Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. Für Jobsuchende hätte ab Jänner 2021 das „Arbeitsmarktchancen-Assistenz-System“ (AMAS), bekannt als „AMS-Algorithmus“, angewendet werden sollen. Dieses Vorhaben wurde vorerst gestoppt, informiert die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ). Laut ihr trage ein Algorithmus zu struktureller und sozialer Ungleichheit bei.

Der ab Jänner 2021 geplante "AMS-Algorithmus" zur Ermittlung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt wird vorerst nicht eingeführt. Laut AK OÖ soll das auch so bleiben (Symbolbild). (Foto: Andrey Popov/Shutterstock.com)

Der AMS-Algorithmus wurde von der Datenschutzbehörde vorerst gestoppt. Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat im Auftrag der AK OÖ gemeinsam mit der Technischen Universität Wien dennoch bereits eine Studie über die Auswirkungen und Mechanismen dieses Algorithmus erstellt. Das zentrale Ergebnis: Die Entscheidung, vorwiegend Arbeitssuchende mit mittleren Jobchancen zu unterstützen und Menschen mit geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt weniger zu fördern, trägt zu struktureller und sozialer Ungleichheit bei. „Das benachteiligt Ältere, gering Qualifizierte und Menschen mit gesundheitlichen Problemen und hat daher keinen Platz in der Arbeitsmarktpolitik. Kein Algorithmus kann ein zu knapp bemessenes AMS-Budget kaschieren. Um für Arbeitsuchende echte Chancengerechtigkeit zu ermöglichen, braucht es ein Konjunkturprogramm, das neue Arbeitsplätze schafft, einen Rechtsanspruch auf bedarfsgerechte Maßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS), eine Aufstockung des AMS-Förderbudgets und mehr AMS-Personal“, hält AK OÖ Präsident Johann Kalliauer fest.

System evaluieren und Betroffene beraten

Im Oktober waren 122.500 Langzeitbeschäftigungslose gemeldet, was um 30,7 Prozent mehr ist als vor einem Jahr. Die Studienautoinnen Doris Allhutter und Astrid Mager vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften empfehlen: „Bei der Entwicklung algorithmischer Systeme für (semi-)staatliche Einrichtungen wie das AMS sind Anti-Diskriminierungsmaßnahmen, sowie System- und Datentransparenz gefordert, um eine nachvollziehbare Evaluierung aus technischer, grundrechtlicher, demokratischer und rechtsstaatlicher Sicht zu ermöglichen“. Darüber hinaus sollten Betroffene Einsichts- und Einspruchsrechte haben und AMS-Berater sowie ihre Klienten sollten diesbezüglich beraten werden. Die AK OÖ lehnt den AMS-Algorithmus hingegen gänzlich ab, weil Diskriminierungen am bestehenden Arbeitsmarkt fortgesetzt werden würden. Der Algorithmus sei außerdem nicht für Krisensituationen wie die Corona-Pandemie gewappnet. Die AK OÖ fordert stattdessen einen Rechtsanspruch auf AMS-Maßnahmen, mehr Personal und ein höheres Budget für das Arbeitsmarktservice, ein Konjunkturprogramm sowie weitere Maßnahmen zur Schaffung von Jobs, speziell für Langzeitarbeitslose.

Zur Studie


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Was sich bei Notfällen und OP-Wartezeiten in den oö. Spitälern verbessert

Was sich bei Notfällen und OP-Wartezeiten in den oö. Spitälern verbessert

OÖ/LINZ/ROHRBACH. Das oö. Gesundheitssystem ist in einer angespannten Situation, vor einem Jahr war es besonders häufig in den Schlagzeilen ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Wer zahlt, kommt schneller dran? AK-Studie zu Wartezeiten bei OP-Terminen in OÖ

Wer zahlt, kommt schneller dran? AK-Studie zu Wartezeiten bei OP-Terminen in OÖ

OÖ/LINZ. Die Arbeiterkammer (AK) OÖ kritisiert lange Wartezeiten bei geplanten Operationen – und kritisiert zudem mögliche Wartelisten-Vorreihungen. ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Die Gewinner des Caesar Kommunikationspreises 2026 stehen fest

Die Gewinner des Caesar Kommunikationspreises 2026 stehen fest

OÖ/LINZ. Beim oö. Kommunikationspreis CAESAR sind am Mittwochabend im Posthof Linz 36 Arbeiten ausgezeichnet worden. Je zwölf erhielten Gold, ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
SPÖ Oberösterreich will anschieben statt aufschieben

SPÖ Oberösterreich will "anschieben statt aufschieben"

OÖ/LINZ. Die SPÖ Oberösterreich hat am Mittwoch ihre Herbstkampagne für die Landtagswahl 2027 in Oberösterreich präsentiert. Sie will „#Anschieben ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Seiter folgt Gasselsberger als deutscher Honorarkonsul in OÖ

Seiter folgt Gasselsberger als deutscher Honorarkonsul in OÖ

LINZ. Martin Seiter ist neuer Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Oberösterreich. Der designierte Generaldirektor der Oberbank wurde ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Verkürztes Lehramtsstudium startet mit höheren Anmeldezahlen

Verkürztes Lehramtsstudium startet mit höheren Anmeldezahlen

OÖ/LINZ/SALZBURG. Kurz nach dem Start des reformierten Lehramtsstudiums Sekundarstufe Allgemeinbildung wird in Oberösterreich und Salzburg ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weitere Beiträge