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OÖ. Existenzängste und Einsamkeit können Menschen speziell in diesem Jahr an den Feiertagen belasten. Was Abhilfe schaffen und wie ein schönes Silvester zu Hause gelingen kann, berichtet Anneliese Gnigler. Sie ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin aus Timelkam.

  1 / 2   Der Jahreswechsel wird in diesem Jahr unter anderem von Kontaktbeschränkungen und dem Wegfall von Veranstaltungen geprägt sein (Symbolbild). (Foto: Volker Weihbold)

In ihrer Beratung machen sich derzeit vor allem Menschen, die alleine leben, Sorgen, dass sie sich zu Silvester einsam fühlen könnten. Das trifft nicht ausschließlich auf ältere Menschen zu, wo Verwandte möglicherweise aus Rücksicht auf ihre Gesundheit nicht kommen. Auch jüngere Menschen stellen sich gerade die Frage, ob und wie sie mit Freunden feiern sollen. Zudem haben Personen mit psychischen Erkrankungen Angst, dass ihre Symptome durch fehlende soziale Kontakte stärker in den Vordergrund treten. Manche Menschen nehmen gerade auch weniger Kontakt zu anderen auf als vor der Pandemie üblich, beobachtet Gnigler. Hier lautet ihr Appell an nicht einsame Personen darauf zu achten, wer sich im eigenen Umfeld einsam fühlen könne. Ein bloßer Anruf könne einem einsamen Menschen schon helfen und für mehr Wohlbefinden sorgen.

Auf Phasen für sich alleine achten

Eine weitere Herausforderung bei der Silvesterfeier in Corona-Zeiten sind Existenzängste, die sich durch einen Jahresrückblick oder einen Ausblick in die Zukunft verstärken können. Stress begünstigt wiederum Konflikte, fehlende räumliche Distanz ebenfalls. „Wenn man den ganzen Tag zusammen ist, finde ich es auch wichtig, Phasen zu haben, wo man sich kurz mal alleine zurückzieht und in Ruhe für sich sein kann“, rät Gnigler. Familien und Paaren empfiehlt sie, sich das gemeinsame Ziel zu setzen, einen friedlichen Tag zu haben und bereits tagsüber auf das eigene Wohlbefinden zu achten. Schon bestehende Konflikte lassen sich nach Absprache auch zu einem anderen Zeitpunkt klären. Dabei sind Ich-Botschaften wichtig, um die eigene Befindlichkeit mitzuteilen. Um neue Kraft zu schöpfen, ist zudem ein Spaziergang immer hilfreich.

Insgesamt sind die Erwartungen an den Silvestertag diesmal möglicherweise niedriger, vermutet Gnigler. Die Menschen rechnen mit einer Feier im kleineren Kreis und sind zum Teil bereits froh, gesund zu sein. Es werde das Beste aus der Situation gemacht.

Tipps für einen schönen Silvestertag 

Wie das aussehen kann? Dafür hat die diplomierte Lebens- und Sozialberaterin mehrere Ideen parat. „Ich kann alles empfehlen, was einen in eine gute Stimmung bringt, vielleicht etwas was einem als Kind schon gefallen hat“. Zur guten Stimmung können ein Spaziergang in der Natur, eine Tasse Kaffee, das Ansehen von Fotos, aber auch das gemeinsame Vorbereiten von Essen, das Spielen von Gesellschaftsspielen oder das Ansehen eines Films beitragen. Gnigler selbst sieht sich gerne „Ronja Räubertochter“ mit ihrer Familie an. Auch „The incredibles“, Disneyfilme, Weihnachtsfilme oder den Liebesfilm „Tatsächlich Liebe“ kann sie empfehlen. Für eine positive Stimmung könne auch Musik sorgen, etwa Oldies von Abba.

Weniger gängige Ideen sind eine Fackelwanderung und ein Jahresabschlussfeuer in einer Feuerschale im Freien. Dabei könne man symbolisch etwas Altes ins Feuer werfen und loslassen, dazu noch Punsch trinken und Lieblingsmusik hören. „Für Silvester würde ich mir wünschen, dass wir möglichst friedlich miteinander sein können“, sagt Gnigler. Menschen sollen sich trotz des Blicks auf die Realität einen schönen Abend erlauben.

Zur Webseite von Anneliese Gnigler


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