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Langer-Weninger lud zum Runden Tisch zur aktuellen Holzmarktsituation

Tips LogoKarin Seyringer, 13.05.2026 17:01

OÖ/LINZ. Schwankende Märkte, steigende Kosten und der Borkenkäfer setzen die Forst- und Holzwirtschaft unter Druck. Bei einem Runden Tisch im Linzer Landhaus wurde aber auch deutlich: Oberösterreich sieht große Chancen in modernem Holzbau, regionaler Wertschöpfung und klimafitten Wäldern.

Landesrätin Langer-Weninger beim Runden Tisch. (Foto: Land OÖ/Lina Spenlingwimmer)
  1 / 3   Landesrätin Langer-Weninger beim Runden Tisch. (Foto: Land OÖ/Lina Spenlingwimmer)

Die Forst- und Holzwirtschaft steht derzeit vor großen Herausforderungen. Schwache Baukonjunktur, volatile Preise, hohe Energie- und Finanzierungskosten sowie internationale Unsicherheiten belasten die Branche. Gleichzeitig sieht Oberösterreich großes Potenzial in Holz als nachhaltigem Baustoff und wichtigem Zukunftsrohstoff.

Runder Tisch zum Austausch

Forst-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) lud deshalb Vertreter aus Forstwirtschaft, Holzindustrie, Holzbau und Verwaltung zum Runden Tisch „Holzmarkt und Forstwirtschaft“ ins Linzer Landhaus ein. Ziel war der Austausch über die aktuelle Marktlage und zukünftige Entwicklungen.

„Holz ist Klimaschützer, Wirtschaftsmotor und Zukunftsrohstoff. Damit Oberösterreichs Wälder auch für kommende Generationen artenreich und leistungsfähig bleiben, braucht es aktive Bewirtschaftung, faire Rahmenbedingungen und eine starke Partnerschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, betont Langer-Weninger.

43.000 Betriebe entlang der Wertschöpfungskette in OÖ

Oberösterreich zählt zu den wichtigsten Wald- und Holzregionen Österreichs. Rund 42 Prozent der Landesfläche sind bewaldet. Die Wälder schützen vor Naturgefahren, speichern CO₂ und liefern den Rohstoff Holz. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette gibt es in Oberösterreich rund 43.000 Betriebe.

Als Experte brachte Holzkurier-Chefredakteur Gerd Ebner eine Einschätzung zur aktuellen Marktsituation ein. Er sieht die Branche derzeit in einer Phase zwischen Stabilisierung und Unsicherheit. Gleichzeitig verweist er auf die Stärken Oberösterreichs: „Die vollständig integrierte Wertschöpfungskette – vom Wald über die Sägeindustrie bis zum modernen Holzbau – macht den Standort widerstandsfähig und zukunftsfähig.“

Besonders Chancen sieht Ebner im modernen Holzbau und bei hochwertigen Produkten wie Brettsperrholz oder industrieller Vorfertigung. Damit könne mehr regionale Wertschöpfung erzielt werden als mit reinem Schnittholzexport.

Auch Langer-Weninger sieht im Holzbau großes Potenzial: Holz ermögliche klimafreundliches Bauen und eigne sich besonders für Aufstockungen und Nachverdichtung. Damit könne auch schneller neuer Wohnraum geschaffen werden.

EU-Entwaldungsverordnung brauche praktikable Umsetzung

Kritisch diskutiert wurde beim Runden Tisch die EU-Entwaldungsverordnung. Das Ziel, weltweite Entwaldung zu reduzieren, sei zwar richtig. Für Länder wie Österreich brauche es aber eine praktikable Umsetzung. „Die Abholzung von Regenwäldern muss gestoppt werden. Aber die Antwort darauf darf nicht zusätzliche Bürokratie für unsere heimischen Waldbauern sein“, so Langer-Weninger.

Weniger Schadholz, Risikofaktor Borkenkäfer

Positive Nachrichten gibt es bei der Entwicklung des Schadholzes. Laut Holzeinschlagsmeldung 2025 wurden in Oberösterreich 3,19 Millionen Erntefestmeter Holz geerntet. Der Gesamteinschlag lag damit leicht über dem Vorjahr. Besonders deutlich sank die Schadholzmenge: Mit 690.000 Erntefestmetern hat sie sich im Vergleich zu 2024 halbiert.

„Die rückläufige Schadholzmenge ist eine positive Nachricht. Sie ist aber kein Grund, sich zurückzulehnen“, sagt Langer-Weninger. Sturmereignisse, Trockenheit oder Schneebruch könnten die Situation rasch wieder verschärfen.

Vor allem der Borkenkäfer bleibt ein Risikofaktor. Das Niederschlagsdefizit und steigende Temperaturen erhöhen weiterhin die Anfälligkeit der Fichtenbestände. „Gerade jetzt ist Aufmerksamkeit gefragt. Frischer Stehendbefall muss früh erkannt und befallenes Holz rasch aus dem Wald gebracht werden“, betont Langer-Weninger.


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