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Mit Hotline 1450 schneller dran in der Spitalsambulanz – Pilotprojekt startet

Tips LogoKarin Seyringer, 25.08.2021 18:38

OÖ/RIED/LINZ. Aktuell ist die Telefonhotline 1450 allen als Corona-Hotline bekannt, grundsätzlich ist die Rufnummer aber für generelle telefonische Gesundheitsberatung rund um Uhr gedacht. Nun wird die Nummer weiterentwickelt. Anrufer, denen geraten wird, ein Spital aufzusuchen, kommen in der Ambulanz schneller an die Reihe. Die Pilotphase startet 2022 in der Region Ried, im Anschluss kommt das Kepler Uniklinikum dazu, ab 2023 soll auf ganz OÖ ausgerollt werden.

Franz Harnoncourt (OÖ Gesundheitsholding), Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander, Walter Aichinger, Präsident des OÖ Roten Kreuzes undeter Ausweger (Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH), v. l. (Foto: Land OÖ/Tina Gerstmair)

Die Mitarbeiter der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 bieten Rat und Orientierung, arbeiten ein Protokoll durch und legen so die individuelle Einstufung fest. Bei Bedarf werden die Anrufer an die nächstgelegenen Ärzte oder den hausärztlichen Notdienst (HÄND) vermittelt, bei Bedarf Rettungsdienst oder Notarzt aktiviert.

Bessere Patientenlenkung

Nun wird der nächste Schritt zur Weiterentwicklung von 1450 gesetzt. Wenn die Mitarbeiter der Hotline befinden, dass der Anrufer ein Krankenhaus aufsuchen sollte, bekommen sie künftig rascheren Zugang zur Spitalsambulanz. So sollen die Patienten noch besser gelenkt werden. Eine Priorisierung sollen auch jene Patienten erhalten, die durch die Hausärzte und den HÄND zugewiesen werden.

„Es wurde lange an dem Projekt gearbeitet, in der Schweiz ist ein solches System bereits erprobt“, so Gesundheits-Landesrätin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander. „Wir arbeiten für eine gute und starke Gesundheitsversorgung, dafür ist es wichtig, dass in den Spitälern jene zuerst behandelt werden, die auch tatsächlich Symptome haben, die nur in einem Spital behandelt werden können.“ Gerade durch Corona sei auch die Akzeptanz der telefonischen Gesundheitsberatung deutlich gestiegen, das wolle man nutzen.

Start in Ried im Innkreis

Gestartet wird die Pilotphase im Jahr 2022 im Innviertel, in der Region Ried. Hier werden über 1450 weitergeleitete Personen mit einem Codewort ausgestattet. In der Folge wird auch der Med Campus des Kepler Uniklinikums Linz eingebunden. Dort sollen die Patienten zum Beispiel mit einem QR-Code am Handy versorgt werden. Checkt die Person dann in der Ambulanz mit dem Code ein, wird diese bevorzugt behandelt und die erhobenen Patientendaten werden automatisch dem Spital übermittelt.

Walter Aichinger, Präsident des Oö. Roten Kreuzes unterstreicht ebenfalls die Vorteile: „Diese Vorgehensweise verkürzt die Wartezeit für Patienten, die sich zuvor beraten lassen und erzielt gewünschte Lenkungseffekte. Ziel sei es, den Weg durch das Gesundheitssystem möglichst effektiv zu gestalten.“

Erleichterung durch weitergeleitete Informationen

Von 1450 werden an das Spital auch die erhobenen Gesundheitsdaten weitergeleitet, das bringe eine Erleichterung und Beschleunigung der Prozesse, neben dem Vorteil für die besser geleiteten Patienten bringe das auch eine Entlastung für die Mitarbeiter in den Spitälern. „Unsere Arbeiten werden erleichtert in den Akutaufnahmen, wenn wir unsere Konzentration auf jene Patienten fokussieren können, die tatsächlich die Betreuung in einem Krankenhaus benötigen“, unterstreicht Franz Harnoncourt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Oö. Gesundheitsholding. Peter Ausweger, Geschäftsführer der OÖ Ordensspitäler Koordinations GmbH sieht einen besonderen Vorteil darin, dass die Ärzte in Spital von 1450 vorinformiert werden. „Somit erhalten die Ärzte einen guten Überblick über die bereits geschilderten Symptome, das Erstgespräch wird vereinfacht. Wartezeiten in den Akutambulanzen werden dadurch entsprechend verkürzt, ähnlich bei Zuweisungen durch niedergelassene Ärzte.“

460.000 Anrufe seit Start

Am Telefon bei 1450 sitzt medizinisch besonders geschultes Krankenpflegepersonal, getragen wird 1450 von Bund, Land und Sozialversicherungsträgern, in Oberösterreich betreibt das Rote Kreuz die Hotline. Über 460.000 Telefonate haben die derzeit 36 Mitarbeiter seit Start im März 2018 entgegengenommen, täglich zwischen 300 und 400. Abseits von Corona betreffen die Anfragen hauptsächlich Bauchschmerzen und Erbrechen, Ausschläge, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen und Insektenstiche.

Alle Infos zu 1450 gibt's unter www.1450.at

 


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