Auszeichnung für Kinderschutz in Oberösterreich
OÖ/LINZ/WELS. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes OÖ (KiJA OÖ) und das Kinderschutzzentrum Wels, Tandem, sind für ihre Kinderschutzkonzepte ausgezeichnet worden. Das Gütesiegel wurde im Bundeskanzleramt von Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) überreicht.

Vorausgegangen war eine Prüfung durch die Qualitätssicherungsstelle Kinderschutzkonzepte. Sie bewertete das interne Konzept der KiJA OÖ anhand der Qualitätsstandards der Allianz Kinderschutz. Dabei ging es unter anderem um vorbeugende Maßnahmen, Zuständigkeiten sowie Beschwerde- und Handlungsabläufe.
Abläufe und Verhaltenskodex überprüft
Im Zuge der Prüfung habe die KiJA OÖ ihre internen Abläufe, Risikoeinschätzungen und den Verhaltenskodex weiterentwickelt, berichtet Kinderschutzbeauftragte Doris Bonifarth. „Die Zertifizierung ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich. Ein wirksames Kinderschutzkonzept darf kein starres Papier sein, sondern muss im Alltag gelebt werden“, so Bonifarth.
Das Kinderschutzkonzept der KiJA OÖ umfasst ein breites Bündel an präventiven und strukturellen Maßnahmen. Der Verhaltenskodex gilt für hauptamtliche und freie Mitarbeiter sowie für die ehrenamtlichen Paten im Projekt MaMMut. Bei der Personalauswahl setzt die Einrichtung auch auf die Prüfung erweiterter polizeilicher Führungszeugnisse.
Für das Krisen- und Fallmanagement sind Bonifarth und ein internes Kinderschutzteam zuständig. Die Gesamtverantwortung liegt bei Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger. Dabei gilt das Vier-Augen-Prinzip.
Kinder und Jugendliche befragt
Bei der Erstellung des Schutzkonzepts wurden in Zusammenarbeit mit der FH Linz 44 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren persönlich befragt. Ihre Anregungen flossen laut KiJA OÖ in die Risikoanalyse und die Planung von Schutzmaßnahmen ein.
Für vertrauliche und anonyme Beratungen gibt es im Dienstgebäude einen eigenen Zugang. Auf ihrer Website stellt die KiJA OÖ zudem eine kindgerechte Fassung des Schutzkonzepts als Fotostory bereit. Über einen QR-Code können Kinder und Jugendliche Rückmeldungen oder Beschwerden abgeben.
Auch Kinderschutzzentrum Wels ausgezeichnet
Auch das Kinderschutzzentrum Wels, Tandem, langjähriger Kooperationspartner der KiJA OÖ, wurde im Rahmen der Feier mit dem Gütesiegel ausgezeichnet.
Die KiJA OÖ und das Kinderschutzzentrum Wels übernehmen füreinander die Funktion einer externen Ombudsstelle. Dadurch steht im Verdachts- oder Beschwerdefall eine unabhängige Anlaufstelle zur Verfügung.
Gütesiegel als Qualitätsmerkmal
Das Gütesiegel richtet sich an Organisationen und Unternehmen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es soll sichtbar machen, dass Maßnahmen zur Vorbeugung, klare Zuständigkeiten sowie Beschwerde- und Hilfewege in einer Einrichtung verankert sind.
„Als Kinder- und Jugendanwaltschaft fordern wir von anderen Institutionen und Vereinen zu Recht verbindliche Kinderschutzkonzepte ein. Umso wichtiger war es für uns, auch selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Dass auch unser Kooperationspartner, das Kinderschutzzentrum Wels, diese hohe Auszeichnung erhalten hat, unterstreicht die Qualität unserer Arbeit und die Bedeutung starker, verlässlicher Netzwerke im Kinderschutz“, so die oberösterreichische Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger.








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