OÖ Jugend-Medien-Studie 2021 - die intensive Bildschirmzeit der Jugendlichen

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Lena Brandstätter Lena Brandstätter, Tips Jugendredaktion, 22.09.2021 15:46 Uhr

OÖ. In der aktuellen Jugend-Medien-Studie wird das Medienverhalten der elf- bis 18-jährignen Jugendlichen in Oberösterreich aus dem Blickwinkel der Jugendlichen, der Eltern und Pädagogen erhoben und analysiert. Die Studie zeigt die Trends und Entwicklungen seit 2008. Bildungsreferentin Christine Haberlander, Bildungsdirektor Alfred Klampfer, Geschäftsführer Education Group GmbH Peter Eisenmair und Institutsvorstand von market David Pfarrhofer haben die Ergebnisse der Studie vorgestellt.

„Das Ziel der Studie ist die Auslotung des Medienverhaltens bei oberösterreichischen Jugendlichen zwischen elf und 18 Jahren“, so Landeshauptmann-Stellverterin Christine Haberlander und fügt hinzu: „Wir durften gestern schon die ersten Laptops an die Schüler verteilen, es werden von Land Oberösterreich über 30.000 Geräte zur Verfügung gestellt. Nicht nur wegen Corona, sondern auch wegen der Digitalisierung. Corona hat den Prozess nur beschleunigt.

Für die Studie wurden 481 Jugendliche aus Oberösterreich, 304 Eltern (von Kindern im betroffenen Alter) und 97 Pädagogen der Sek1 in OÖ im Jahr 2021 befragt. Die Studie wurde von market Institut im Auftrag der Education Group durchgeführt.

Freizeitverhalten der Jugendlichen – Corona zeigt Wirkung                    

Im Ergebnis zeigt die Studie unter anderem, wie zentral die Familie für die Jugend ist, laut Pfarrhofer ist diese auch 2021 ein wichtiger Rückhalt. Deutlich bemerkbar mache sich bei den Ergebnissen aber auch die Krise: “Beim Freizeitverhalten hinterlässt Corona tiefe Spuren. Social Distancing ist Thema. Freizeitaspekte wie Treffen im Freundeskreis, Kino und Ausgehen am Abend fehlen.„, so Pfarrhofer und fügt hinzu “Was für eine Überraschung, dass die Jugendlichen weniger ins Kino gehen, wenn die Kinos nicht geöffnet waren„ Das Computerspiel ersetzt zum Teil diese Zeit, in der Beliebtheitsskala dominiert jedoch klar die reale Bedeutung mit Freunden.

Kurzvideos und Internet-Clips

Massive Veränderungen zeigen sich beim Fernsehverhalten: Rücklauf beim klassischen Fernsehen, deutlicher Anstieg beim Streamen und bei Internet-Clips und Videos. In Summe kommen die Jugendlichen auf etwa drei Stunden “Fernsehzeit„ pro Tag.

Lesen – gedruckt und als E-Book

Trotz intensiver Bildschirmzeit ist das gedruckte Buch, mit 72 Prozent, weiterhin die präferierte Variante. Die E-Books sind aber weiter verbreitet als noch im Jahr 2019. In Sachen Schulbücher gewinnen digitale Schulbücher seit der Corona-Krise an Beliebtheit.

Intensive und breitere Computer-Nutzung

Mit 86 Prozent haben weiterhin fast alle jungen Menschen in Oberösterreich Zugang zu einem Computer - die elf- bis 18-Jährigen haben Spaß daran. Ein deutlicher Anstieg der Nutzung ist beim schulischen Einsatz zu verzeichnen. Corona hat die Entwicklung hier weiter beschleunigt. Auch Computerspiele gewinnen an Bedeutung – so intensiv wurde noch nie gespielt. Die durchschnittliche Spielzeit der Jugendlichen ist auf 84 Minuten täglich angewachsen.

Lernprogrammen und LernApps

Die Nutzung von Lernprogrammen und LernApps ist im Unterricht deutlich angewachsen – von 29 Prozent 2019 auf 45 Prozent im Jahr 2021. Der Einsatz der Lernprogramme erfolgt vor allem in Englisch, Mathematik und Deutsch.

Täglich Internet

Durchschnittlich schätzen sie die eigene Zeit auf etwas mehr als zwei Stunden pro Tag ein. Youtube bleibt mit Abstand die beliebteste und intensivste Internet-Anwendung. Junge Menschen legen vielfach ein überlegtes und bewusstes Verhalten im Internet an den Tag. Die Eltern haben viel Vertrauen in den Internet-Umgang der Jugendlichen. 

Was die digitalen Medien betrifft, fühlen sich übrigens Zwei Viertel der Jugendlichen sicher im Umgang mit digitalen Medien. Auch im Umgang mit den eigenen Daten wird viel Sensibilität gezeigt.

Schule kann noch digitaler werden

Dabei denkt man nicht an Distance-Learning und Home-Schooling, sondern an die verstärkte Integration der Medien Computer und Internet in den Unterricht. Digitalisierung gewinnt auch aus Sicht der Eltern merklich an Bedeutung.

“Die aktuellen Ergebnisse dieser etablierten und relevantesten Mediennutzungsstudie im gesamten Bundesgebiet bestätigt auch abseits des pandemiebedingten intensiven Medieneinsatzes die langfristige Entwicklung hin zu einer nahezu permanenten Rezeption digitaler Inhalte durch die jugendliche Zielgruppe. Gesellschaftliche Herausforderung muss es sein, diesen Transformationsprozess in moderne Lehr- und Lernszenarien zu integrieren und pädagogisch fundiert nutzbar zu machen„, so Peter Eisenmair, Geschäftsführer der Education Croup.

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