Hiegelsberger lud zur Expertenrunde rund um die Lebensmittelproduktion ein
OÖ. Vergangenen Freitag, 4. Dezember, lud Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger zum Austausch rund um die Entwicklung der oberösterreichischen Lebensmittelproduktion. Am Online-Austausch nahmen unter anderem Vertreter von Universitäten wie der BOKU Wien oder der FH Wels sowie Ernährungstrendforscher teil.

Oberösterreich sei ein starkes Agrarland, sagt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP). Mehr als ein Fünftel des gesamtösterreichischen Branchenumsatzes wird im Land ob der Enns erwirtschaftet. „Eine starke Verarbeitungsstufe im Land ist zentral für die positive Entwicklung der Landwirtschaft. Das optimale Zusammenspiel der gesamten Wertschöpfungskette ist eine klare Aufgabe aus unserem Strategieprozess Zukunft Landwirtschaft 2030 heraus. Dieser großen Fragen nehmen wir uns nun aktiv an. Ich habe daher einen ersten Gedankenaustausch auf akademischer Ebene zum Lebensmittelstandort Oberösterreich ausgerufen. Welche Lehren können wir aus dem Corona-Jahr 2020 ziehen, welche Stärken gilt es auszubauen und an welchen Stellschrauben gilt es zu drehen, um die starke heimische Verarbeitung abzusichern und weiter zu entwickeln? Diesen entscheidenden Fragen sind wir am Freitag auf den Grund gegangen“, berichtet Hiegelsberger.
Erkenntnisse aus 2020: Alle Bedürfnisse und Potentiale mitdenken
Ein Erkenntnis sei etwa, dass die Wertschöpfungskette insgesamt betrachtet werden müsse. Am Strategieprozess „Zukunft Landwirtschaft 2030“ haben sich mehr als 1.500 Personen, vor allem Landwirte, beteiligt. Sie sehen die Landwirtschaft der Zukunft tendenziell noch mehr als jetzt als gelebte Partnerschaft zwischen allen Teilnehmern. Die Corona-Pandemie habe zum ersten Mal seit langer Zeit die Bedeutung einer gesicherten Eigenversorgung mit Lebensmitteln aufgezeigt.
An der Diskussionsrunde am Freitag direkt nahmen Experten von internationalen Institutionen wie dem europäischen Instituts für Innovation und Technologie oder dem deutschen Cluster Ernährung, aber auch Vertreter von österreichischen beziehungsweise oberösterreichischen Universitäts- und Hochschuleinrichtungen wie der BOKU oder FH Wels bis hin zu Ernährungstrendforschern und dem OÖ Lebensmittelcluster teil. „Erste gewonnene Erkenntnisse sind, dass dem Austausch im gesamten Sektor Lebensmittelproduktion noch mehr Aufmerksamkeit zukommen muss. Bei den drängenden Themen Klimawandel, Nahrungsmittelverschwendung, Konsumverhalten, vermehrte pflanzliche Ernährung ist ein Akteur allein machtlos. Von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zu den Konsumentinnen und Konsumenten müssen alle Bedürfnisse und Potentiale mitgedacht werden. Forschung und Bildung als unterstützende Bereiche sind ebenfalls von zentraler Bedeutung“, hält Hiegelsberger fest.
Ausganspunkt für weitere Entwicklung
Die eingebrachten Diskussionsbeiträge und Anregungen sind nun der Ausgangspunkt für einen umfassenderen Prozess. So sollen etwa noch Praktiker kleiner Lebensmittelmanufakturen wie Bäcker, aber auch große industriell tätige Verarbeiter zu Wort kommen.


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