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Rotes Kreuz: 750 Fachkräfte in Mobiler Pflege kümmern sich um 14.000 Bedürftige in Oberösterreich

Tips LogoMaya Lauren Matschek, 20.06.2024 18:11

OÖ/LINZ. „Erfreulich“ sind laut Walter Aichinger, Präsident des Oö. Roten Kreuzes, die Teilnehmerzahlen zum Ersten-Hilfe-Kurs, jedoch fehlt es an Fachkräften in der Mobilen Pflege - das zeigt auch die jährliche Schlussbilanz. Gleichzeitig feiert die Krisenintervention ihr 25. Jubiläum, Angebote zur psychischen Ersten Hilfe sollen dieses Jahr ausgebaut werden.

V. l.: Lisa Hintermüller, Mitarbeiterin der Mobilen Pflege und OÖ. Rotkreuz-Präsident Aichinger Walter stellen die Mobile Pflege als attraktives Arbeitsumfeld vor und ziehen Bilanz am vergangenen Geschäftsjahr. (Foto: OÖRK)

In der mobilen Pflege kümmern sich derzeit 750 Mitarbeitende um rund 14.000 Menschen. Ein Freiwilliger ist also für das Wohl von ungefähr 19 Bedürftigen verantwortlich. „Das ist eine Menge und umso dankbarer sind wir für jeden, der sich in diesem Bereich engagiert“, so OÖRK-Präsident Walter Aichinger.

„Pflegekräfte aus dem Ausland zu holen ist eine gute Idee, ja. Aber doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Denn: „Statistiken belegen, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Oberösterreich von derzeit mehr als 80.000 bis 2040 auf knapp 126.000 weiter ansteigen wird. Gleichzeitig sollen bereits 2030 landesweit rund 10.000 Mitarbeiter im Pflegebereich fehlen“, erklärt Aichinger.

Appell an Politik und Gesellschaft

„Wir müssen alles tun, um das Berufsbild aufzuwerten und fordern Entscheidungsträger auf, die strukturellen Probleme anzugehen. Dazu gehört auch, Entlohnung und Arbeitsbedingungen anzupassen“, fordert der Präsident.

Mit rund 794.000 Hausbesuchen gilt die Tätigkeit in der mobilen Pflege nicht nur als krisensicherer Job, sondern, laut Lisa Hintermüller, Mitarbeiterin in der mobilen Pflege, auch als „erfüllend und sinnstiftend“: „In der Mobilen Pflege kann ich die Patienten ganzheitlich betreuen und jene Zeit für sie da sein, die dafür nötig ist. Meine Tätigkeit macht Sinn. Ich schätze die Abwechslung, das Arbeiten im Team und die Flexibilität bei größtmöglicher Selbstorganisation, die mir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gut ermöglicht.“

Neues Weiterbildungsangebot zur psychischen Ersten Hilfe

Rund 44.300 Menschen wurden im Vorjahr durch den Erste-Hilfe-Kurs zu Lebensrettern ausgebildet. Wenn die Nase blutet oder sie einen bewusstlosen Menschen finden, wissen diese 44.300 Ausgebildeten, was zu tun ist. Schwieriger wird es beim Erkennen von psychischen Krankheiten. „Es geht nicht darum, ein professioneller Psychotherapeut zu werden. Oftmals reicht das bloße Erkennen und Ansprechen, um Schlimmeres zu verhindern“, sind sich Erich Haneschläger, Landesgeschäftsleiter des Oö. Roten Kreuzes und OÖRK-Präsident Aichinger sicher, und: „Psychische Gesundheit wird immer wichtiger.“ Deswegen plant die Rotkreuz-Akademie im kommenden Jahr ein eigenes Weiterbildungsangebot zur psychischen Ersten Hilfe im Ausmaß von vier bis zwölf Stunden.

5.000 Stunden in der Krisenintervention

Seit 25 Jahren sind Mitarbeitende der Krisenintervention gefordert. Und das durchschnittlich drei Mal am Tag. 1.700 Freiwillige waren vergangenes Jahr rund 5.000 Stunden im Einsatz, um ihren Mitmenschen in Ausnahmesituationen zu helfen.

„Diese, und alle anderen Freiwilligen, tun jeden Tag mehr als sie müssten und das ist unbezahlbar. Freiwilliges Engagement ist mehr wert, als man es je in Euro fassen könnte“, so Aichinger.

Offene Stellen beim Oö. Roten Kreuz unter www.roteskreuz.at/ooe/jobs

Infos zu den Erste-Hilfe-Kursen unter www.erstehilfe.at


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