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OÖ/LINZ. Vor knapp einem Jahr zu Halloween kam es in der Linzer Innenstadt zu folgenschweren Ausschreitungen. In Vorbereitung auf den diesjährigen 31. Oktober erhöht die Polizei ihrer Präsenz in Linz und ganz Oberösterreich. Das Land OÖ hat als Folge die Präventionsarbeit neu aufgestellt und das „Respekt OÖ“-Maßnahmenpaket geschürt. Im Rahmen des Pakets wird gemeinsam mit dem Familienbund OÖ nun auch auf digitales Streetwork gesetzt.

V. l.: Stadtpolizeikommandant Brigadier Karl Pogutter, Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer und Familienbund OÖ-Obmann Martin Hajart (Foto: Land OÖ)

Eine starke Antwort des Rechtsstaates, aber auch Präventionsmaßnahmen – so die Leitlinie im Integrations-Ressort von Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) nach den Halloween-Krawallen in Linz im Jahr 2022. „Es gibt bei uns null Toleranz gegenüber organisierten Krawallen und Widerstand gegen die Staatsgewalt“, so Hattmannsdorfer, der gleichzeitig auf das von Land OÖ, Polizei und Jugend- und Sozialarbeit geschnürte Präventionspaket „Respekt OÖ“ verweist.

Auch lesen: Nach Halloween: Jugend-Integrationspaket „Respekt“ startet

Workshops, Peer-Ausbildung und mehr

Das Maßnahmenpaket umfasst Workshops zu unter anderem Gewaltprävention und Zivilcourage an Brennpunktschulen, den Ausbau von Streetwork und die Einführung von Community-Peer-Ausbildung. Seit Jahresbeginn wurden 100 Workshops an 30 Schulen durchgeführt, knapp 1.500 Teilnehmer waren dabei.

Ebenfalls ausgebaut wurde die Zusammenarbeit zwischen Integrations-Ressort und Jugendkontaktbeamten, zehn Polizisten sind derzeit in Linz nebendienstlich als solche tätig, in der Sondergruppe „JUKOB“.

Digitales Streetwork wird aufgebaut

Gemeinsam mit dem Partner Familienbund OÖ, der schon jetzt mit dem Familienzentrum Dialog migrantische Kinder, Jugendliche und deren Familien unterstützt sowie Schulbetreuung und Lernbegleitung anbietet, wird im Rahmen von „Respekt OÖ“ nun auch ein digitales Streetwork gestartet.

Familienbund OÖ-Obmann Martin Hajart, ÖVP-Vizebürgermeister von Linz: „Es gibt Rädelsführer, die es mit unserer Demokratie, unserem Rechtsstaat nicht gut meinen, die großen Einfluss und Mobilisierungskraft auch auf Social Media haben.“ Deshalb müsse ein Fokus auf das Internet gelegt werden.

Der Familienbund OÖ wird daher ein digitales Streetwork aufbauen, nach Vorbild Bayern, so Hajart. Dort gibt es digitales Streetwork bereits flächendeckend mit 14 hauptberuflich tätigen Streetworkern.

Das Pilotprojekt des Familienbundes wird zu Beginn „mit einer einstelligen Zahl“ an Streetworkern arbeiten, diese werden dazu neu ins Team aufgenommen. Sie sollen junge Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren auf sozialen Netzwerken und Gaming-Communitys erreichen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Früherkennung von Radikalisierungs- und Extremismustendenzen. Bis Jahresende werde das Projekt erarbeitet, Start ist mit Jahresbeginn 2024, so Hattmannsdorfer und Hajart.

Die Projektkosten werden mit 300.000 Euro beziffert, zum Großteil getragen vom Land OÖ.

Halloween: Aktuell keine Hinweise auf neuerliche Vorfälle

Zu Halloween 2022 wurden von der Polizei noch in der Nacht 154 Personenfeststellungen durchgeführt, 58 davon hatten österreichische Staatsbürgerschaft. Mittlerweile wurden 25 beteiligte Personen verurteilt.

Wie schon zuletzt zu Silvester wird die Polizei rund um Halloween in Linz, aber auch in ganz Oberösterreich, verstärkt im öffentlichen Raum unterwegs sein, so Stadtpolizeikommandant Brigadier Karl Pogutter. Die Polizei schaue zudem „engmaschig“, was sich auf den Social-Media-Plattformen tue, „zurzeit gibt es keinen Hinweis auf Ähnliches wie letztes Jahr“, so Pogutter.

Auch Kinder- und Jugendhilfe startet Digitales Streetwork

Wie berichtet startet auch die Kinder- und Jugendhilfe im Ressort von Landesrat Michael Lindner (SPÖ) Online-Streetwork. Das Projekt startet mit 1. Jänner 2024 und wird vom größten oberösterreichischen Streetwork-Träger – dem Verein I.S.I – umgesetzt.

Auch lesen: Von der Straße ins Netz: Ab 2024 erstmals Online-Streetwork in Oberösterreich

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