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Tips Logo Online Redaktion, 21.07.2022 16:22

OÖ. Rund 600.000 Mountainbiker gibt es in Österreich, im Alpenverein ist Mountainbiken laut einer Umfrage 2020 die zweithäufigste Sommersportart nach Bergwandern und ist zugleich ein Tourismusfaktor. Daher fordert der Alpenverein zusätzliche Ressourcen von Bund und Ländern, um das legale Mountainbikenetz zu erweitern und plädiert für ein respektvolles Miteinander am Berg.

Dowhiller am Kronplatz in Südtirol (Foto: Rene Sendlhofer-Schag)
Dowhiller am Kronplatz in Südtirol (Foto: Rene Sendlhofer-Schag)

Der Alpenverein sieht im Mountainbikesport große Chancen für Gesundheit, Gemeinschaft und Naturerlebnis. „Der Alpenverein ist sich aber auch des Konfliktpotentials zwischen Mountainbikern, Wanderern, Grundeigentümern, Wegehaltern und anderen Lebensraumpartnern bewusst“, erklärt René Sendlhofer-Schag, Mountainbike-Beauftragter des Alpenvereins. Der Trend zum E-Mountainbike schafft weitere Herausforderungen.

Neues Positionspapier

Daher hat der Alpenverein ein neues Positionspapier vorgelegt, als Basis für eine risikobewusste, umwelt- und sozialverträgliche sowie legale Ausübung des Mountainbikesports. Der Alpenverein setzt dabei auf Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung: Wissen über natur- und wildökologische Zusammenhänge erhöht bei allen Bergsportlern das Verständnis über die Notwendigkeit, Regelungen einzuhalten und das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen. „Technik statt Tempo“ lautet das Motto zur Unfallprävention beim Biken im alpinen Naturraum

Forststraßen und Alpenvereinswege – keine freie Fahrt

Die ursprüngliche Forderung einer generellen Freigabe von Forststraßen sieht der Alpenverein als nicht mehr zielführend an. „Einerseits würde dies nur einen Teil der Bedürfnisse der Mountainbiker abdecken, andererseits ist diese Forderung in absehbarer Zeit auch nicht realisierbar. Darüber hinaus gibt es schützenswerte, sensible Naturbereiche, die man nicht mit dem Mountainbike befahren sollte – ähnlich den Lenkungsprojekten beim Skitourengehen“, erklärt Sendlhofer-Schag.

Von Bund und Ländern fordert der Alpenverein aber Ressourcen und Konzepte zur raschen Öffnung weiterer Forststraßen, um ein möglichst flächendeckendes und legales Netz an Routen zu schaffen.„Die Bereitstellung von personellen und finanziellen Ressourcen in den Ämtern der Landesregierungen und des Bundes, Vereinbarungen mit Grundeigentümern und Wegehaltern, Entschädigungen, Versicherungen und die Berücksichtigung sachlicher, wissenschaftlich fundierter ökologischer Aspekte sind Merkmale erfolgreicher Konzepte“, weiß Sendlhofer-Schag.

Wandern und Biken gemeinsam

Der Alpenverein setzt sich für ein respektvolles und harmonisches Miteinander ein. Im Begegnungsraum Wandern und Mountainbiken kommuniziert der Alpenverein daher die internationale Empfehlung des Club Arc Alpin: „Fußgänger haben Vorrang! Nimm Rücksicht auf Fußgänger, indem du dein Kommen frühzeitig ankündigst und das Tempo reduzierst. Halte nötigenfalls an. Ein freundlicher Gruß fördert die Akzeptanz. Fahre in kleinen Bike-Gruppen und meide von Wanderern stark frequentierte Wege. Wanderer lassen Mountainbiker passieren, ohne ihre Fahrt unnötigerweise zu behindern.“


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