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OÖ. Trotz der Corona-Pandemie mussten in diesem Jahr etwa 82.000 oberösterreichische Beschäftigte Überstunden oder Mehrarbeit leisten. Die Gegenleistung, die sie dafür bekommen, sei aber oft nur mager, kritisiert Arbeiterkammer (AK) OÖ Präsident Johann Kalliauer.

AK OÖ Präsident Johann Kalliauer fordert eine Anhebung der Löhne auf mindestens 1.700 brutto in allen Branchen. (Foto: Volker Weihbold)

Oberösterreichs Beschäftigte sind das Rückgrat der Gesellschaft, der Wirtschaft sowie der Betriebe, betont AK OÖ Präsident Johann Kalliauer. „Für ihre Leistungen haben die Beschäftigten mehr verdient als nur Applaus – nämlich echte Wertschätzung und mehr Gegenleistung“, hält er fest.

43 Millionen Überstunden im Vorjahr

In Oberösterreich sind derzeit mehr als 675.000 Menschen unselbstständig beschäftigt. 22,2 Prozent von ihnen sind in der Warenherstellung tätig, gefolgt vom Handel mit 14,4 Prozent. Ungefähr jede zehnte Person der Beschäftigten ist im Gesundheits- und Sozialwesen tätig. Von diesen sind wiederum etwa vier Fünftel weiblich. 2019 wurden laut AK-Berechnungen rund eine Milliarde Arbeitsstunden, davon etwa 43 Millionen Überstunden geleistet. Das entspricht umgerechnet fast 25.000 Vollzeitarbeitsplätzen. In puncto unbezahlte Überstunden wurden den Beschäftigten rund 171 Millionen Euro vorenthalten.

Durchschnittliches Einkommen von 2.530 Euro brutto

Die oberösterreichischen Beschäftigten würden aber nicht nur viel Zeit in der Arbeit verbringen, sondern seien dort auch höchst produktiv, ergänzt Kalliauer. Die Pro-Kopf-Wertschöpfung lag im Bilanzjahr 2018 bei rund 82.600 Euro. Zieht man davon die durchschnittlichen Personalkosten ab, bleiben den Unternehmen jährlich rund 22.700 Euro pro Mitarbeiter. Darüber hinaus legen die Beschäftigten Mobilität, Flexibilität, die Bereitschaft zur Mehrleistung bei hohem Arbeitsaufwand, den Willen zur Weiterbildung und vielfältiges ehrenamtliches Engagement an den Tag. Die Gegenleistung für all diese Leistungen sei „mager“, kritisiert Kalliauer. Im ersten Halbjahr 2020 verdienten die Beschäftigten in Oberösterreich rund 2.530 Euro brutto (beziehungsweise 1.795 Euro netto) im Monat. Am höchsten sind die Einkommen in Steyr, Kirchdorf und Linz, am wenigsten verdienen die Arbeiter und Angestellten in Freistadt, Rohrbach, Urfahr-Umgebung und Eferding. Männliche Angestellte bekommen 3.930 Euro, Arbeiterinnen rund 1.550 Euro.

Damit die Gegenleistung für die Beschäftigten fairer sei, fordert der AK OÖ Präsident Lohn- und Gehaltserhöhungen und die Anhebung der Löhne im Kollektivvertrag und Gehälter auf mindestens 1.700 brutto in allen Branchen. Der Corona-Tausender sollte ausbezahlt und das Arbeitslosengeld auf mindestens 70 Prozent des letzten Einkommens erhöht werden.


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