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OÖ/LINZ. Viele Eltern haben derzeit Angst um die Bildungschancen ihrer Kinder. Das geht aus drei Umfragen des Instituts für Erwachsenenbildungsforschung (IBE) im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich (OÖ) hervor. Eltern wünschen sich vor allem Ausbau digitaler Infrastruktur an Schulen, kostenlose Förderung während des Schuljahres und in den Ferien sowie mehr Angebote an Nachmittagsbetreuung und Ganztagsschulen.

In Oberösterreich wird über die Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen und Nachmittagsbetreuung von Kindern debattiert (Symbolbild). (Foto: Natalia Deriabina/Shutterstock.com)

Das vergangene Jahr hat laut AK OÖ gezeigt, wie wichtig und systemrelevant Schulen, Kindergärten, Krabbelstuben und Horte sind. Sie seien Bildungseinrichtungen und würden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. Oberösterreich habe jedoch Nachholbedarf beim institutionellen Angebot. So würde hierzulande lediglich für 23,9 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und für nur 4,4 Prozent der Unter-Dreijährigen ein vollzeittauglicher Betreuungsplatz zur Verfügung stehen, kritisiert die AK OÖ. Konkret bedeutet vollzeittauglich, dass die Kinderbetreuungseinrichtung von Montag bis Freitag 45 Stunden (davon an vier Tagen mindestens 9,5 Stunden) geöffnet sein muss, maximal fünf Wochen pro Jahr geschlossen sein darf und warmes Mittagessen anbietet. Laut AK OÖ schließt die Mehrheit der Kindergärten und Krabbelstuben im Bundeland vor 16 Uhr. Länger als zwölf Stunden pro Tag hätten nur fünf von 1.247 Kinderbetreuungseinrichtungen geöffnet. Das stehe im Gegensatz dazu, dass Arbeitgeber immer mehr Flexibilität von ihren Beschäftigten wie Zwölf-Stunden-Tage, die 60-Stunden-Woche, ständige Erreichbarkeit und maximale Mobilität fordern würden.

Land OÖ: Kinderbetreuung wird ausgebaut

OÖVP-Klubobmann Christian Dörfel hält dieser Kritik entgegen, dass das Land Oberösterreich seit Jahren Kinderbetreuungseinrichtungen ausbaue. Außerdem sei die Nachfrage zu berücksichtigen. „Das Angebot ist schon jetzt weit größer als die Nachfrage. Wir begrüßen das System von Wahlfreiheit und der Deckung von Bedarfen, wenn diese bestehen. Für jene weißen Flecken, die es noch gibt, schreitet das Ausbauprogramm der Gemeinden mit Unterstützung des Landes stetig voran“, hält Dörfel fest. Laut aktuellem Stand hätten fast 90 Prozent der oberösterreichischen Kinder die Möglichkeit, im Kindergarten nachmittags betreut zu werden. Nur ungefähr jedes vierte Kind nimmt dieses Angebot tatsächlich in Anspruch. Darüber hinaus fördere das Land Tagemütter und Tagesväter, was von der AK OÖ wissentlich ausgeblendet werde. Diese macht wiederum die Einführung des Elternbeitrags für die Nachmittagsbetreuung im Februar 2018 für die Nicht-Inanspruchnahme der Nachmittagsbetreuung verantwortlich.

AK sieht flächendeckendes Angebot als notwendig an, Dörfel spricht von „Zwangsbeglückung“

Derzeit hätten viele Eltern Angst um die Bildungschancen ihrer Kinder. Das geht aus drei Umfragen, die vom Institut für Erwachsenenbildungsforschung (IBE) im Auftrag der AK OÖ durchgeführt wurden, hervor. Eltern wünschen sich vor allem einen Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen (90 Prozent), kostenlose Förderung während des Schuljahres (95 Prozent) sowie in den Ferien (85 Prozent), mehr Angebote an Nachmittagsbetreuung (83 Prozent) und an Ganztagesschulen (59 Prozent). Echte, verschränkte Ganztagesschulen mit einem Angebot von Unterricht, Förderung, Sport und weiteren Freizeitaktivitäten seien in Oberösterreich nach wie vor selten, kritisiert die AK OÖ. Das Ziel, bis 2022 für 40 Prozent der Schüler im Pflichtschulalter einen Betreuungsplatz in einer Schule oder einem Hort sicherzustellen, sei unrealistisch. Derzeit gibt es für fast jeden dritten Pflichtschüler eine Nachmittagsbetreuung. Dass die Wahlfreiheit der Eltern flächendeckend gegeben sei, meint hingegen Dörfel: „Wir stehen zur Wahlfreiheit und sind weiterhin gegen eine ganztägige Zwangsbeglückung. In Oberösterreich ist diese Wahlfreiheit flächendeckend gegeben und wird durch kontinuierlichen Ausbau stetig verbessert. Das gebetsmühlenartige Schlechtreden eines gut funktionierenden Kinderbildungs- und –betreuungssystems in Oberösterreich lehne ich entschieden ab“, schließt der Landespolitiker.


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