Massentests in OÖ: 150 Standorte, Ablauf steht fest

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Wurzer Katharina Wurzer Katharina, Tips Redaktion, 02.12.2020 23:08 Uhr

OÖ. Mehr als 1,4 Millionen Oberösterreicher können sich zwischen 11. und 14. Dezember kostenlos auf Covid-19 testen lassen. Insgesamt werden die Testungen an 150 Standorten mit knapp 600 Teststraßen durchgeführt. Wie die Testungen im Detail ablaufen sollen und was dabei zu beachten ist, informiert die Landespolitik.

Die Massentestungen sollen dabei helfen, Infizierte rasch zu erkennen und abzusondern, aber auch die Infektionszahlen vor Weihnachten weiter zu senken. In Zusammenarbeit mit den Bezirksverwaltungsbehörden, Städten sowie den Gemeinden wurden nun 150 Standorte, verteilt über das gesamte Bundesland, ausgewählt, an denen knapp 600 Teststraßen zur Verfügung stehen werden. 136 Standorte sind außerhalb der drei Statutarstädte. Eine Liste, wo genau sich die Teststraßen in OÖ befinden, finden sich in Kürze auf der Homepage des Krisenstabes des Landes.

Die Organisation läuft derzeit parallel zu den Vorbereitungen für die Lehrer-Testungen, die kommendes Wochenende durchgeführt werden. Pro Tag werden etwa 5.700 Personen, unter anderem medizinisches Fachpersonal, Verwaltungs- und Hilfspersonal im Einsatz sein. Der Bund organisiert das Testmaterial, die Verteilung sowie die Lagerung im Vorfeld übernimmt das österreichische Bundesheer.

Die Teststation kann von der Person frei gewählt werden, wobei das Land die Bevölkerung ersucht, sich in der Wohngemeinde testen zu lassen.

Der Ablauf im Detail

  • Der Ablauf sieht so aus, dass sich Personen im Vorhinein online registrieren und ein Datenblatt ausfüllen können. Möglich ist das ab Montag, 7. Dezember auf einem Online-Portal. Wer das nicht gemacht hat, holt die Anmeldung vor Ort bei der Teststraße nach.
  • Zur Kontrolle der Identität ist für alle eine Ausweis nötig. Das Testmaterial wird mit einer Codierung und einem Hinweiszettel zur weiteren Vorgehensweise überreicht.
  • Der Test selbst dauert wenige Minuten. Nach dem Abstrich übergibt die getestete Person diesen, die Identifikation wird für Rückfragen vermerkt.
  • Nachdem die Person das Testlokal verlassen hat, geht der Abstrich zum Auswerter, der ausfüllt, ob ein Test positiv oder negativ ist.
  • Dieses Datenblatt wird an die Administration zur Erfassung des Testergebnisses im EDV-System weitergegeben.
  • Die Testperson erhält ihr Ergebnis per SMS oder E-Mail. Alternativ sind telefonische Verständigungen möglich.

Vorgehensweise bei positivem Testergebnis

  • Wer ein positives Testergebnis erhält, muss sich umgehend zu Hause isolieren.
  • Positive Testergebnisse werden an Behörden vor Ort weitergegeben, um ein Verfahren in die Wege zu leiten. Der positiv Getestete wird angerufen und zur Absonderung aufgerufen.
  • Ein positiver Antigentest hat einen PCR-Test zur Folge, für den das Rote Kreuz zuständig ist. Bis zu diesem Ergebnis müssen die Personen in häuslicher Quarantäne bleiben.
  • Die behördlich abgesonderte Person kann weiterhin ihr Einkommen beziehen, der Dienstgeber hat Anspruch auf Kostenersatz. Sollte der folgende PCR-Test negativ sein, können die Personen für die Zwischenzeit einen Bescheid für den Dienstgeber haben.

Teststationen sind von 8 bis 20 Uhr geöffnet

Die Tests finden von 11. bis 14. Dezember zwischen 8 und 20 Uhr statt. Die Testung mittels Nasenabstrich basiert auf Freiwilligkeit. Es gibt laut Land Oberösterreich daher keine Konsequenzen, wenn man nicht an der Testung teilnimmt. Das in der Teststation mitarbeitende Personal wird vor Dienstbeginn getestet. Sie erhalten 10 Euro pro Stunde beziehungsweise 20 Euro, sofern sie eine medizinische Ausbildung haben. Zum Einsatz kommen unter anderem das Bundesheer, das Rote Kreuz Oberösterreich, der Samariterbund und das Landesfeuerwehrkommando. Bei den Teststationen wird auf die Einhaltung von Sicherheits- und Hygienerichtlinien geachtet. Die Verständigung von Freiwilligen, ob und wann sie zum Einsatz kommen, wird über Team Österreich passieren.

Appell zur Teilnahme

Derzeit rufen viele Politiker dazu auf, an den Massentests teilzunehmen. Sie erwarten sich davon unter anderem eine Durchbrechung von Infektionskette. „Bitte nehmen Sie die Möglichkeit der Testungen in Anspruch. Die Corona-Pandemie verlangt unserer Bevölkerung enormes ab. Gesundheitlich, wirtschaftlich, gesellschaftlich, familiär. Mit einer breiten Durchtestung in unserem Land können wir einen guten Überblick über das aktuelle Infektionsgeschehen erhalten. Insbesondere haben wir die Chance, Infektionsketten rasch zu durchbrechen, weil wir damit auch jene Personen erreichen, die infiziert sind, das aber vielleicht noch nicht feststellen haben können. Die flächendeckenden Tests tragen zur Entlastung unseres Gesundheitssystems und letztlich zur Rettung von Menschenleben bei“, sagen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP).

„Instrument zur Bekämpfung der Pandemie“

Auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger, der im Vorfeld Kritik äußerte, spricht nun von einem wichtigen Instrument der Pandemiebekämpfung: „Großflächige Covid-Tests in der Bevölkerung sind ein wichtiges Instrument in der Pandemiebekämpfung. Sie zeigen, wie weit sich das Virus aktuell ausgebreitet hat. Zwar kann man zu den Massentests und der kurzfristigen Ankündigung der Bundesregierung stehen, wie man möchte. Als Bürgermeister der Lebensstadt Linz unterstütze ich aber jede Maßnahme, die dazu beitragen kann, dass wir diese Pandemie endlich in den Griff bekommen“. Luger ist Städtebund-Präsident und war daher genauso wie der Gemeindebund in die Vorbereitungen involviert.

„Ich möchte den Gemeinden mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern an der Spitze mit ihren Teams für diese unglaubliche Leistung in unglaublich kurzer Zeit herzlich danken. Dass Oberösterreichs Städte und Gemeinden in einer Krisenzeit wie der gegenwärtigen zu solchen Höchstleistungen fähig sind, macht mich stolz“, freut sich der Präsident des OÖ Gemeindebundes Johann Hingsamer abschließend.

Auf der Webseite des Landes werden häufige Fragen zu den Massentests beantwortet.

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