Oberösterreich vernetzt Einsatzkräfte und Behörden digital
OÖ/ST. MARIEN. Eine neue digitale Plattform soll Gemeinden, Behörden und Einsatzorganisationen in Oberösterreich bei Krisen verbinden. Vergangene Woche wurde der Startschuss für die Ausschreibung der Software gegeben. Auch für ein neues Landes-Feuerwehrzentrum in St. Marien hat die Landesregierung den Weg freigemacht.

Die neue Software soll das mehr als 20 Jahre alte System DigiKAT ablösen. Geplant ist eine gemeinsame Plattform für das Krisen- und Katastrophenmanagement. Informationen sollen vom Einsatzort über Gemeinden und Bezirke bis zum Landeslagezentrum und zum Landeskrisenstab weitergegeben werden.
Landeshauptmann Thomas Stelzer verweist auf die Bedeutung gemeinsamer Informationen: „Ob Hochwasser, Unwetter oder andere Krisen: Im Ernstfall zählt jede Minute. Entscheidend ist, dass alle Einsatzkräfte und Behörden rasch über dieselben Informationen verfügen und bestmöglich zusammenarbeiten können.“
Aktuelle Informationen für alle Beteiligten
Über die Plattform sollen Feuerwehren, Rettungsorganisationen, Behörden und weitere Einsatzkräfte auf einen gemeinsamen aktuellen Informationsstand zugreifen können. Maßnahmen sollen zentral erfasst, besser koordiniert und Einsätze nachvollziehbar dokumentiert werden. Mehrfache Dateneingaben sollen entfallen.
Das System soll außerdem bei Katastrophenschutzübungen, Schulungen und der Einsatzplanung helfen. Im Endausbau sollen auch Bürger im Krisenfall aktuelle Lageinformationen online abrufen können.
Feuerwehr-Landesrätin Michaela Langer-Weninger nennt das Ziel: „Unsere Einsatzkräfte und Behörden noch besser zu vernetzen, Informationen rascher verfügbar zu machen und im Krisenfall eine effiziente Einsatzführung zu ermöglichen.“
Landespolizeidirektor Andreas Pilsl sieht Vorteile für die gemeinsame Lagebeurteilung: „Wenn alle Einsatzorganisationen auf demselben Informationsstand sind, können wir schneller reagieren, unsere Kräfte gezielter einsetzen und uns besser auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten.“
Hilfe besser koordinieren
Auch Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz betont die Bedeutung funktionierender Informationswege und der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Das neue Landeslagezentrum könne dazu beitragen, „Hilfe noch besser zu koordinieren und dort ankommen zu lassen, wo sie am dringendsten benötigt wird“.
Feuerwehrpräsident Robert Mayer sieht durch die digitale Anwendung neue Möglichkeiten bei der Vorbereitung und Bewältigung von Einsätzen. Militärkommandant Dieter Muhr verweist auf die Unterstützung durch das Bundesheer: Mit einem gemeinsamen digitalen Lagebild könne diese im Ernstfall schneller und abgestimmter erfolgen.
Neues Feuerwehrzentrum in St. Marien
Neben der digitalen Plattform plant das Land ein neues Landes-Feuerwehrzentrum in St. Marien. Die Landesregierung hat den Weg dafür freigemacht. Rund 100 Millionen Euro sind für das Zentrum vorgesehen.
Stelzer verweist dabei auf die rund 95.000 Feuerwehrmitglieder in Oberösterreich: „Sie verdienen die beste Ausbildung, moderne Ausrüstung und eine Infrastruktur, auf die sie sich verlassen können.“








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