Kaineder: "Der Boden hat keine Lobby"
OÖ. Die Flächen der Einkaufszentren haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Dafür werden freie Wiesen verbaut, während es in den Stadt- und Ortszentren immer mehr Leerstände gibt, berichtet Klima-Landesrat Stefan Kaineder. Zur Bewusstseinsbildung wird eine Kampagne durchgeführt.

Immer mehr Ackerflächen werden zu Bauland. Österreich hat eine Verkaufsfläche von 1,66 Quadratmetern pro Kopf und ist damit gemeinsam mit Belgien an der Spitze Europas. Das sei ein Erfolg, auf den man nicht stolz sein könne, sagt Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne). „Über zwei Hektar Land – etwa drei Fußballfelder – werden in Oberösterreich tagtäglich verbraucht. In den letzten 25 Jahren verlor Österreich durch Verbauung 150.000 Hektar Äcker und Wiesen. Das entspricht der gesamten Agrarfläche des Burgenlands. Klarer kann nicht aufgezeigt werden, dass es dringend ein effektives Gegensteuern und eine verantwortungsvolle Bodenpolitik braucht“, hält der Landespolitiker fest.
„Böden gehen uns alle an“
Grünflächen seien extrem wertvoll und lebenswichtig. Der Boden habe aber keine Lobby und seine Bedeutung sei vielen nicht bewusst. Am 5. Dezember ist der Weltbodentag. Anlässlich dazu präsentierte Kaineder eine Kampagne, die Bewusstsein für das Thema schaffen soll. „Mit der Kampagne wollen wir zeigen, wie wertvoll und besonders unser Boden ist und warum Böden uns alle angehen. Egal ob beim täglichen Einkauf, beim Gärtnern oder bei der Entscheidung, wie und wo man wohnen will - Bodenschutz bedeutet einen respektvollen Umgang mit der gemeinschaftlichen, nicht erneuerbaren und begrenzten Ressource Boden“.
Boden ist Grundlage für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Auf einem Quadratmeter artenreicher Blumenwiese können Bienen Blüten für bis zu 20 Gramm Honig finden. Das reicht für fünf Honigbrote. Die Hälfte wildlebender Bienen nistet auch in Böden. Darüber hinaus sind Böden ein Teil des Wasserkreislaufs, sie speichern Kohlenstoff und haben Einfluss auf das Klima. Bodenschutz sei auch Klimaschutz, sagt Kaineder abschließend.


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