LINZ/OÖ. Der Glasfaserausbau in Oberösterreich hat in den vergangenen Jahren deutlich an Tempo gewonnen. Markus Fellhofer, Prokurist der BBOÖ Breitband Oberösterreich GmbH, zieht eine positive Zwischenbilanz, warnt jedoch davor, den Ausbau jetzt zu bremsen. Auch lokale Gewerke würden vom Ausbau profitieren.

Rund 80 Prozent aller Haushalte können auf Glasfaser oder leistungsfähige Kabelnetze zugreifen. Vor allem durch Bundes- und Landesförderungen wurde der Ausbau stark vorangetrieben. Während der Bund große Projekte unterstützt, springt das Land bei kleineren, schlecht versorgten Gebieten ein. Ziel ist es, sogenannte weiße Flecken zu schließen und auch abgelegene Regionen anzubinden. Eine Stärke Oberösterreichs liegt laut Markus Fellhofer in der Vielzahl an Betreibern. Für Bürger ist der Ausbaufortschritt online einsehbar. Über die Plattform breitbandatlas.gv.at kann die eigene Adresse geprüft werden. Dort wird sichtbar, welche Infrastruktur vorhanden ist und welcher Anbieter zuständig ist. Glasfaser bringt neben hoher Geschwindigkeit vor allem Stabilität und Zukunftssicherheit.
„Es bringt mir nichts, wenn ich ein schnelles Auto habe, das aber alle 100 Kilometer stehen bleibt“, vergleicht Fellhofer, „und das ist es, was die Leute aufregt: Wenn man eine Videokonferenz hat oder ein YouTube-Video schaut und es fällt in einer Stunde für eine Minute aus, dann ärgert einen diese Minute.“ Symmetrische Bandbreiten ermöglichen gleich schnellen Upload und Download. Zudem bleibe die Leistung unabhängig von der Nutzung durch Nachbarn konstant. Auch die geringe Verzögerung bei der Datenübertragung sei ein wesentlicher Vorteil.
Steigender Bedarf
Der Bedarf ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Homeoffice, Streaming und Smart-Home-Anwendungen erhöhen die Anforderungen kontinuierlich. Gleichzeitig wächst die Zahl der Geräte pro Haushalt deutlich. Herausforderungen bestehen vor allem in der Wirtschaftlichkeit des Ausbaus, die „egal ob mit oder ohne Förderung“ gegeben sein muss.
Lokale Wertschöpfung
„Genehmigungsverfahren dauern, aber wenn man lokal ist, so wie wir, und mit den Gemeinden das Gespräch sucht, findet man eigentlich immer eine Lösung“, sagt Fellhofer. Wichtig sei, dass die Bürger ihr Interesse aktiv melden. Denn je größer die Nachfrage, desto eher werden Projekte umgesetzt. Vom Ausbau profitieren die lokalen Gewerke vor Ort, wie Planer oder Tiefbauer. „Die lokale Wertschöpfung ist sehr hoch“, betont Fellhofer.


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