Deep Space im Ars Electronica Center feiert nächsten Evolutionsschritt
LINZ. Neue Laserprojektoren, die leistungsfähigsten Grafikkarten, ein 3D-Trackingsystem, eine ganze Reihe spektakulärer Programme – mit Deep Space Evolution schlägt Ars Electronica das nächste Kapitel in Sachen immersive Bildwelten auf. Das Publikum - mit 3D-Brillen im Gesicht - wird begeistert sein, wenn es durchs Universum, in den menschlichen Körper oder auf den „Planet B“ reist. Die „Evolution“ des Deep Space 8K wird mit Festspielen gefeiert. Eröffnet wird am 30. März, bei freiem Eintritt.

Am 6. September 1996 wurde vom Team des Ars Electronica Futurelab zur Weltpremiere gerufen: Mit dem „Cave wurde der weltweit erste virtuelle Raum für breiteres Publikum eröffnet, ein 3x3x3 Meter kleiner Raum mit Boden, Decke und Wänden als Projektionsflächen. Im Kulturhauptstadtjahr linz09 wurde dann das neue Ars Electronica Center eröffnet, und mit ihm der Publikumsmagnet „Deep Space“, der 2015 zum Deep Space 8K wurde und atemberaubende Bildauflösung bietet.
Die Evolution ist da
Und nun der nächste Schritt: Deep Space „Evolution“ ist da. Über Monate hat das Futurelab-Team gearbeitet. „Der Raum ist zwar der gleiche, aber Hardware, Content, Programme und Zielsetzung sind neu“, freut sich der künstlerische Leiter von Ars Electronica Gerfried Stocker. „Mit 8K sind wir immer noch top an der Spitze, in der Rechenqualität und bei Anwendungsszenarien gibt es viele neue Entwicklungen.“
Anstelle der Lampenprojektoren verfügt der Deep Space 8K ab sofort über Laserprojektoren, die gleich mehrere Vorteile bringen: Sie können einen viel größeren Farbraum darstellen, benötigen 32 Prozent weniger Strom und sind im Betrieb wesentlich leiser, weil sie nicht so stark gekühlt werden müssen. Neben zahlreicher weiterer technischer Errungenschaften verfügt der Deep Space 8K nun auch über ein 3D-Trackingsystem, das unter anderem für interaktive Publikumsprogramme, künstlerische Projekte und nicht zuletzt die vielen Interaktionsexperimente des Futurelab genutzt wird.
Die Stereo 3D-Brillen sind nun funkbasiert. „Die Neuerungen bringen viele Möglichkeiten auch für die Forschung“, freut sich Horst Hörtner, Managing Director des Futurelabs. „Erst in ein paar Jahren werden wir dann zurückblicken können und sehen, was dadurch tatsächlich alles ermöglicht wurde.“
Investition vorgezogen
Finanziell unterstützt wurde die Evolution des Deep Space von der Stadt Linz. 350.000 Euro kamen aus dem „Pakt für Linz“, 500.000 Euro an geplanten Investitionen wurden vorgezogen. Bürgermeister Klaus Luger: „Wenn ich zurückdenke an die Eröffnung des Cave und die Möglichkeiten dadurch, etwa für die Stadtentwicklung oder für die Medizin - damals war das 'big future' für uns. Wenn ich jetzt die Möglichkeiten sehe, sehe ich, das Vordenker dafür gesorgt haben, dass das tatsächlich so eingetreten ist. Daher ist es klar, dass die Stadt auch diesen nächsten Schritt ermöglichen wollte.“ Luger unterstreicht auch, dass bei viel besserer Leistung um ein Drittel weniger Strom benötigt werde und die Kooperationen mit anderen Linzer Einrichtungen.
Programm-Highlights in 3D
Aber natürlich nicht nur Kreative und Forscher werden begeistert sein, auch für das Publikum eröffnen sich neue Welten. Mit der „Evolution“ wurde auch das inhaltliche Programm für die Besucher überarbeitet. Zwei schon bekannte und äußerst beliebte Programme wurden erneuert, zwei sind komplett neu.
