einen anderen Ort rät der Naturschutzbund ausdrücklich ab, da die Tiere dadurch ihre Orientierung verlieren können.
Bevölkerung soll weitere Sichtungen melden
Die Südrussische Tarantel wurde in Österreich bereits in den 1920er-Jahren nachgewiesen. Die ersten veröffentlichten Nachweise der Schwarzbäuchigen Tarantel stammen aus den 1970er-Jahren.
Um die weitere Verbreitung der beiden Arten besser dokumentieren zu können, bittet der Naturschutzbund um Mithilfe. Wer eine Tarantel entdeckt, kann seine Beobachtung samt Foto auf www.naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App melden. Die eingereichten Beobachtungen werden anschließend von Experten überprüft.








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