Land OÖ schnürt Feuerwehr-Paket

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 16.09.2021 13:01 Uhr

OÖ. Um die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr in OÖ auch für die Zukunft zu erhalten, und angesichts der zahlreichen Einsätze im Unwettersommer 2021, haben das Land OÖ und der OÖ Landes-Feuerwehrverband ein Paket geschnürt. Dabei werden Kommandofahrzeuge und Hubrettungsfahrzeuge gefördert.

Gerade der diesjährige Sommer habe außergewöhnliche Unwetter beschert, „das ganze Land war betroffen. Beeindruckend ist, wie schnell und in großer Anzahl der Freiwillige Feuerwehr kommt“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer. „Unglaublich, wie viele Kameraden auch in den Nachtstunden sofort zur Stelle sind.“

So war von Mai bis August 2021 die Zahl der Ausrückungen fast dreimal so hoch wie im Vergleichszeitraum letzten Jahres, in Personalstunden sei der Wert sogar auf das fünffache gegenüber dem Vergleichszeitraum gestiegen (Details am Ende des Artikels).

Um dieses Leistungsniveau auch für die Zukunft zu sichern, investiert die Landesregierung gemeinsam mit dem OÖ Landes-Feuerwehrverband zusätzlich in die Ausstattung der oö. Feuerwehren, im Rahmen eines neuen Feuerwehr-Pakets.

Neue Kommandofahrzeuge, neue Hubrettungsfahrzeuge

Konkret können Kommandofahrzeuge, die die landesweite Gefahrenabwehr- und Entwicklungsplanung (GEP) für die Ausstattung einer Feuerwehr vorsieht, künftig aus Bedarfszuweisungsmitteln gefördert werden. Die Finanzierung von rund 20 Fahrzeugen pro Jahr wird jährlich mit rund 300.000 Euro seitens des Landes bezuschusst.

Zudem wird die Neuanschaffung von drei Hubrettungsfahrzeugen pro Jahr künftig bei einer Investitionssumme von 2,5 Millionen Euro mit 1,1 Millionen Euro seitens des Landes gefördert. Ebenso Thema ist die kostenintensive Wartung von Hubrettungsfahrzeugen. Die betroffenen Gemeinden werden hier mit Bedarfszuweisungsmittel bezuschusst. Aktuell gibt es etwa 60 Hubrettungsfahrzeuge in OÖ.

Gemeinsam mit dem OÖ Landes-Feuerwehrverband werden in die 20 neuen Kommandofahrzeuge jährlich bis zum Jahr 2027 7,5 Millionen Euro investiert, die die drei Hubretter pro Jahr 14,5 Millionen Euro.

C-Führerschein: Aktion wird verlängert

Verlängert wird die schon laufende Unterstützung zur Erlangung des C-Führerscheins/Feuerwehrführerscheins. „Bei schwerem Gerät muss es auch Leute geben, die damit fahren können“, so Stelzer. Mit Sicherheits-Landesrat Wolfgang Klinger wurde daher vom Verband ein Konzept erarbeitet, wie Feuerwehrmitglieder kostenlos diesen Führerschein machen können. Bis zu 400.000 Euro pro Jahr stehen dafür vom Land zur Verfügung. Aufgrund des hohen Zuspruchs wurden die Mittel für 2021 um 200.000 Euro aufgestockt. Bislang 650 Feuerwehrleute haben das Angebot angenommen. Auch 2022 stehen wieder 400.000 Euro zur Verfügung.

Drohnen-Technik

Der OÖ Landes-Feuerwehrverband setzt bei Einsätzen auch auf neue Drohnen-Technik. „Der Einsatz von Drohnen ist mittlerweile entscheidend, bundesweit wurden dafür Rahmenbedingungen geschaffen“, so Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer. „Drohnen sind von Vorteil, um sich ein Bild der Lage, auch bei Brandereignissen ein Lagebild zu machen und gezielte Maßnahmen setzen zu können. Hier wollen wir in Zukunft bedeutende Schwerpunkte setzen.“

„Sicherheit Gemeinschaftsprojekt“

Der Bedarf der Gerätschaften wurde in Abstimmung zwischen Land OÖ und OÖ Landes-Feuerwehrverband festgelegt. „Sicherheit ist ein Gemeinschaftsprojekt – gemeinsam mit Land OÖ haben wir dieses zukunftsweisende und unterstützende Projekt gestartet. All die neuen technischen Möglichkeiten in einem Kommandofahrzeug, in einer neuen Drehleiter und auch der Einsatz von Drohnen unterstützen unsere Feuerwehreinsatzkräfte“, so Mayer.

Finanziert aus Mitteln des Gemeinderessorts

Das Land Oberösterreich finanziert die zusätzlichen Leistungen aus Mitteln des Gemeinderessorts mit. „Die Ausstattung für die Feuerwehren darf nicht an der finanziellen Situation der Gemeinden scheitern“, so Landesrat Max Hiegelsberger.

Die GEP gibt die Positionierung von Hubrettungsfahrzeugen nach strategischen Grundsätzen vor. Diese Fahrzeuge sind daher nicht zwangsläufig bei Feuerwehren in größeren Gemeinden zu finden, sondern je nach den geografischen Begebenheiten auch in finanzschwächeren Gemeinden. „Gerade Hubrettungsfahrzeuge, das haben wir heuer gesehen, sind notwendig in den Regionen. Ein großes Service nach zehn Jahren kostet etwa 80.000 Euro – wir wollen auch kleinere Gemeinden hier unterstützen“, so Hiegelsberger. Dieser laufende Aufwand wird von nun an ebenfalls aus Bedarfszuweisungsmitteln des Gemeinderessorts mit bis zu 80 Prozent der anfallenden Kosten gefördert.

„In Summe hoffen wir, dass wir mit diesem Beitrag die Herausforderungen in unser aller Interesse bestmöglich unterstützten können, damit die Einsätze gut und sicher ablaufen und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren sicher von den Einsätzen zurückkommen können“, so Stelzer.  

Jugend motivieren

„Ich glaube, dass wir das beste Zivilschutz-System weltweit haben. Es wird aber auch notwendig sein, die Jugend zu motivieren, Dienst in der Feuerwehr zu machen. Wir sind aufgefordert, alles zu tun, damit die Schlagkraft erhalten bleibt“, unterstreicht Klinger.

„Es ist ein großer Mehrwert für die Feuerwehren und für die Gemeinden, dass es jetzt möglich ist, Kommandofahrzeuge über die Gemeindefinanzierung – Neu zu finanzieren. Ebenso ist es eine große Entlastung, dass die hohen Servicekosten für Hubrettungsfahrzeuge nun durch das Land mitfinanziert werden“, zeigt sich auch Landesrätin Birgit Gerstorfer erfreut.

Statistik Unwettersommer

Von 1. Mai bis 17. August 2020 gab es in OÖ 1.890 Unwettereinsätze für die Oö Feuerwehr, im selben Zeitraum 2021 waren es 6.320, zeigt die Statistik des heurigen Unwettersommers des Landes-Feuerwehrkommandos. Im Einsatz waren 2020 16.250 FF-Mitglieder, 2021 52.920.

Bei den Personalstunden sind diese von 25.430 im Jahr 2020 auf 138.595 Stunden 2021 gestiegen.

Rund 66.000 aktiven Feuerwehrmänner und -frauen gibt es in Oberösterreich.

 

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