Astrofans werden vom neuen „Uniview 3.0“ begeistert sein. Mit 3D-Brille reist man von der Erde ins Weltall, erfährt, warum sich auf der Erde überhaupt Leben entfalten kann. Aber auch Trips zu fremden Planeten, zum Schwarzen Loch in der Milchstraße oder eine Tour durch die ISS werden hier geboten.
Den komplexen anatomischen Aufbau von Homo Sapiens sehen und die Funktionsweise des menschlichen Organismus verstehen lernen – das erneuerte Programm „Virtual Anatomy“ lüftet Geheimnisse des menschlichen Körpers. Dazu werden zig Daten der modernen Medizin, etwas aus der Magnetresonanztomografie oder Computertomografie verwendet und in dreidimensionale Modellen greifbar gemacht. Das Programm „Virtual Anatomy“ ist ein mehrjähriges Koop-Projekt des Futurlabs mit Siemens Healthineers und Professor Franz Fellner (Abteilung für Radiologie am Kepler Uniklinikum Linz).
Ein faszinierendes Zusammenspiel von Kunst und Technologie mitverfolgen, das den Weg in die Zukunft weist – „Sounding Letters“ ermöglicht dies. Mensch und Künstliche Intelligenz musizieren dabei gemeinsam. Das 3D-Video basiert auf einem KI-System von Ali Nikrang vom Futurlab. Das System hat die Anfangsbuchstaben von Ars Electronic Futurlab und Ars Electronica Center als Noten interpretiert, entstanden ist ein wunderbar klingendes Klavierstück. Nikrang spielt dies im Duett mit einem selbstspielenden Piano. Visualisiert wird das auch in Echtzeit.
„Welcome to Planet B“ wiederum ist ein neues Programm, dass die Möglichkeit eröffnet, auf einem fiktiven „Paneten B“ sich mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen. Das interaktive Simulationsspiel stellt vor die Wahl, auf welche Technologien wir setzen und wie wir unseren Lifestyle verändern wollen, um den Klimawandel zu begrenzen. Unterstützt von der Linz AG wurde das Programm entwickelt. „Der Planet B ist ein Testlabor für unsere Welt. Die Charaktere im Spiel vermitteln dabei komplexe Inhalte, auf spielerische Art kann man in die Zukunft reisen“, erzählt Susanne Kiesenhofer vom Futurelab.
Neue Formate
Zusätzlich zu den rund halbstündigen Präsentationen der verschiedenen Programme gibt es auch neue Formate, für die das Deep Space 8K genutzt wird. Die Schiene „Deep Space live“ wurde abgelöst durch „Deep Space Concert“, „Deep Space Experience“ und „Deep Space Lecture“: Kunstschaffende, Forschende und Aktivisten laden dazu künftig wöchentlich ein.
Eröffnungs-Festspiele
Premiere gefeiert wird am Mittwoch, 30. März, um 18.30 Uhr, Eintritt frei. Am Samstag, 2. und Sonntag, 3. April folgt das große Eröffnungswochenende, bei dem sämtlichen neuen Highlights am Spielplan stehen. Festspiele im Deep Space 8K warten natürlich auch in den Osterferien, vor allem an Familien richtet sich hier das Programm. Bis Ende Mai locken zudem spannende Themenwochenenden: „Welcome to Planet B“ am 23. und 24. April, „Kunstschätze und Medienkunst“ am 7. und 8. Mai sowie Astronomie und Anatomie am 28. und 29. Mai.
Kultur-Stadträtin und Beiratsvorsitzende von Ars Electronica Doris Lang-Mayerhofer lädt ein, das bildgewaltige Aushängeschild des Ars Electronica Centers und der Stadt Linz zu entdecken, „ich lege den Familien ganz besonders ans Herz, am Eröffnungswochenende und in den Osterferien ins Museum der Zukunft zu kommen.“


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